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Unfreiwilliges Zölbiat: Ich hatte ein Jahr lang keinen Sex & das habe ich über mich gelernt

Ein Jahr lang kein Sex? Hört sich lange an - und ist es auch. Unsere Redakteurin verspricht aber, dass du dabei auch einiges über dich selbst lernst.

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sex schlafen

So sah es im Bett unserer Redakteurin lange nicht aus

© istockphoto.com

Ein Jahr ohne Sex. Ganz ehrlich, meine Zwanziger habe auch ich mir anders vorgestellt, aber irgendwie ist es einfach passiert. Eine lange Beziehung ging ziemlich hässlich zu Ende, ich hatte erst mal grundsätzlich keinen Bock auf das männliche Geschlecht und eine Freundin von One Night-Stands war ich auch nie wirklich. So hat es sich vor ein paar Jahren dann einfach ergeben, dass bei mir über ein Jahr lang tote Hose war. Für euch eine gruselige Vorstellung? Keine Traumvorstellung, zugegeben, ich habe in diesen 400 Tagen aber einiges über mich und das Leben gelernt!

400 Tage ohne Sex - das habe ich gelernt!

1. Die ersten paar Monate sind hart

Ich will es gleich zu Beginn sagen: Die ersten paar Monaten kosteten einiges an Willenskraft. Einiges ans Willenskraft, meinem Ex nicht um 02:00 früh zu schreiben, doch noch vorbeizuschauen. Mir fehlte der Sex, die Nähe, die Wärme. Es ging dabei tatsächlich weniger um die Befriedigung selbst, als einfach um das Gefühl dieser unfassbaren, unmittelbaren Nähe zu einer Person. Ich konnte zeitweise an gar nichts anderes mehr denken. In dieser Zeit machte ich wirklich fast exzessiv Sport. Das war das einzige, was half.

2. Mit der Zeit wird man wählerischer

Apropos Sport. Eigentlich ist es mit dem Sex ziemlich ähnlich wie beim Sport: Wenn du erst mal ein paar Monate Pause einlegst, ist es fast unmöglich, wieder anzufangen. Ich wurde bei der Wahl potentieller Flirt- und Sexpartner nach ein paar Wochen Durststrecke immer wählerischer und habe ziemlich viele Sex-Chancen einfach verstreichen lassen. Ich wollte nicht mehr mit dem Nächstbesten ins Bett steigen. Ich hatte es gar nicht nötig. Warum, fragst du dich?

3. Selbst kann ich es mindestens genauso gut

Fakt ist, dass sich die prinzipielle Lust auf Sex reduziert, wenn körperliche Befriedigung länger ausfällt. Dass die Libido in solchen Fällen zurückgeht, ist eigentlich etwas Gutes: Denn sonst wäre der Leidensdruck dann doch zu viel des Guten! Abgesehen davon, dass man natürlich immer auch selbst Hand anlegen kann oder auf vergnügliches Spielzeug zurückgreifen kann. Und das ist wohl der Hauptgrund, warum ich es mit einem neuen Sexpartner gar nicht so eilig hatte. Irgendwann war ich derartiger Pro in Masturbation und Selbstbefriedigung jeglicher Art, dass es sowieso kein Mann hätte besser machen können. Stichwort: Womanizer...

4. Es wird dir alles ein bisschen egaler

Nicht gerade ein sehr feministischer Ansatz, aber es ist eben die Wahrheit: Irgendwann ist es dir völlig egal, wie lange und buschig deine Schamhaare sich derzeit in deiner Unterhose kräuseln. Auch auf die Beinrasur wird im Winter getrost monatelang verzichtet und auch deine "Ranzklamotten" werden irgendwann einen Ticken unsexier. Du bist nicht auf der Suche auf Sex und du siehst auch wirklich nicht so aus. Und irgendwie hat das etwas herrlich Befreiendes!

5. Es IST herrlich befreiend

Sex. Es gibt kaum ein anderes Thema in unserer Gesellschaft und wir sind ständig mit Sexualität in allen Farben und Formen konfrontiert. Während es super ist, dass sie jeder so ausleben kann, wie er möchte und das auch öffentlich postulieren kann, hat es auch etwas unsagbar befreiendes, dass Sex irgendwann kein Thema mehr für dich ist. Irgendwann verschwindet der absolute Sex-Fokus und du bist für ganz andere Themen offen. Du bist frei. So frei, dass an diesem Punkt wohl meistens auch der beste Sex deines Lebens an der nächsten Ecke lauert.

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