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Geburt: Von der Geburtsvorbereitung bis zum Wochenbett [Überblick]

Wie bereitest du dich am besten auf die Geburt vor? Was musst du beachten? Wie und wo kannst du entbinden - Krankenhaus, Hebamme oder lieber eine Wassergeburt?

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© iStock / Larysa Vasylenko

Vorbereitung auf die Geburt

Du erwartest Nachwuchs? Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Nun geht es an die Vorbereitungen für die Entbindung und den zukünftigen Familienzuwachs. Gerade für Erstgebärende ist das eine neue und vor allem spannende Zeit. Natürlich bringt diese aber auch viele Unsicherheiten und Fragen hervor. Bei uns findest du die wichtigsten Antworten.

Geburtsvorbereitungskurse

Ein Geburtsvorbereitungskurs bereitet zukünftigen Eltern auf den Verlauf der Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit danach vor. Dies kann eventuelle Ängste vor der Geburt nehmen und erste Sorgen im Bezug auf den Umgang mit dem Säugling beseitigen. Die Kurse werden daher vor allem für Erstgebärende empfohlen.

Neben klassischen Geburtsvorbereitungskursen gibt es auch Angebote für Schwangere wie Yoga, Schwimmen, Gymnastik oder Meditation. An vielen Kursen darf und kann der werdende Vater auch teilnehmen. Männer können so ihr Wissen vergrößern und ihrer Partnerin unterstützend beistehen.

Klassische Geburtsvorbereitungskurse zur Schwangerschaft beinhalten meist folgende Angebote:

  • Informationen über Schwangerschaftsverlauf und Geburtsphasen
  • Informationen über mögliche Komplikationen
  • Geburtspositionen und verschiedene Möglichkeiten einer Geburt
  • Entspannungs- und Atemtechniken
  • Gespräche mit den Kursleitern und Erfahrungsaustausch mit anderen Schwangeren
  • Informationen über Wochenbett und Stillzeit sowie Säuglingspflege

Geburtsvorbereitungskurse werden in Österreich beispielsweise von folgenden Institutionen angeboten:

  • Geburtenabteilungen von Krankenanstalten
  • Österreichische Hebammen
  • Verband österreichischer Volkshochschulen
  • NANAYA – Zentrum für Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Kindern in Wien (Privatangebote)

Kliniktasche Geburt

Was kommt in die Tasche und was solltest du alles einpacken? Hebammen empfehlen die Tasche für die Geburt schon 4-6 Wochen davor zu packen. In der folgenden Liste findest du die notwendigen Basics!

Checkliste Kliniktasche Geburt
Ausweise der Eltern und Versicherungskarten
Mutter-Kind-Pass und eventuell Heiratsurkunde
Hygieneartikel wie Zahnpasta & Zahnbürste, Creme, Duschgel, etc.
Bequeme Freizeitkleidung wie Jogginganzug und Shirts, am besten mit Stillfunktion oder zum einfachen Aufknöpfen
Warme Socken, Hausschuhe, Unterhosen
Pyjamas oder Nachthemden
Still-Bhs, Stilleinlagen, Brustwarzencreme
Einlagen für den Wochenfluss
Babykleidung

In folgendem Artikel findest du noch mehr Tipps und Infos: Kliniktasche Geburt

Geburtsarten und Möglichkeiten

Welche Geburtsarten gibt es? Wo und wie soll die Geburt stattfinden? Diese Fragen stellen sich zu Beginn jeder Schwangerschaft: ➠ Entbindung, Hebamme und Krankenhaus - Die Qual der Wahl!

Entbindung im Spital

Die Kliniksuche solltest du so früh wie möglich beginnen und dich rechtzeitig anmelden, damit ein Bett für die Geburt reserviert werden kann. Dabei kannst du auch gleich nachfragen, welche Dinge du während des Spitalaufenthaltes benötigst.

