
Im Bereich Anti-Aging sind Peptide gerade der meistdiskutierte Wirkstoff. Doch was macht sie so besonders?
Einfach erklärt sind Peptide verkettete Aminosäuren, die in unserem Körper als Bausteine von Proteinen wie Kollagen, Elastin und Keratin dienen. Das bedeutet, dass sie maßgeblich für Textur, Festigkeit und Spannkraft unserer Haut verantwortlich sind. Tragen wir Peptide in Form von Pflegeprodukten auf unsere Haut auf, können sie wie Kommunikatoren wirken, die unseren Zellen signalisieren, dass sie bestimmte Funktionen ausführen sollen – zum Beispiel die Kollagen- und Elastinproduktion anzukurbeln. Dadurch können sie die Hautbarriere stärken, feine Linien und Falten reduzieren, die Spannkraft der Haut verbessern oder Rötungen und Irritationen minimieren. Außerdem haben sie die Eigenschaft, Wasser zu binden, und sind allgemein sehr gut verträglich. Wichtig ist es jedoch, zu wissen, dass es unterschiedliche Peptide mit verschiedenen Wirkungen gibt.
Anwendungstipps
Unterteilt werden Peptide allgemein in fünf Kategorien: Signalpeptide (geben unserer Haut gezielte Signale und können so etwa die Kollagenproduktion anregen), Trägerpeptide (versorgen die Hautzellen mit Spurenelementen und wirken entzündungshemmend, ein bekanntes Beispiel dafür sind Kupferpeptide), Neurotransmitter-inhibierende Peptide (schwächen Muskelkontraktionen und sorgen so für glatte Haut und bessere Spannkraft), enzymhemmende Peptide (blockieren Enzyme, die die Hautalterung beschleunigen) und antimikrobielle Peptide (haben schützende und antimikrobielle Eigenschaften).
Um ihre vielen Vorteile zu maximieren, werden Peptide in der Hautpflege gerne miteinander sowie mit anderen Wirkstoffen kombiniert – beispielsweise mit Ceramiden, Hyaluronsäure oder Antioxidantien. Wer diese Mixturen dann noch selbst mit Seren kombinieren möchte, sollte genauer hinsehen, denn nicht alle Peptidformen sind ohne Bedenken in die bestehende Routine integrierbar. Vor allem bei Salicylsäure (BHA) und Glykolsäure (AHA) sollte man darauf achten, sie nicht zeitgleich mit der Peptidpflege zu verwenden. Und auch bei der Kombination aus Vitamin C und Kupferpeptiden ist Vorsicht geboten: In manchen Fällen kann Vitamin C die Wirkung des Peptids nämlich verringern. Daher ist es ratsam, die Inhaltsstoffe zu unterschiedlichen Tageszeiten zu verwenden. Generell gilt: Am besten vorsichtig herantasten und im Zweifel vorab bei der Dermatologin oder Kosmetikerin nachfragen.



