Editorial

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Zwischen all den Schlagzeilen geht oft das Gute verloren.

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in der Sonne und merke, wie wenig es eigentlich braucht, damit sich ein Moment gut anfühlt. Und dann reicht ein Blick aufs Handy, um zu wissen, dass das nicht ganz stimmt: Die Welt und alles, was täglich um uns herum passiert, ist laut, fordernd, oft schwer auszuhalten. Zu viel Bildschirm, zu viele Nachrichten, zu wenig Verbindung, zu wenig Perspektive. Aber jetzt, wo die Tage wieder länger und wärmer werden, merke ich, dass ich das Bedürfnis habe, dem etwas entgegenzusetzen – wieder mehr rauszugehen, um den Kopf frei zu bekommen und klarer zu sehen, was wirklich wichtig ist. 

Diese Ausgabe ist eine Einladung an Sie, genau das zu tun: den Fokus wieder stärker auf das zu richten, was gut ist. Und auf das, was wir verändern können. So wie das einige herausragende Persönlichkeiten tun, mit denen wir für Sie in dieser Green Issue gesprochen haben: Die brasilianische Aktivistin Juma Xipaia ist eine von ihnen: Der österreichische Filmemacher Richard Ladkani hat gemeinsam mit Leonardo DiCaprio einen eindrucksvollen Dokumentarfi lm über jene Frau produziert, die ihr Leben dem Kampf für den Amazonas verschrieben hat. Die 35-Jährige ist permanenter Bedrohung ausgesetzt und hat bereits sechs Mordanschläge überlebt. Aufgeben ist für sie keine Option. Im Gegenteil, im Gespräch mit meiner Kollegin Andrea Wipplinger-Penz sagt die zweifache Mutter: „Widerstand ist auch Fürsorge. Kämpfen ist auch Liebe. Trotz allem weiterzumachen, ist für uns der nachhaltigste Weg, unsere Lieben zu schützen.“ Es liegt an uns, worauf wir den Blick richten. Auf das, was uns lähmt, oder auf das, was möglich ist. Mit den Geschichten auf den kommenden Seiten möchten wir Sie inspirieren: Wir haben nicht alles in der Hand. Aber mehr, als wir oft denken.

Herzlichst

Melanie Zingl

Chefredakteurin

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