Bei einer natürlichen Geburt im Krankenhaus wirst du von Ärzt:innen und Hebammen betreut. Falls es während der Geburt zu Komplikationen kommt, steht im Krankenhaus die geeignete Infrastruktur für die Behandlung von Mutter und Kind sowie für einen Kaiserschnitt zur Verfügung. Vor allem bei Risikoschwangerschaften empfiehlt sich die Geburt im Krankenhaus.

Tipp

Seit 1. Jänner 2017 können Frauen vom 1. bis zum 5. Tag nach der Geburt täglich einen Hausbesuch der Hebamme als Kassenleistung in Anspruch nehmen.

Ambulante Geburt

Sie verbindet die Vorteile von Spitals- und Hausgeburt miteinander. Ambulante Geburt bedeutet, dass du in der Geburtenabteilung einer Krankenanstalt entbindest, diese aber, wenn alles ohne Komplikationen läuft, mit deinem Kind bereits nach einigen Stunden wieder verlassen kannst. Die Nachbetreuung findet dann durch Hebamme und Kinderärzt:in statt.

Geburt zuhause

Eine Hausgeburt sollte mit dem oder der betreuenden Ärzt:in vorab besprochen werden. Bei der Entscheidung sollten auch der Platz (Wohnverhältnisse) und die familiäre Situation berücksichtigt werden. Nach der Entscheidung für die Hausgeburt solltest du dir eine Hebamme suchen, die dich während deiner Schwangerschaft, bei der Geburt und danach (Wochenbett) betreut.

Die Mehrzahl der Ärzt:innen und der Hebammen sind gegenüber einer Hausgeburt eher kritisch eingestellt. Dies liegt vor allem an den eingeschränkten Überwachungsmöglichkeiten und den erhöhten Risiken für Mutter und Kind während der Geburt. Im Falle eines Notfalles muss der Nottransport in die Klinik erst veranlasst werden, wobei wertvolle Zeit verloren geht.

Wassergeburt

Neben den oben genannten Möglichkeiten der Entbindung, kann Frau auch eine Wassergeburt machen. Der Aufenthalt im warmen Wasser soll entspannen und die Dauer der Geburt verkürzen. Zudem werden die Wehen meist besser ertragen.

➠ Lies mehr über Vor- und auch Nachteile der Wassergeburt und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit du in die Gebärwanne darfst!

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© iStock

Ablauf der Geburt

Die Kinder halten sich meist nicht an den tatsächlich errechneten Geburtstermin. Nur rund vier Prozent der Schwangeren bekommen ihr Baby auch wirklich am angegebenen Tag. Gegen Ende der Schwangerschaft nehmen auch oft die typischen Beschwerden zu und das Warten fällt dann vielen schwerer.

Nicht immer ist es leicht, Vor- und Senk- oder Übungswehen von den echten Geburtswehen zu unterscheiden. Erst wenn sie regelmäßig in Abständen von wenigen Minuten und über längere Zeit auftreten, geht es los. Dann heißt es ab in die Klinik!

Das Wunder der Geburt ist für Mutter und Kind ein echter Kraftakt. Für viele ist es das schönste Gefühl der Welt, wenn sie nach Stunden das Baby endlich in den Armen halten. Eine Geburt kann ganz schön lange dauern. Durchschnittlich sind 13 Stunden beim ersten Mal normal und 8 Stunden bei weiteren Kindern. Der Geburtsvorgang wird in folgende Phasen unterteilt:

Die Eröffnungsphase

In dieser Phase verkürzt und lockert sich der Gebärmutterhals und anschließend öffnet sich der Muttermund zunehmend. Dieser Vorgang wird durch regelmäßige Wehen begleitet. Die rhythmischen Muskelkontraktionen der Gebärmutter dauern zwischen 30 und 90 Sekunden an und treten zu Beginn der Eröffnungsphase meist 1- bis 3-mal in 30 Minuten auf. Durch diese Regelmäßigkeit erkennt man, dass es sich um echte Wehen handelt und das Baby am Weg ist.

