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Rosacea: Ursachen, Symptome & Behandlung

Rund 435.000 Tausend Österreicher sind von der unterschätzten Erkrankung Rosacea betroffen, die fälschlicherweise häufig als "Altersakne" diagnostiziert wird. Hier alle Informationen!

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Rötungen und Akne Gesicht - Behandlung

Wer häufig errötet, sollte sich untersuchen lassen.

© istockphoto.com

Rosacea (oder Rosazea) wird verharmlost auch die "Röschenkrankheit" genannt. Es handelt sich um eine entzündliche Hauterkrankung, die im Gesicht, am Hals, Rücken und Dekolleté auftritt. Wir haben mit der Dermatologin, Prof. Dr. Tamara Kopp vom Institut Juvenis über Symptome, Ursachen und Behandlungs-Methoden gesprochen.

Was genau ist Akne rosacea (Altersakne)?

Ab einem gewissen Alter (ca. 35 Jahre) bilden sich plötzlich wieder rötliche, akneähnliche, entzündliche Hautveränderungen im Gesicht. Der Name Akne rosazea ergibt sich daraus, dass bei dieser Erkrankung die feinen erweiterten Äderchen im Gesicht das Hautbild rosa bis violett erscheinen lassen. "Die entzündliche Hauterkrankung an Stirn, Nase, Kinn und Wangen wird häufig mit den Symptomen einer Allergie verwechselt", sagt Dr. Kopp

Wie entsteht Rosacea?

Die Ursachen dafür sind noch unklar. Vermutlich handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen. Störungen im angeborenen Immunsystem, neuroinflammatorische Mechanismen, ultraviolette Strahlung, lokale
Entzündungsreaktionen auf kutane Mikroorganismen, eine Infektion mit Haarbalgmilben, sowie Veränderungen der Gefäß- und möglicherweise Lymphgefäßregulation scheinen eine Rolle zu spielen.

Akne Erwachsene

Woran erkennt man Rosacea?

Zuerst kommt es zu einer Erweiterungen kleiner Gefäße im Gesichtsbereich, zusätzlich entwickeln sich dann Entzündung der Haarfollikel. Der Prozess beginnt schleichend und verläuft stadienartig:

1) Zuerst kommt es zu plötzlich auftretender Gesichtsrötung. Auslöser sind z.B. Temperaturschwankungen, körperliche Anstrengung, Alkohol, scharfe Speisen oder Kaffee.
2) Dann werden dünne Hautgefäße meist an der Nase und den Wangen permanent sichtbar.
3) Später kommen akneartige Pusteln dazu
4) In seltenen Fällen kann es zu einer Vergrößerung der Nase (Knollennase/Rhinophym) und einer Bindehautentzündung an den Augen kommen.

Was kann Rosacea auslösen?

Sogenannte "Trigger" können die Krankheit nicht verursachen, können die Symptome von Rosacea aber verstärken Unsere Expertin Dr. Tamara Kopp empfiehlt deswegen: "Führen Sie ein Tagebuch. Schreiben Sie auf, wann die Rötungen auftreten, um die Auslöser dafür in Zukunft vermeiden zu können."

Alkohol erweitert die Blutgefäße und kann bei Rosacea-Betroffenen einen Krankheitsschub auslösen.

Kälte oder Hitze fördern ebenfalls die Durchblutung und können zu schubweisen Errötungen führen.

Scharfe Speisen können die Haut von Rosacea-Betroffenen regelrecht in Flammen stecken. Die Folge sind Hautrötungen im Gesicht und am Dekolleté.

Stress ist häufig ein Auslöser für Hautrötungen. Am besten ausreichend Erholungsphasen und gezielte Entspannung in den Alltag einplanen.

Sport fördert ebenso die Durchblutung und sorgt bei Betroffenen nicht selten für Hautrötungen, die über Stunden oder sogar Tage anhalten können.

UV-Strahlung sollte größtenteils vermieden werden

Schweregrad von Rosacea

Vorstadium

Hier treten stellenweise Rötungen, die durch verschiedenen Reize ausgelöst werden, auf. Man kennt es von Menschen, die zum Beispiel in unangenehmen Situation plötzlich erröten. Man nennt diese Reaktion "Flush".

