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Honeymoon-Zystitis: Blasenentzündung nach Geschlechtsverkehr

Leidest du unter Honeymoon-Zystitis? So wird die durch Sex begünstigte Blasenentzündung auch genannt. Was dein Partner und du zur Vorbeugung tun können.

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Honeymoon-Zystitis: Blasenentzündung nach Geschlechtsverkehr
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Es ist die Leidenschaft, die Leiden schafft. Relativ schnell nach dem Sex brennt deine Scheide und du spürst einen stechenden Schmerz beim Wasserlassen – trotzdem hast du das Gefühl, ständig aufs Klo zu müssen.

"Honeymoon-Zystitis" oder auch "Flitterwochen-Blasenentzündung" wird die durch Sex begünstigte Blasenerkrankung genannt. Verursacht wird sie durch Bakterien, die bei der Penetration oder Übertragung über die Hände in die Harnröhre gelangen und dann weiter in die Blase wandern.

Warum leiden Frauen öfter unter Blasenentzündung?

Das hat vor allem anatomische Gründe. Die weibliche Harnröhre ist nur zwei bis vier Zentimeter lang, die männliche etwa 20 Zentimeter. Bei Frauen müssen Entzündungserreger wie Bakterien also einen viel kürzeren Weg bis zur Blase zurücklegen. Außerdem liegt die Öffnung der Harnröhre bei Frauen näher an der Analregion, wo vermehrt bestimmte Bakterien vorkommen, die zu den häufigen Auslösern einer Zystitis gehören. Achtung also vor allem bei Analsex – der Penis sollte danach nicht mehr in die Vagina eingeführt werden. Sonst steigt das Risiko einer Zystitis enorm! Wenn Frauen länger keinen Sex gehabt haben und dann wieder intim werden, ist das Risiko für eine Honeymoon-Zystitis besonders hoch. "Das ist leider ein häufiges Problem", betont Dr. Husslein, Leitung der Klinik für Frauenheilkunde des AKH Wien. Deshalb sei es wichtig, nach dem Geschlechtsverkehr auf die Toilette zu gehen und die Blase völlig zu entleeren, meint Dr. Husslein. Bei häufiger Blasenentzündung nach dem Sex, solltet ihr unbedingt mit eurem Frauenarzt sprechen. "Wenn viel trinken, warm halten und das Urinieren nach dem Sex nicht helfen, besteht die Möglichkeit ein Medikament mit Ibuprofen nach jedem Verkehr zu nehmen", so Dr. Husslein.

Wie kann ich der Blasenentzündung nach dem Sex vorbeugen?

Ja, es gibt ein paar Möglichkeiten, der Blasenentzündung nach dem Liebesspiel vorzubeugen. Manche Maßnahmen sollten selbstverständlich sein, andere kannst du einfach einführen:

  • Dein Partner sollte sich vor dem Sex die Hände und seinen Penis (vor allem unter der Vorhaut) gewaschen haben. So wird das Risiko, dass Bakterien in die Harnröhre gelangen, minimiert.
  • Auf der Toilette mit dem Klopapier von der Scheide Richtung Anus wischen. Sonst gelangen Darmbakterien in die Vagina und lösen die Zystitis aus.
  • Direkt nach dem Sex auf die Toilette und die Blase vollständig entleeren! So werden Bakterien, die Entzündungen auslösen, schnell wieder ausgeschwemmt.
  • Kondome schützen vor tödlichen Krankheiten – und natürlich auch vor Blasenentzündung. Denn selbst wenn du alle Hygieneregeln befolgst, kann es sein, dass deine Genitalflora und die des Partners einfach nicht so gut harmonieren – die Folge: Irritation der empfindlichen Schleimhäute, Erreger haben leichteres Spiel, um in die Blase aufzusteigen.
  • Damit der Harnröhreneingang durch den Sex nicht überreizt wird, solltest du ein Gleitmittel auf Wasserbasis verwenden.
  • Sex-Spielzeug vor und nach dem Einsatz immer gründlich mit Seife reinigen.

Welche Lebensmittel können der Blasenentzündung vorbeugen

  • Wenn du zu Blasenentzündungen neigst, dann solltest du stark zuckerhaltige Getränke, aber auch Light-Produkte mit künstlichen Süßstoffen meiden. Auch Kaffee ist ein Reizstoff, der die Blase unter Druck setzt. In Maßen darf auch trockener Rotwein getrunken werden oder Pils-Bier, keinesfalls aber Bier mit sogenannten Schwebestoffen (Hefe-Weizenbier).
  • Möglichst viele Suppen und Salate essen, am besten mit Petersilie und Brunnenkresse. Sie enthalten viele wertvolle Vitalstoffe sowie harntreibende und keimtötende Substanzen. Gurken, Tomaten, Pastinaken und Karotten sind gut für die Blase. Spargel aufs Menü zu setzen, lohnt sich gleich dreifach: Das darin enthaltene Aspargin regt Stoffwechsel und Nieren an. A, C und E sind die besten Entzündungsbekämpfer unter den Vitaminen – Spargel enthält viel davon.

Was tun, wenn es doch zu einer Honeymoon-Zystitis kommt?

Am besten ihr geht zu einem Arzt, gebt eine Harnprobe ab und lasst euch untersuchen. Es besteht die Möglichkeit, eine Blasenentzündung mit Antibiotika zu behandlen, da es sich um eine bakterielle Infektion handelt. Antibiotika gegen Blasenentzündung muss euch der Arzt verschreiben. Mit Wärme, Tees und Hausmittel könnt ihr eine leichtere Blasenentzündung behandeln:

  • Harntreibende Heilpflanzenextrakte, die den Urin desinfizieren (z. B. aus Hauhechel, Goldrute und Orthosiphon) helfen, die Blase auszuspülen und so ein schmerzhaftes Fortschreiten der Entzündung zu verhindern. Diese erhältst du in der Apotheke.
  • Viel, viel trinken. Jetzt sind drei Liter Wasser und ungesüßter Tee in rauen Mengen wichtig, um die Bakterien auszuspülen.
  • Die Blase – auch wenn es schmerzt – immer vollständig entleeren. Dabei hilft es, aufrecht und entspannt auf der Toilette zu sitzen, wobei beide Füße fest auf dem Boden stehen.
  • Diese Kur tötet Bakterien, vertreibt die Beschwerden und beugt erneuten Blasenentzündungen vor: Ein Glas Wasser mit einem EL Apfelessig mischen – diesen Trunk dreimal täglich trinken.
  • Cranberrys liefern auch einen Stoff, der die krankmachenden Bakterien einhüllt. Dann können sich die Keime nicht mehr in der Schleimhaut einnisten und werden besser ausgeschieden. Zwei Gläser Cranberry-Saft am Tag trinken!
  • Wärme lindert die krampfartigen Schmerzen und entspannt die Muskulatur der Blase. Warme Sitzbäder und Wärmeflasche sind jetzt eine echte Hilfe!

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