Sie sind nicht mit den Vor- oder Senkwehen vergleichbar. Diese zeigen sich schon einige Wochen vor der Geburt. Sie sind ungleichmäßig und werden als weniger schmerzhaft wahrgenommen. Schwangere verspüren sie eher als ein Ziehen und ein Druck im Unterbauch. Die Vor- oder Senkwehen bereiten den Körper auf die Geburt vor, indem das Baby langsam die optimale Stellung für die Geburt einnimmt.

Bei jeder 10. Frau platzt jedoch die Fruchtblase, bevor die Wehen kommen. In diesem Fall sollte man sich sofort auf den Weg ins Krankenhaus machen und/oder die Hebamme informieren. Im Grunde ist dieser Blasensprung nicht dramatisch. Meist setzen nach wenigen Stunden dann die Wehen ein. Es kann auch bei nicht ausreichenden Wehen dazu kommen, dass ein Wehen unterstützendes Mittel eingesetzt wird. Sollte der Kopf des Babys noch nicht richtig im Becken sitzen, kann es zu einem Nabelschnurvorfall kommen. Um diese Komplikation zu vermeiden, sollten Gebärende sich nach einem schwallartigen Blasensprung hinlegen und auch die Fahrt ins Krankenhaus liegend antreten. Ist das Köpfchen bereits optimal im Becken positioniert, ist die herausfließende Menge an Fruchtwasser viel weniger.

Die Häufigkeit der Wehen nimmt dann im Verlauf langsam zu. Diese Phase dauert bei Erstgebärenden ungefähr zwischen 8 und 14 Stunden. Das Baby schiebt sich durch die Eröffnungswehen immer weiter in Richtung Beckenausgang. Durch den Druck weitet sich der Muttermund. Dabei muss die Frau durchhalten bis dieser annähernd (8 cm) oder vollständig (10cm) geöffnet ist. Dann geht es in die nächste Phase.

Die Austreibungsphase

Hat sich der Muttermund annähernd oder vollständig geöffnet, beginnt diese Phase. Sobald das Baby sein Köpfchen optimal am Beckenausgang eingestellt hat, darf die Mutter aktiv zum Schieben anfangen. Die Häufigkeit der Wehen steigt in der frühen Austreibungsphase auf etwa 6 bis 7 in einem Zeitraum von 15 Minuten an. Falls die Fruchtblase noch nicht geplatzt ist, passiert jetzt meist der sogenannte Blasensprung. Viele Frauen erleben diese Phase der Geburt als die anstrengendste. Aber auch für das Kind ist sie mit viel Arbeit verbunden. Deshalb werden die Herztöne des Babys kontinuierlich überwacht, um eine eventuelle Beeinträchtigung der Versorgung sofort erkennen zu können.

Das Kind rutscht immer tiefer in den Geburtskanal. Ist sein Köpfchen am Beckenboden angelangt, sieht man es bereits von außen. Das Baby ist jetzt fast da. Das Pressen für den Durchtritt des Köpfchens muss behutsam erfolgen, damit sich das Dammgewebe langsam dehnen kann und nicht unnötig reißt. Dammschnitte werden heute eher selten durchgeführt – meist nur im Fall von Komplikationen, um eine Beschleunigung der Austreibungsphase zu veranlassen. Diese kann beim ersten Kind bis zu 2 Stunden dauern. Bei weiteren Geburten verkürzt sie sich bei manchen Frauen auf nur 20 Minuten.

Ist der Kopf des Babys dann ganz geboren, ist das Gröbste geschafft. Sind Kopf und Schultern erst einmal draußen, gleitet der Rest recht zügig nach. Nach 1 bis 2 Presswehen können die frischgebackenen Eltern ihr Neugeborenes nun glücklich in die Arme nehmen!

