
Zwischen Risiko und Rehabilitation: Salz galt lange als der Bösewicht auf unseren Tellern. Doch nun erlebt das weiße Gold eine unerwartete Renaissance - in der Gesundheits-Küche, als Luxus-Duft oder flüssiger Lifestyle-Hack. Warum Salz plötzlich wieder sexy ist und wie wir es kreativ für unser Wohlbefinden nutzen können.
Salz – das war lange Zeit der stille Schuldige in der modernen Ernährung, ein Genussmittel, das man besser meidet. Zu viel davon, so hieß es, erhöhe das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Gesundheitsbehörden weltweit empfahlen Zurückhaltung: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa rät zu maximal fünf Gramm pro Tag, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erlaubt sechs. Doch zuletzt begann der jahrzehntelang gefestigte Ruf des „weißen Gifts“ zu bröckeln. Einige Forscher – darunter der renommierte Schweizer Kardiologe Franz Messerli – plädieren inzwischen für eine differenziertere Sicht. Messerli, einst selbst Verfechter der salzarmen Kost, ist heute überzeugt: Menschen, die moderat mehr Salz zu sich nehmen, leben nicht schlechter – vielleicht sogar länger. „Bis zu zehn Gramm täglich sind unbedenklich“, sagte er in einem Interview mit ORF Science und verweist damit auf eine groß angelegte kanadische Studie im renommierten Wissenschaftsmagazin Lancet, die in dieser Größenordnung kein erhöhtes Gesundheitsrisiko feststellen konnte.