Schweregrad I

Hier hält die Gesichtsrötung über einen längeren Zeitraum an und wird teilweise von Begleiterscheinungen wie Brennen, Jucken oder Trockenheit der Haut begleitet. Zusätzlich werden erweiterte Äderchen sichtbar, weswegen man auch den Begriff "Couperose" benutzt.

Schweregrad II

Meist treten in der Mitte des Gesichts kleine Eiterbläschen und gerötete Papeln auf, die sich auf das Dekolleté, den Hals oder die Brust ausbreiten können. Hierbei handelt es sich um Entzündungen, die in den Haarfollikeln entstehen.

Schweregrad IIL

Vor allem bei Männern mit Rosacea können im Spätstadium auch Hautverdickungen auftreten, die sich typischerweise in Form einer Knollennase äußern Diese sogenannten "Phyme" können auch im Bereich der Ohren, des Kiefers und der Augenlider vorkommen.

ACHTUNG: Trockene, gerötete oder brennende Augen können eine Begleiterscheinung von Rosacea sein oder auch als isolierte „Rosazea“ der Augen auftreten.

Was kann man gegen Rosacea tun?

Behandlung mit Medikamenten
Milde Formen lassen sich mit einer topischen Therapie verbessern. Geeignet sind dabei Cremen die Azelainsäure oder auch antibiotische Substanzen wie Metronidazol oder Tetrazykline beinhalten. Auch Ivermectin, das einen antientzündlichen und antiparasitären Wirkansatz bietet, ist eine Option.

Darüber hinaus kann bei stärker ausgeprägter Rosazea und bei Augenbeteiligung eine orale antibiotische Therapie notwendig sein. Auch die Gabe von oralem Isotretinoin ist eine Option.

Creme zum "Erblassen"
Gegen die Röte hilft Brimodin, das nach dem Auftragen auf die Haut die Äderchen „zusammenzieht“ und die Haut „erblassen" lässt. Leider ist der Effekt nur für einige Stunden vorhanden.

Behandlung mit Laser
Die allgemeine Gesichtsrötung und die erweiterten Äderchen im Gesicht lassen sich längerfristig nur mit einer intensiv gepulste Lichtherapie (IPL) oder einer Lasertherapie (z.B. Nd Yag Laser) bekämpfen. "In der Regel braucht man 3 bis 5 Anwendungen, um gute Ergebnisse zu erzielen", erklärt Dr. Kopp. Besteht ein Rhinophym (Knollenanse) kann dieses mit einem ablativen Laser oder auch chirurgisch in Lokalanästhesie oder Vollnarkose abgetragen werden.

Was kann ich selber und unterstützend tun?
-Triggerfaktoren meiden (siehe Punkt Auslöser)
- Milde Gesichtsreinigung: keine Gesichtsreinigung auf alkoholischer Basis, keine Seife zur Gesichtsreinigung
- Konsequenter Sonnenschutz jeden Morgen; am besten mit Tönung zum Kaschieren der Rötung
- es gibt keine spezielle Rosacea-Diät. Man sollte aber „Auslöser“ meiden (Alkohol, stark gewürzten oder heißen Speisen und Getränken).

Absolute No Gos bei Akne:
- Rosacea-Haut reagiert äußerst empfindlich auf chemische und physikalische Reize
- Produkte, die eine Hautirritation verursachen meiden (z.B. Seifen, Alkohole, Menthol, Kampfer, Peelings)
- keine Reibung, kein Versuch die „Pickel“ auszuquetschen
- Direkte Sonneneinstrahlung meiden
- Alkohol, stark gewürzten oder heißen Speisen und Getränken meiden
- Sauna meiden

Unsere Expertin: Univ. Prof. Dr. Tamara Kopp ist Fachärztin für Dermatologie und Venerologie bei Juvenis Wien - dem Center für ganzheitliche Schönheit und Gesundheit.
Themen: Pflege, Beauty-OP