Die Nachgeburtsphase

Die Geburt gilt erst als beendet, wenn die Plazenta (Mutterkuchen) geboren ist. Wenn das Kind abgenabelt ist, zieht sich die Gebärmutter zusammen, um die Plazenta auszustoßen. Das Abnabeln tut weder Kind noch Mutter weh. Die Nachwehen dauern ungefähr 10 bis 30 Minuten, bis die Plazenta gelöst und geboren ist.

Die Plazenta und die Häute der Fruchtblase werden anschließend auf ihre Vollständigkeit untersucht, denn es dürfen keine Reste in der Gebärmutter bleiben. Kommt das jedoch vor, kann die Ärtzt:in sie aufspüren und entfernen. Gab es bei der Entbindung Geburtsverletzungen, wie beispielsweise einen Dammschnitt oder -riss, werden diese nach der Geburt der Plazenta versorgt.

Ist in den darauffolgenden 2 bis 4 Stunden alles mit Mutter und Kind in bester Ordnung, werden sie auf die Wochenstation verlegt oder können, im Fall einer ambulanten Entbindung, nach Hause gehen. Für die Frau beginnt nun die Zeit des Wochenbetts.

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© iStock / Mikolette

Geburtspositionen

Liegend im Bett zu gebären ist wohl die bekannteste Position. Es gibt jedoch auch andere Positionen, in denen sich viele Frauen während der Geburt wohler fühlen und die auch noch weitere Vorteile mit sich bringen. Die Hebamme unterstützt normalerweise dabei, die angenehmste Position zu finden. Frauen spüren oft selbst, welche Geburtsposition ihnen gut tut.

Gerade aufrechte Positionen

Sie kann die Dauer der Geburt verkürzen, da die Schwerkraft auf der Seite von Mutter und Kind ist. Die Gebärende hat aufrecht mehr Lungenvolumen und kann dadurch besser atmen. Das wirkt sich auch positiv auf die Sauerstoffversorgung des Kindes aus. Durch die Muskelspannung in einer geraden Position erhöht sich der Druck im Bauchraum und das Zusammenziehen der Bauchmuskeln (Bauchpresse) verstärkt sich. Diese helfen das Baby herauszuschieben.

Sie ermöglicht auch das Beckenkreisen oder -schaukeln. Durch diese Technik kann der Wehenschmerz aktiver verarbeitet werden. Zudem erleichtern die Bewegungen die Drehung des kindlichen Kopfes in die richtige Position.

Vorteile der aufrechten Position

  • Kürzere Geburtsdauer
  • Wehen sind meist regelmäßiger und häufiger
  • Mehr Bewegungsfreiheit
  • Dammschnitte kommen in aufrechten Positionen seltener vor.

Welche aufrechte Positionen für die Geburt gibt es?

Zu den aufrechten Gebärhaltungen gehören Stehen, Hocken sowie Knien und Sitzen.

Im Stehen kann man das Becken recht gut bewegen, und dadurch den Wehenschmerz besser verarbeiten und die richtige Drehung des Babyköpfchens wird unterstützt. Dadurch kann der Geburtsverlauf beschleunigt werden. Der Vater kann die Mutter dabei stützen oder sie lehnt sich an eine Wand. Alternativ gibt es manchmal auch die Möglichkeit sich an einem von der Decke hängenden Tuch zu stützen, was noch mehr Bewegungsfreiheit gibt.

Im Hocken wird der Beckenausgang bestens erweitert, da sich der Beckenboden leichter dehnt. Zudem hilft die Schwerkraft dem Baby Richtung Beckenausgang zu gelangen. Auch das Pressen nach unten wird erleichtert. Beim Hocken muss die Frau von beiden Seiten von Partner, Hebamme oder Geburtshelfer:innen gestützt werden.

Das Knien wird von Frauen oft als recht angenehm empfunden, da sich die Wehen in der Position gut verschmerzen lassen und auch Rückenschmerzen meist erträglicher sind. Das Becken bleibt in dieser Haltung ebenfalls gut beweglich. Die werdende Mutter kann die kniende Position gut durchführen, indem sie sich mit Oberkörper und Armen abstützt (Vierfüßlerstand) oder einen Gymnastikball zur Hilfe nimmt.

