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Beziehung & Partnerschaft: Bist du zu anhänglich? Das kannst du tun!

Ein Zuviel an (emotionaler) Bedürftigkeit kann Beziehungen negativ beeinflussen. 8 Dinge, an denen du erkennst, dass du zu sehr klammerst - und was du dagegen tun kannst!

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Beziehung & Partnerschaft: Bist du zu anhänglich? Das kannst du tun!
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Wir alle sind bis zu einem gewissen Grad in Beziehungen "emotional bedürftig". Das bedeutet nichts anderes, als dass wir in einer schwierigen Zeit mehr emotionale Unterstützung als gewöhnlich benötigen. Wir alle wollen verstanden, unterstützt, geliebt und akzeptiert werden. Es ist völlig in Ordnung, um Hilfe zu bitten ... manchmal. Und das ist OK. Übermäßig emotional bedürftig zu sein - zu fordernd, anhänglich, nervig, zerbrechlich -, kann allerdings eine Katastrophe bedeuten. Und deshalb ist dieser Rat, den wir hier geben, besonders wichtig für Paare.

Eine Person sollte in der Lage sein, auf eigenen Beinen zu stehen, Alleinsein zu tolerieren und auch alleine mit seinen Problemchen klarzukommen, damit eine gesunde Beziehung funktionieren kann. Wie wir unsere Bedürfnisse dabei zum Ausdruck bringen, hat viel mit unserer Persönlichkeit und unserem Bindungsstil zu tun - dieser Stil basiert darauf, wie wir gelernt haben, mit unseren Eltern umzugehen und wie emotional verfügbar sie waren ... oder eben nicht.

Unsichere Menschen sind eher anhänglich

Selbstbewusste, in sich ruhende Menschen präsentieren sich als warmherzig und liebevoll und wurden höchstwahrscheinlich von Menschen erzogen, die beständig, fürsorglich und aufmerksam waren. Unsichere Menschen wirken oft abweisend, gehen Nähe aus dem Weg und sind in einem Umfeld aufgewachsen, das weniger emotional war und in dem Unsicherheit und Bedürftigkeit nicht toleriert wurden.

Menschen mit einem ängstlichen, unsicheren Bindungsstil sind jedoch gerade diejenigen, die oft als überbedürftig angesehen werden. Einige der wichtigsten Merkmale sind:

  • Sie verlangen von ihrem Partner oder ihrer Partnerin, ihre emotionalen Lücken zu schließen - oft auf manipulative Art und Weise.
  • Sie sorgen sich ständig um die Liebe der oder des Anderen und suchen andauernd nach Anzeichen, dass er oder sie sie gar nicht liebt.
  • Sie sind emotional überfordert und "brauchen" ihren Partner oder ihre Partnerin, um sich sicher zu fühlen.
  • Schon kleinste Dinge machen sie unsicher.

Dies führt jedoch oft dazu, dass der Partner oder die Partnerin emotional erschöpft und von der Bedürftigkeit des anderen überwältigt ist. Es ist anstrengend. Und doch tun ängstliche Menschen genau das, wovor sie am meisten Angst haben - sie drängen ihr Gegenüber immer weiter weg. Ihre Verhaltensweisen sind kontraproduktiv, aber im Moment oft schwer zu stoppen.

Dabei gibt es für den Partner oder die Partnerin einer unsicheren Person nichts, was sie tun könnten. Sie können ihnen nicht bei der Weiterentwicklung helfen, ihnen ein Kompliment machen oder sie beruhigen - denn es ist selten genug. Sie haben eine unersättliche und anstrengende emotionale Bedürftigkeit. Sie sind anstrengend und ihre Beziehung wird zu einem Teufelskreis.

