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Sonnenallergie: Das kannst du tun

Rötung, Pickel, Jucken: Symptome einer Sonnenallergie. Die es im medizinischen Sinne eigentlich nicht gibt. Warum du sie trotzdem ernst nehmen solltest erfährst du hier.

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Sonnenallergie: Das kannst du tun
© iStockphoto

Wenn deine Haut nach dem Sonnenbaden Reaktionen zeigt, dann hast du eventuell eine Sonnenallergie. Die Symptome können dabei ganz unterschiedlich ausfallen. Es können Pickel, Pusteln, Knötchen oder Quaddeln entstehen. Bei manchen kommen diese mit Juckreiz oder bei anderen ohne das lästige Gefühl, ständig Kratzen zu müssen.

Langes Sonnenbaden ist ohnehin nicht zu empfehlen. Wenn du dich übermäßig der Sonne aussetzt können vorzeitige Hautalterung, Pigmentflecken und Sonnenschäden die Folge sein. Trotzdem scheint gebräunte Haut für viele noch immer oberste Priorität zu haben. Wenn man so gar nicht darauf verzichten möchte sollte man auf keinen Fall die Sonnencreme und den Sonnenschutz vergessen.

Was versteht man unter einer Sonnenallergie?

Die ultravioletten Strahlungen der Sonne können nicht nur Hautkrebs auslösen. Bei vielen Menschen bewirken sie unangenehme Reizungen auf der Körperoberfläche. Natürliches Licht ist sehr energiereich und fähig, zahllose chemische Reaktionen auszulösen. Kein Wunder, wenn der Organismus auf einige buchstäblich mit einer Sonnenallergie reagiert.

Im medizinischen Sinne handelt es sich hierbei nicht um eine echte Allergie. Unter dem Begriff "Sonnenallergie" werden eigentlich verschiedene Formen einer ungewöhnlichen, übermäßigen Reaktion auf das Sonnenlicht zusammengefasst. Sie ist also eine Überempfindlichkeit auf die UV-Strahlung.

Ursachen Sonnenallergie

Die genauen Ursachen, welche die typischen Hautveränderungen bei einer Sonnenallergie auslösen, sind noch unbekannt. Man geht jedoch davon aus, dass die UV-Strahlen der Auslöser sind.

Polymorphe Lichtdermatose

Die häufigste Form der Sonnenallergie ist die "polymorphe Lichtdermatose", die durch zu viel Sonne vor allem im Gesicht, an Dekolleté und Armen auftritt. Verantwortlich für diese sind vor allem UVA-Strahlen, die auch durch Glas, zum Beispiel beim Autofenster, dringen können.

Der Begriff setzt sich aus den griechischen Worten für "vielgestaltig" (polymorph), "Licht" (Photo) und "Hauterkrankung" (Dermatose) zusammen. Mit 90 Prozent ist sie die häufigste Form einer durch Licht ausgelösten Hauterkrankung.

Im Normalfall reagiert der Körper mit einer verstärkten Produktion von Melanin (Hautpigmenten) um sich vor der Sonne zu schützen. Diese lassen deine Haut braun aussehen. Ihre Aufgabe ist es, das Erbgut in den Zellen vor UV-A- und UV-B-Strahlung zu schützen. Bei einer Lichtdermatose funktioniert dieser Schutzmechanismus nicht ausreichend und der Körper kann sich nicht mehr vor der Sonneneinstrahlung schützen. Die typischen Symptome, die denen bei Allergien ähneln, sind dann die Folge.

Tritt die Sonnenallergie nur im Sommer auf?

Mit 10 bis 20 Prozent sind vor allem Menschen in Mitteleuropa, Skandinavien und den USA von einer Sonnenallergie betroffen. Aufgrund des Klimas in diesen Regionen kommt diese Art der Sonnenallergie meist in den Frühjahrsmonaten von März bis Juni vor - wenn die Haut noch nicht so an die Sonneneinwirkung gewöhnt ist. Aber die Sonnenallergie ist nicht allein auf den Sommer beschränkt. Bei Reisen in sonnenreiche Regionen kann sie natürlich zu jeder Jahreszeit auftreten.

© Elke Mayr

Sonnenallergie Symptome und Hautreaktionen

Diese können sehr unterschiedlich in Art und Schwere ausfallen. Sie treten nicht immer direkt nach dem Aufenthalt in der Sonne auf, sondern manchmal auch viel später. Oft treten sie dann auf, wenn die Haut über eine längere Zeit weniger der Sonne ausgesetzt war. Das passiert beispielsweise im Frühjahr oder im Badeurlaub am Strand.