Wenn die Anstrengungen der Geburt Frauen die Kraft raubt, kann Sitzen als angenehm empfunden werden. Dabei kann ein spezieller Gebärhocker zum Einsatz kommen, ein kleiner Stuhl ohne Lehne mit einer Aussparung für das Baby. Diese Position ist aber auch auf einem Stuhl oder in einem Bett möglich. Halt bieten dabei die Stuhllehne oder der Partner. Manchen Geburtskliniken verfügen über ein Romarad. Auf diesem kann die Frau in sitzender Position gelagert werden kann. Der große Vorteil ist, dass die Frau dabei nicht ins Hohlkreuz fallen kann, dadurch stehen Lendenwirbelsäule und Becken in einer idealen Formation für die Geburt.

Die liegenden Gebärpositionen

Zu den waagerechten Gebärhaltungen zählen die Rücken-, Seiten- und Halbseitenlage. Sie eignen sich gut, damit sich die Frau ausruhen kann. Werden das Abstützen der Hände und Füße gut möglich gemacht, ist eine natürliche Geburt im Liegen auch gut zu schaffen. Der Nachteil vom waagerechten Liegen ist, dass die Schwerkraft ungenutzt bleibt, um den Geburtsverlauf zu verkürzen.

Vorteile der liegenden Position

  • Durch Druck auf den Bauch der Mutter beziehungsweise den Steiß des Kindes (Kristeller-Handgriff) kann die Austreibungsphase beschleunigt werden.
  • Der Damm ist gut erreichbar und kann durch spezielle Handgriffe vor Verletzungen geschützt werden.
  • Falls Saugglocke, Zange oder ein Kaiserschnitt zum Einsatz kommen müssen, wird keine Zeit zur Umlagerung verloren.

Mögliche Komplikationen

Es laufen leider nicht alle Geburten problemlos ab. Es kann unter der vaginalen Entbindung zu Komplikationen bei Mutter oder Kind kommen. Die moderne Medizin kann die meisten Probleme jedoch schnell und sicher lösen. Diverse Maßnahmen, wie Saugglocke oder Geburtszange, können bei Komplikationen helfen, das Baby schnell und sicher auf die Welt zu bringen. Es gibt aber auch Gründe, die dazu führen, dass eine Geburt operativ mit Kaiserschnitt beendet werden muss.

Das Baby liegt nicht in der optimalen Schädellage

In den meisten Fällen drehen sich Ungeborene bis zur 36. Schwangerschaftswoche in die beste Gebärposition, mit dem Hinterhaupt zu Mamas Bauch und dem Köpfchen nach unten. Auch wenn sich das Kind zu Geburtsbeginn gut positioniert hat, kann es noch zu einer hinteren Hinterhauptslage kommen. Dabei schaut das Gesicht dann zum Bauch der Mutter. Ist dies der Fall, kann es zu einer verzögerten Geburt oder einem Geburtsstillstand kommen. Das Baby muss dann eventuell mit einer Saugglocke oder Geburtszange geholt werden, auch ein Dammschnitt muss dann oft vorgenommen werden.

Beckenlage und Querlage

Manche Babys liegen bis zum Termin mit dem Popo nach unten in der sogenannten Beckenendlage oder aber auch in einer Querlage. In diesen Fällen versuchen die Geburtshelfer, das Baby vor der Geburt in eine geeignete Geburtsposition zu bewegen. Wenn dies nicht funktioniert muss ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Bei einer Querlage, kann es vor allem bei Erstgebärenden zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Ärzt:innen empfehlen hier schon meist vorab einen Kaiserschnitt.

