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Seit Samstag ist er der neue ORF-Star: Tobias Pötzelsberger

Wer ist eigentlich Tobias Pötzelsberger, jener ZiB-Moderator, der seit dem vergangenen Wochenende im ORF-Dauereinsatz ist? WOMAN begab sich auf die Spurensuche eines hochtalentierten und sympathischen Journalisten und seiner rasanten Karriere.

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Seit Samstag ist er der neue ORF-Star: Tobias Pötzelsberger
© ORF/ Ramstorfer

Für (fast) ganz Österreich gibt es seit dem vergangenen Wochenende eine neuen Stern am heimischen Moderatoren-Himmel – die Salzburger allerdings kennen Tobias Pötzelsberger schon länger. Der TV-Journalist hat bereits jahrelang im ORF-Landesstudio an der Salzach gearbeitet.

Das Jahrhunderthochwasser, die Höhlenforscher-Rettungskation am Untersberg oder der große Finanzskandal – Tobias Pötzelsberger kennt sich aus mit Krisen. Das hat er am Wochenende nun auch einem breiten ORF-Publikum bewiesen. Souverän hat er durch den wohl spannendsten Tag der österreichischen Innenpolitik geführt.

Vergangenen Samstag war der 36-Jährige - den viele jünger einschätzen - eigentlich nur für ein paar Minuten in der "Zeit im Bild" untertags eingeteilt und begann seinen Dienst um sieben in der Früh. Daraus wurde schließlich ein zehn Stunden Arbeitstag: Von 10:30 bis 17:00 Uhr berichtete Pötzelsberger - abgesehen von einer einstündigen Pause - durchgehend vom Moderationstisch im Studio. Und das ohne lange Vorbereitung, quasi aus dem Stegreif – aber eben mit verblüffender Souveränität. Und wurde so zum Gesicht der geschichtsträchtigen Ereignisse, die das Ende der Koalition von Türkis/Blau bedeutete - inklusive des Rücktritts von Heinz-Christian Strache als Vizekanzler und FPÖ–Chef.

Wer ist Tobias Pötzelsberger?

Pötzelsberger wurde am 11. Mai 1983 geboren und wuchs im innviertlerischen Lochen am See auf. Schon früh begann er sich für Politik und Medienarbeit zu interessieren. Er schloss 2008 sein Studium der Politikwissenschaft an der Universität Salzburg ab und widmete sich schon damals mit seiner Diplomarbeit einem brisanten Thema, nämlich den Auswirkungen des BAWAG-Skandals auf den Österreichischen Gewerkschaftsbund.

Unter anderem arbeitete er dann journalistisch für die Radiofabrik, die Salzburger Nachrichten und ab 2004 für den ORF Salzburg, zuletzt als Moderator für „Salzburg Heute“. Erst vor wenigen Monaten, im Oktober 2018 wechselte er nach Wien, wo er nun als Moderator der Tages-ZiBs tätig ist und bisher für die Ausgaben um 9.00 h, 11.00 h und 13.00 h eingesetzt wurde. Zuletzt sah man ihn gemeinsam mit seiner Kollegin Simone Stribl als Interviewer bei den EU-Wahlkampf-Duellen.

Sein Einsatz begeisterte unzählige

Mit seiner Moderation der ZiB-Sondersendungen zum Rücktritt Heinz-Christian Straches und zur Regierungskrise nach dem "Ibiza-Video", fiel Pötzelsberger plötzlich tausenden positiv auf. Sein bis dahin karg verfolgter Twitter-Account schwoll von 200 Followern Freitag früh auf heute, Montag auf fast 5.000 Follower an. In sozialen Medien wurde er mit Lob überschüttet:

Was die wenigsten wissen: Pötzelsberger ist Mitglied, Leadsänger sowie Gitarrist der Band "The More or The Less“ und veröffentlichte sogar zwei Alben, "We, the people" (2009) und "Keep Calm" (2012). Wie das klingt, hörst du beispielsweise hier:

"Keep Calm" scheint ohnehin ein Lebensmotto von Pötzelsberger zu sein, denn die wohltuende Gelassenheit merkt man auch seiner Moderation an. Das gesamte Album dreht sich um Gegensätze und Brücken, die geschlagen werden: So besingt er darin, was uns das Herz erwärmt („When we happen to collide“) und ebenso dunkle Tage, unerwartete Hiobsbotschaften oder auch das Scheitern.
Keep Calm. Bleib ruhig. Weil immer alles passieren kann. Wie wir letztes Wochenende ebenso erleben durften. Und wir können uns nun gar nicht mehr entscheiden, ob wir neue Musik oder profunde Interviews von ihm hören wollen.

Ein persönlicher Blick: Das wissen seine Kolleginnen über Pötzelsberger zu erzählen

Über sein Privatleben drang bisher kaum etwas an die Öffentlichkeit. Beim ORF ist Pötzelsberger als angenehmer, zuverlässiger und vor allem inhaltlich sattelfester Kollege bekannt. Was auch seine langjährige Kollegin Romy Seidl , Redakteurin und Chefin vom Dienst im Landesstudio Salzburg, bestätigt:

"Wir hatten immer viel Spaß mit den Festspiel-Stars und unserem Team. Was Tobias auszeichnet, ist seine Hilfsbereitschaft und seine Liebe zum Job. Er arbeitet rasch und zeigte sich immer besonders interessiert an chronikalen Ereignissen sowie an politischen Themen. Er ist sich seiner Fähigkeiten durchaus bewusst und stellt immer die richtigen Fragen bei Interviews. Gerade am Samstag brachte ihn nichts aus der Ruhe, er wirkte souverän und kompetent, auch mit seiner tiefen Stimme, die ich immer gerne höre. Egal ob in der Zeit im Bild – oder persönlich am Telefon!“

Romy Seidl und Tobias Pötzelsberger haben die vergangenen zwei Jahre jeweils im Sommer vom Salzburger Festspielhaus das national live gesendete Festspiel-Magazin "JedermannJedefrau" in ORF2 präsentiert.


Raffaela Schaidreiter , die aktuell als Korrespondentin für den ORF aus Brüssel berichtet, kennt Pötzelsberger ebenso seit der gemeinsamen Zeit in Salzburg. Sie sind trotz 1000 Kilometer Entfernung im täglichem SMS-Kontakt:

"Wir haben beide im ORF-Landesstudio Salzburg unser Handwerk gelernt und sind seit der gemeinsamen Zeit freundschaftlich eng verbunden. Tobias verhält sich im ZiB-Studio genauso, wie er es in Salzburg bei Hochwasser-Einsätzen oder dem Finanzskandal getan hat. Für ihn macht es keinen Unterschied, worüber und von wo aus er berichtet. Er versucht immer, das Beste herauszuholen, kritisch, hellwach und nahbar. Einfach im Dienste der Zuseherinnen und Zuseher.“

Raffaela Schaidreiter


Positiv aufgefallen ist vielen an diesem innenpolitisch turbulenten Wochenende außerdem, dass viele junge Reporterinnen und Reporter für den ORF im Einsatz waren. Um zwei namentlich zu nennen, Matthias Westhoff, der gefühlt das gesamte Wochenende vor dem Innenministerium verbracht hat, oder Simone Stribl, die nicht nur „draußen“ am Ballhausplatz im Einsatz war, sondern auch als Interviewerin in der Pressestunde am Sonntag zur EU-Wahl zu sehen war. Die zahlreichen positiven Reaktionen auf ihre Performance in den sozialen Medien zeigen, dass das Publikum – ganz unabhängig davon wie es mit der Innenpolitik weiter geht – jedenfalls mehr von den jungen Köpfen im ORF sehen will.

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