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Steffi Graf: Tennislegende, Olympiasiegerin und Wohltäterin

Steffi Graf schrieb Sportgeschichte: Als eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten gewann sie zahlreiche Turniere, Grand-Slam-Titel und führte 377 Wochen lang die Tennis-Weltrangliste an. Selbst nach dem Steuerskandal ihres Vaters blieb das Image der gebürtigen Deutschen unversehrt.

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Steffi Graf: Olympiasiegern, Wohltäterin und Familienmensch
© Getty Images

Ihre Karrierebilanz sucht ihresgleichen: 900 Siege, 117 Niederlagen und eine unglaubliche Siegesquote von 88,7% sind definitiv beeindruckende Zahlen. Steffi Graf war so lang wie noch keine andere Tennisspielerin 1. der Weltrangliste. Die Ausnahmesportlerin war immer überaus beliebt! So wurde "Fräulein Vorhand" in den 16 Jahren ihrer internationalen Karriere fünfmal zu Deutschlands "Sportlerin des Jahres" gewählt. Eine Frau der Superlative.

Steckbrief: Steffi Graf

  • Name: Stefanie Maria "Steffi" Graf
  • Geburtstag: 14. Juni 1969
  • Geburtsort: Mannheim
  • Sternzeichen: Zwillinge
  • Wohnort: Las Vegas, USA
  • Beruf: (ehemalige) Tennisspielerin
  • Ehepartner: Andre Agassi (seit 2001)
  • Kinder: Jaden Gil Agassi, Jaz Elle Agassi
  • Größe: 175 cm

Steffi Graf stand früh an der Spitze

Von Anfang an eine Erfolgsgeschichte! Mit erst drei Jahren hielt Steffi Graf das erste Mal einen Tennisschläger in der Hand. Steffi hatte Talent - das erkannte auch ihr Vater Peter Graf, der sowohl selbst Tennisspieler als auch diplomierter Trainer war, und förderte seine Tochter bereits in frühen Jahren. Dadurch konnte sie mit 12 Jahren bei den deutschen Tennis-Hallenmeisterschaften der Erwachsenen mitspielen.

Im Jahr darauf, mit nur 13 Jahren, wurde sie von der "Women's Tennis Association" als Profispielerin gemeldet und startete damit ihre Weltkarriere. Bekannt war das "Wunderkind" vor allem für ihre starke Vorhand, die sie auch rasch ganz an die Spitze führen sollte. Schon fünf Jahre später, mit nur 18 Jahren, nahm Steffi Graf den ersten Platz der Weltrangliste ein.

Erfolgsjahr 1988: Golden Slam & Olympiasieg

1988 war ein ganz besonders Jahr in der Karriere von Steffi Graf: So siegte sie in Melbourne, Paris, Wimbledon und bei den US Open. Doch die Vollendung dieses Grand Slam war nicht das einzige Highlight des Jahres! Denn Graf holte sich bei den Olympischen Spielen in Seoul auch noch eine Goldmedaille, in dem sie Gabriela Sabatini besiegte.

Damit wurde Steffi Graf 1988 zugleich erste Spielerin der Geschichte, die den sogenannten Golden Slam - den Gewinn aller vier Grand-Slam-Turniere und der olympischen Goldmedaille - innerhalb eines Kalenderjahres vollzog. Auch in den Jahren danach nahm ihre Erfolgssträhne nicht ab und wurde immer beliebter.

Steffi Graf gewinnt gegen Martina Navratilova bei der French Open Tennis Championship 1987
© Getty Images

Monica Seles verdrängt Steffi Graf vom Tennisthron

Auch die beste Sportlerin kann auf noch stärkere Konkurrenz treffen! So betrat die nicht weniger talentierte Monica Seles die Tennisbühne. 1990, in einem schwierigen Jahr für Steffi Graf - ihrem Vater wurde medienöffentlich eine Affäre nachgesagt - verlor sie erstmals nach einer langen Serie von Siegen bei den German Open gegen Monica Seles.

In den Jahren darauf musste Graf weitere Niederlagen einstecken und 1991 die Führung der Weltrangliste an Seles abgeben. Nach einer Messerattacke 1993 fand Monica Seles allerdings nie wieder zu ihrer ehemaligen Form zurück.