Nabelschnurvorfall

Ein Nabelschnurvorfall kann für das Baby lebensgefährlich werden. Bei diesem wird die Nabelschnur durch das Babyköpfchen abgeklemmt und damit auch die Sauerstoffversorgung. Besteht die Sauerstoff-Mangelversorgung länger, kann es zu Hirnschädigungen kommen, die eine geistige Einschränkung zur Folge haben können. Hier wird dann oft ein Notfall-Kaiserschnitt gemacht. Diese Komplikation kommt nur ganz selten vor.

Nabelschnurumschlingung

Sie ist eine häufige, meist auch eher harmlose Form der Nabelschnurkomplikation. Die Umschlingung kann um den Hals, die Arme oder Beine des Babys sowie um dessen Rumpf vorkommen. Eine lange Nabelschnur sowie eine große Menge an Fruchtwasser begünstigen sie.

Die Nabelschnurumschlingung kommt ungefähr bei einem Fünftel der Geburten vor. Es treten aber nur in der Hälfte der Fälle Zirkulationsstörungen auf, die eine Gefährdung der Sauerstoffversorgung verursachen. Lockere Umschlingungen sind meist harmlos. Bei einer straffen Umschlingung, insbesondere beim Hals kann ein ernsteres Problem entstehen, das aber mit verschiedenen Maßnahmen gut zu lösen ist.

Fruchtwasserembolie

Eine vorzeitige Plazenta-Ablösung, aber auch eine Uterusruptur stellen Risikofaktoren für diese seltene Komplikation dar. Sie kann für Mutter und Kind im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Bei der Fruchtwasserembolie gelangt Fruchtwasser in den Blutkreislauf der Mutter. Da sich Fruchtwasser und darin gelöste feste Bestandteile wie Hautschüppchen oder Härchen des Babys im Blut nicht auflösen, besteht die Gefahr, dass die Blutgefäße der Mutter verstopfen. Die Folge sind Schock, Lungenversagen oder Herzstillstand. Auch das ungeborene Kind kann dabei sterben. Daher erfordert eine Fruchtwasserembolie die sofortige intensivmedizinische Behandlung sowie einen Notsectio.

Starke Blutungen während der Geburt

Sie sind immer ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Dahinter können eine vorzeitige Plazenta-Ablösung oder ein Reißen der Gebärmutter (Uterusruptur) stecken. Mit Maßnahmen wie Saugglocke, Zange oder Kaiserschnitt wird dann versucht, die Geburt so schnell wie möglich zu beenden.

Bei einer Uterusruptur wird ein Notfall-Kaiserschnitt nötig. Bei einem kompletten Riss der Gebärmutter setzen die Wehen aus und es kommt zum Stillstand des Geburtsvorgangs. Diese Komplikation tritt selten auf. Die häufigste Ursache ist eine vorangegangene Operation an der Gebärmutter, beispielsweise ein Kaiserschnitt. Außerdem können eine Querlage des Kindes, eine Mehrlingsgeburt, sowie ein Missverhältnis der Größe von Becken und Kind zu einem Wehensturm führen. Bei diesem wird die Gebärmutter massiv überdehnt, sodass es zu einer Uterusruptur kommt.

Wehenschwäche / Geburtsstillstand

Wenn es in der Eröffnungsphase innerhalb von 2 Stunden oder in der Austreibungsphase nach einer Stunde zu keinem Geburtsfortschritt kommt, spricht man von einem Geburtsstillstand. Ursache dafür kann beispielsweise eine Wehenschwäche sein. Reichen die Kontraktionen der Gebärmutter nicht aus, muss nachgeholfen werden. Zum Geburtsstillstand kann es auch kommen, wenn sich der Muttermund nicht ausreichend öffnet oder der Kopf des Babys im Verhältnis zum Beckenausgang der Mutter zu groß ist. Aber auch wenn die Mutter zu erschöpft ist oder durch eine noch am Geburtsende wirksame Periduralanästhesie (PDA) zu wenig Drang verspürt wird, in der Wehen mitzuschieben.