Bist du emotional bedürftig? Stell dir folgende Fragen:

  1. Verlangst du von deinem Partner oder deiner Partnerin, dich glücklich zu machen?
  2. Soll dein Partner oder deiner Partnerin ALLE deine Bedürfnisse erfüllen? Sexuell, emotional, ganz allgemein?
  3. Brauchst du von deinem Partner oder deiner Partnerin ständige Bestätigung? Bist du darauf angewiesen und hast du Angst davor, dass er oder sie nicht für dich da ist?
  4. Reagierst du genervt, wenn dein Partner oder deiner Partnerin nicht so reagiert, wie du es dir vorstellst?
  5. Hast du Angst, dein Partner oder deiner Partnerin würde dich verlassen, sobald du alleine bist? Ist es hart, alleine zu sein?
  6. Ist deine Beziehung das Wichtigste für dich? Wie steht es mit den Beziehungen zu deinen FreundInnen oder der Familie?
  7. Macht es dir etwas aus, wenn dein Partner oder deiner Partnerin Dinge ohne dich plant?
  8. Wirst du eifersüchtig, wenn dein Partner oder deiner Partnerin etwas ohne dich macht?

Weniger anhänglich sein: Das kannst du tun, um weniger zu klammern!

1. Werde dir deines Problems bewusst!

Der erste Schritt zur Besserung ist es, das Problem anzuerkennen. Beziehungen machen dich unruhig und ängstlich. Beginne also damit, deinen ängstlichen Bindungsstil zu erforschen und zu herauszufinden, wie du weniger anhänglich und bedürftig wirst. Lerne, die Punkte zu verbinden und zu verstehen, was an deinem Bindungsstil und deiner Erziehung liegt, die die Bedürftigkeit in deiner Beziehung hervorruft. Auf diese Weise kannst du ungesunde Beziehungsmuster erkennen.

2. Sei achtsam!

Lerne, die Angst und die Unsicherheiten des Lebens auszusitzen. Akzeptiere, wie du dich fühlst und urteile nicht über dich selbst. Das Leben ist voller Grautöne, Unsicherheit und unbeantworteter Fragen. Die Unsicherheit kann auch ein Impuls für Veränderungen sein - also sieh es positiv!

3. Keine SMS!

Du hast deinem Partner oder deiner Partnerin eine Nachricht geschrieben, ihn oder sie angerufen, eine Mail geschickt? Gib ihm oder ihr Zeit, um zu antworten. Es besteht keine Notwendigkeit, noch einmal nachzusetzen. Es geht nicht immer um dich - also beziehe es nicht auf dich, wenn jemand nicht sofort antwortet. Überbedürftige Menschen können nicht warten. Stille ist das Schlimmste.

4. Ersticke deinen Partner oder deine Partnerin nicht!

Egal wie nah du einer anderen Person bist, es ist ungesund, die ganze Zeit mit ihr oder ihm zu verbringen. Es überfordert. Und dein Partner oder deine Partnerin wird früher oder später anfangen alles zu tun, um nicht dauernd in eurer Beziehung festzustecken. Wenn es für dich schwierig ist, Zeit für mit dir alleine zu ertragen, wirst du deine Beziehung zwangsläufig sabotieren. In diesem Fall musst du dich manchmal einfach zwingen, euch beiden etwas Platz zu geben. Freiheit in einer Beziehung ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

5. Werde selbstbewusster!

Wer emotional bedürftig ist, hat meistens auch mit einem geringen Selbstbewusstsein zu kämpfen. Fang an, dein Ding zu machen und konzentriere dich mehr auf dich. Mach Sport, ernähre dich gesund, finde ein Hobby, dass dir liegt. Es ist nicht der Job deines Partners oder deiner Partnerin, dein Selbstbewusstsein zu stärken. Das liegt einzig und allein bei dir!

6. Lerne zu vertrauen!

Die Wurzel einer derartigen Abhängigkeit kann auch mangelndes Vertrauen sein. Du hast Angst verlassen zu werden und glaubst den Gefühlen deines Partners oder deiner Partnerin gar nicht so wirklich. Das wiederum setzt das ganze Rädchen erst in Gang. Du fängst an zu klammern. Das stresst und er oder sie zieht sich zurück. Frage dich, warum du nicht vertrauen kannst? Warum hast du Angst, dass jemand dich verlassen könnte? Gibt es dafür überhaupt einen Anlass?

7. Versuche, unabhängiger zu sein!

Du bist nicht von deinem Partner oder deiner Partnerin abhängig. Denke immer daran. Du bist selbst für dein Glück verantwortlich - was kannst du also für mehr Glück in deinem Leben tun?

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