Das Ende einer langen Tenniskarriere

Auch für Steffi Graf neigte sich die Karriere dem Ende zu. So musste sie sich 1997 nach einer Verletzung am Knie einer Operation unterziehen - diese zog eine längere Pause nach sich. Auch wenn Graf 1999 noch einen fulminanten Sieg gegen die Schweizerin Martina Hingis bei den French Open feiern durfte – den schönsten ihrer Karriere, wie sie einmal sagte – so fand sie doch nicht mehr zu ihrer Form zurück und trat im August 1999 vom Profitennis zurück.

Steffi Grafs neue Mission: Botschafterin des WWF

Auch abseits des Tennisplatzes war und ist Steffi Graf umtriebig. So trat sie 1984 als Botschafterin dem World Wildlife Fund (WWF) bei. Noch heute ist sie Botschafterin für den Verein, der sich für Tierschutz und den Schutz des Regenwaldes einsetzt. Dabei unterstütze Graf diverse Projekte, zum Beispiel 2003 "Handeln und Genießen" zum Schutz des Regenwaldes in Afrika.

»Ich habe sehr viele Länder auf der Erde bereist und sehe einfach, dass mit der Natur oft verantwortungslos umgegangen wird.«

Gemeinnützige Arbeit liegt der Sportlerin besonders am Herzen

Neben ihrer Tätigkeit für den WWF gründete sie die Stiftung "Children of Tomorrow" - die Stiftung, deren Vorsitzende Graf nach wie vor ist, unterstützt Familien aus Kriegs- und Krisengebieten, aber vor allem durch Gewalterfahrungen traumatisierte Kinder.

Ob der Verlust der Eltern, von anderen Angehörigen, oder andere schlimme Erlebnisse auf der Flucht – oftmals leiden Kinder und Jugendliche aus Kriegs- und Krisengebieten unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, unter Depressionen, Schlafstörungen und Albträumen. Hier unterstützt "Children of Tomorrow" mit finanziellen Mitteln für psychotherapeutische Behandlungen und psychosoziale Angebote.

»Nach meinen Reisen fasste ich den Plan, mich nach dem Rückzug vom Profisport für die Zukunft dieser Kinder einzusetzen.«

Entwicklungshilfe, Integration, Friedensarbeit – Ziele der von Steffi Graf gegründeten Stiftung, die bereits Projekte in Uganda, Eritrea und im Kosovo unterstützte. Darüber hinaus werden auch Mittel für die Arbeit mit Flüchtlingskindern in Deutschland, unter anderem in der Flüchtlingsambulanz für Kinder und Jugendliche in Hamburg, finanziert. Für ihr soziales Engagement wurde Graf im Jahr 2011 mit dem Förderpreis des Marion-Dönhoff-Preises ausgezeichnet.

Ein privater Einblick: Steffi Graf als Ehefrau und Mutter

Mit dem Tennisspieler Andre Agassi hat Steffi Graf ihre große Liebe gefunden. Die beiden haben am 22. Oktober 2001 in Las Vegas geheiratet. Im selben Jahr, am 26. Oktober, wurde ihr Sohn Jaden Gil geboren. Zwei Jahre später, am 3. Oktober 2003, kam die gemeinsame Tochter Jaz Elle zur Welt. Graf und Agassi halten ihr Privatleben meist streng vor der Öffentlichkeit geheim und geben wenig über ihr Familienleben preis.

Sowohl Jaden Gil als auch Jaz Elle sind allerdings auf Social Media aktiv - so bekommen wir einen kleinen Einblick in das Leben der Kinder der beiden ehemaligen Tennisstars. Beide haben das sportliche Interesse von ihren Eltern geerbt. Während Jaden Gil seit 2020 an der University of Southern California für die "Trojans" Baseball spielt, widmete sich Jaz Elle lange Zeit lieber dem Hip-Hop.

Aufnahme in die Tennis Hall of Fame

Eine besondere Ehre wurde Steffi Graf 2004 zuteil: Sie wurde in die "International Tennis Hall of Fame" aufgenommen. Die Institution, die 1954 von James Alen - dem Erfinder des Tie Break - ins Leben gerufen wurde, dient zur "Bewahrung der Ideale dieses Spiels".