Befindet sich das Baby schon tief im Geburtskanal, kommt eine Saugglocke oder eine Geburtszange zum Einsatz. Dabei kann es auch zu einem Dammschnitt kommen. Ein Kaiserschnitt muss dann durchgeführt werden, wenn das Köpfchen des Babys für eine Saugglocke noch zu hoch steht.

Auffällige Herzmuster beim Baby

Während der Geburt werden Herztonmuster und Herzfrequenz überwacht. Dadurch wird kontrolliert, ob es dem Baby gut geht. Veränderungen deuten auf Stress für das Baby hin. Schlechte Herztöne können auf eine drohende Sauerstoff-Mangelversorgung hinweisen. Mittels einer Mikroblutuntersuchung kann diese bestätigt oder verworfen werden. Für diesen Test werden einige Tröpfchen Blut aus der Kopfhaut des Kindes entnommen. Um die Geburt zu beschleunigen, kann in der Endphase die Saugglocke zum Einsatz kommen.

Frühgeburt und Fehlgeburt

Kommt ein Kind vor der abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, gilt es als ein Frühgeborenes. Die moderne Medizin ermöglicht es, frühgeborene Kinder schon ab einem Geburtsgewicht von etwa 500 Gramm, das entspricht ungefähr der 24. abgeschlossene Schwangerschaftswoche, am Leben zu erhalten. Die erfolgreiche Behandlung des Kindes hängt jedoch mehr vom Schwangerschaftsalter als vom Geburtsgewicht ab.

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Von einer Fehlgeburt oder auch einem Abort spricht man, wenn das Kind mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm tot geboren wird. Die meisten Fehlgeburten passieren innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate. Diese treten sehr häufig auf. Oft geschieht eine Fehlgeburt sogar noch bevor die Schwangerschaft mit dem ersten Schwangerschaftstest festgestellt wurde. Diese ist meist symptomlos und wird daher gar nicht bemerkt.

Wenn ein Kind tot geboren wird oder während der Geburt verstirbt und ein Gewicht von 500 Gramm oder mehr hat, spricht man medizinisch von einer Totgeburt oder auch "Stille Geburt". Babys, die zwischen der 24. und der 37. Schwangerschaftswoche lebend geboren werden, gelten als Frühgeburten, auch wenn sie kurze Zeit nach der Geburt versterben.

Nach der Geburt

Wochenbett

Diese Zeit beginnt nach der Geburt des Kindes und endet sechs bis acht Wochen danach. In dieser Phase steht vor allem der Aufbau der Mutter-Kind-Beziehung im Vordergrund. Im Wochenbett können Wöchnerin und Kind eine intensive Beziehung aufbauen. Mithilfe der mütterlichen Intuition gelingt es den meisten Frauen, die Bedürfnisse ihres Kindes zu erkennen. In dieser Zeit kann sich der weibliche Körper von den Strapazen der Geburt erholen.

Es kann aber auch bei einigen Frauen zu einer Bedrücktheit und Gefühlen der Traurigkeit kommen. Man spricht dabei von einer Wochenbettdepression, wenn entsprechende Symptome innerhalb der ersten 12 Monate nach der Geburt auftreten.

➠ In folgendem Artikel findest du mehr Infos über das Thema Wochenbett.

Behördenwege

Nach der Geburt fallen auch einige behördliche Wege an. Folgendes kommt dabei auf die werdenden Eltern zu:

Checkliste Behördenwege nach der Geburt
innerhalb einer Woche ab der Entbindung: Erstausstellung einer Geburtsurkunde beim zuständigen Standesamt
Die Eltern sollten folgende Dokumente bereithalten:
Lichtbildausweise
Staatsbürgerschaftsnachweise, Geburtsurkunden und Meldezettel beider Elternteile
Heiratsurkunden, Partnerschaftsnachweis oder Scheidungsurkunde
Anerkennung der Vaterschaft

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