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Junges ORF-Team auf dem Vormarsch: Wer ist Simone Stribl?

Bei der ORF-Berichterstattung rund um den Ibiza-Skandal vergangenes Wochenende war ein Team aus jungen JournalistInnen am Zug. Wir haben Simone Stribl zum Interview gebeten.

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Junges ORF-Team auf dem Vormarsch: Wer ist Simone Stribl?
© privat

Letztes Wochenende war innenpolitisch eines der ereignisreichsten, turbulentesten und ja, für Journalistinnen und Journalisten eines der stressreichsten überhaupt. Rasches Handeln und schnelle Analysen standen an der Tagesordnung. Für den neuen ZIB-Moderator Tobias Pötzelsberger (36) wurde die ZIB um 9 Uhr plötzlich zu einem Moderations-Marathon, der bis in die Abendstunden ging.

Insgesamt waren viele junge ReporterInnen für den ORF im Einsatz. Zum Beispiel Matthias Westhoff, der als Außenreporter im Einsatz war. Aber auch Simone Stribl war den ganzen Samstag vor Ort, fing die Stimmung am Ballhausplatz gekonnt ein und versorgte das ORF-Publikum mit Informationen, treffenden Einschätzungen und Interviews von Oppositions-PolitikerInnen. Doch eine Pause gönnte sich die Journalistin keineswegs: Am Sonntag ging es für die 32-Jährige gleich mit der "Pressestunde" zur EU-Wahl weiter.

"Die einen werden mit 24 Jahren Regierungsmitglied, die anderen beginnen eine unglaubliche Karriere in der ORF-Information", sagt Hans Bürger , Leiter des Ressorts Innenpolitik bei der ZIB. "Und das ZIB-Ressort Innenpolitik/EU darf sich glücklich schätzen, gleich zwei dieser Top-Journalisten zu seinem Team zu zählen. Für beide gilt: Gscheit, kompetent, emotional intelligent und eine Auffassungsgabe in der Topspeed-Variante, sympathisch, schlagfertig, lustig und bodenständig."

Die zahlreichen positiven Reaktionen auf ihre Performance in den sozialen Medien zeigen, dass das Publikum – ganz unabhängig davon wie es mit der Innenpolitik weiter geht – jedenfalls mehr von den jungen Köpfen im ORF sehen will. Wir baten Simone Stribl zum Interview.

Simone Stribl ist 32 Jahre alt, ist in Grünau im Almtal (Bezirk Gmunden) aufgewachsen und arbeitet als Innenpolitik-Reporterin bei der "Zeit im Bild". Von 2005 bis 2009 studierte sie Journalismus an der FH Wien. Sie ist bereits seit 2008 beim ORF tätig. Nach mehreren Jahren bei der Sendung "Report" berichtet die 32-Jährige seit 2013 nun täglich in der ZIB über die politischen Vorgänge in Österreich. Seit 2017 moderiert sie außerdem die "Pressestunde". "Simone Stribl ist ein Live-Profi seit ihrem ersten Auftritt. Nach ihrer ersten Pressestunde musste man sich fragen – war das ihre Zwanzigste? Mehr gefühlte Routine bei einer Premiere geht nicht", sagt Hans Bürger über Simone Stribl.

WOMAN: Was war für dich die größte Herausforderung am Samstag?
Stribl: Den Überblick zu behalten – an so einem Tag gibt es laufend neue Termine und Pressekonferenzen, die man alle im Auge behalten muss. Wir sind permanent im Regierungsviertel herumgelaufen, um die wichtigsten Statements zu bekommen. Für unsere Zuschauer wollten wir alle neuen Entwicklungen sofort in unserer Live-Sendung berichten.

WOMAN: Wann hast du erfahren, dass du als Außenreporterin im Einsatz sein wirst? Was ging dir da durch den Kopf?
Stribl: Schon am Freitag, als das Video veröffentlicht worden ist, war ich für die ZIB2 im Einsatz. Für mich war klar: Am nächsten Tag will ich unbedingt dabei sein! Ich bin schon seit mehr als zehn Jahren für den ORF in Innenpolitik-Redaktionen – an so einem Tag will ich nicht frei haben. Mein Chef Hans Bürger hat alles koordiniert und meinen Kollegen Matthias Westhoff und mich für eine Pressekonferenz des Bundeskanzlers eingeteilt – ihm verdanke ich nicht nur an diesem Tag, dass ich ganz vorne mit dabei sein konnte. Von einer so großen Live-Sendung war da noch gar nicht die Rede. Was wir wussten: Es wird ein entscheidender Tag für die Regierung.

WOMAN: Was sagst du über das positive Feedback zur Berichterstattung?
Stribl: Uns haben sehr viele Menschen auf die Livesendung angesprochen, auch während wir berichtet haben – es war wirklich sehr schön und motivierend. Auf Twitter gab es viel Lob und es ist vielen aufgefallen, dass unser Chefredakteur Matthias Schrom großes Vertrauen in junge Reporterinnen und Reporter hat. Und als wir am nächsten Tag gesehen haben, wie viele Menschen bei der Livesendung dabei waren – da war ich wirklich stolz auf alle meine Kolleginnen und Kollegen. Es ist eine Teamleistung, denn nicht nur am Ballhausplatz war es stressig an diesem Tag – auch im ORF Zentrum waren sehr viele Menschen im Einsatz, die verantwortlich für den Erfolg dieser Sendungen sind.

WOMAN: Was war im Zuge deiner Arbeit besonders wichtig am Samstag? Was war dein persönliches Ziel in der Berichterstattung für diesen Tag?
Stribl: In hektischen Situationen ist es für mich wichtig, ruhig zu bleiben – vor allem bei Liveschaltungen. Wir hatten an diesem Tag kaum eine ruhige Minute – als Reporterin bin ich immer mit einem Kamerateam unterwegs und alle helfen zusammen. Das Ziel an so einem Tag: Immer dort zu sein, wo sich etwas tut.

WOMAN: Was wäre das schlimmste Szenario für dich gewesen? Und ist dir so etwas schon einmal passiert?
Stribl: Das Schlimmste wäre, live auf Sendung zu sein, ohne es zu wissen – zum Glück ist das am Samstag nicht passiert. Aber ich habe schon einmal in einem Livestream mehrere Minuten in die Kamera geblickt – bis ich aufmerksam gemacht wurde, dass auch Leute zuschauen konnten ;-).

Hier haben wir über Tobias Pötzelsberger berichtet. WOMAN begab sich auf die Spurensuche eines hochtalentierten und sympathischen Journalisten und seiner rasanten Karriere.

Thema: Report