Symptome - Polymorphe Lichtdermatose

Sie tritt meist in den Monaten März bis Juni auf. Sie betrifft vor allem Hautpartien, die noch nicht an die Sonne gewöhnt sind. Das sind zum Beispiel Ausschnitt, Schultern, Innenseite der Arme oder Nacken. Meistens treten Quaddeln, Juckreiz sowie Bläschen oder Knötchen auf. Der betroffene Hautbereich kann auch anschwellen. Außerdem zeigen sich bei der Lichtdermatose die Symptome manchmal zeitlich verzögert - erst Stunden später oder bei Einigen auch Tage nach dem Kontakt mit der Sonneneinstrahlung.

Andere Formen der Sonnenallergie und ihre Symptome

Mallorca Akne

Sie ist mit 10 bis 20 Prozent eher eine seltene Form der Sonnenallergie, die vor allem bei Urlauben im Süden auftritt. Sie wird auch Sommer-Akne genannt. Es handelt sich dabei aber ebenfalls nicht um eine echte Allergie, sondern um eine Unverträglichkeit auf das Sonnenlicht. Sie tritt durch Reaktionen zwischen dem UV-Licht der Sonne und Inhaltsstoffen der Sonnenschutzmittel oder anderer Körperpflegemittel auf. Dabei führen fetthaltige Sonnenschutzmittel oder Körpertalg unter UV-Einwirkung zu Entzündungen. Oft treten die Beschwerden erst einige Tage nach dem ersten Sonnenbad des Jahres auf.
Auf Hals, Nacken, Schultern oder Rücken entstehen kleine Knötchen, ähnlich wie bei Akne. Die Sonnencreme soll frei von Emulgatoren sein und die Haut frei von Kosmetika.

Photoallergische Reaktionen

Viele Stoffe bilden durch Reaktion mit dem Sonnenlicht Abbauprodukte, die Allergien oder Hautverfärbungen auslösen können, was als "photoallergische Reaktion" bezeichnet wird. Dazu zählen etwa bestimmte Arzneimittel (z.B. Antibiotika), oder der Kontakt mit manchen Pflanzen (Sellerie, Petersilie, Zitrusfrüchte) oder Parfums. Bestimmte Stoffe machen dabei die Haut lichtempfindlicher.

Die typischen Sonnenallergie Symptome wie Juckreiz oder eine erhöhte Sonnenbrand-Neigung treten dann als Folge auf. Die Haut kann auch von Juckreiz, brennenden Schmerzen oder Verfärbungen betroffen sein. Zudem kann auch ein starker Sonnenbrand entstehen.

Behandlung: Was tun bei Sonnenallergie?

Wenn du unter den Symptomen einer Sonnenallergie leidest, solltest du dich schnellstmöglich aus dem Sonnenlicht begeben. Falls das nicht geht, trägst du am besten eine Sonnencreme mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor (LSF) auf. Deine Haut solltest du so gut wie möglich mit Kleidung abdecken, um dich vor den Strahlen zu schützen .

Bei photoallergischen Reaktionen sollte unbedingt die auslösende Substanz vermieden werden.

Medikamentöse Behandlung bei Sonnenallergie

Bei schweren Fällen von Sonnenallergie wird am besten zu Medikamenten gegriffen. Salben oder Tabletten mit Antihistaminika können den Juckreiz mildern, beispielsweise bei Mallorca Akne. Der Arzt oder die Ärztin können auch kortisonhaltige Präparate verschreiben, um die entzündliche Reaktionen der Haut zu stoppen. Dies könnte etwa bei einer photoallergischen Reaktion notwendig sein.

Weitere Tipps bei Sonnenallergie:

  • Zur Linderung einer Sonnenallergie dienen kühlende Gele mit Eichenbaumrinde oder Hydrokortison (rezeptfrei, Apotheke).
  • Auch frischer Aloe-Vera-Saft oder Aloe-Vera-Gel lindert die Beschwerden einer Sonnenallergie.
  • Thermalwassersprays sind ebenfalls ein guter Tipp bei einer Sonnenallergie: Sie enthalten Heilwasser, das die Entzündung hemmt.
  • Vitamin E bindet freie Radikale und lindert Entzündungen. Avocados, Nüsse und pflanzliche Öle sind jetzt die richtigen Lebensmittel für dich.
  • Topfen zeichnet sich durch seine kühlende Eigenschaft aus. Bei Sonnenallergie aufstreichen, mit einem feuchten Tuch locker abdecken und abwaschen, wenn die Masse getrocknet ist.
  • Vielen hilft es, nicht nachzucremen. Soll heißen: Einmal ordentlich mit medizinischer Sonnenlotion eincremen, dann mit mildem Waschgel abwaschen, kühlen und nicht mehr in die Sonne. Erneutes eincremen kann Sonnenallergie enorm triggern.

Sonnenallergie vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn du erst gar keine Sonnenallergie bekommst. Deshalb solltest du folgende Punkte beachten:

  • Verwende ausreichend Sonnencreme und achte auch einen hohen Lichtschutzfaktor mit mindestens LSF 30.
  • Mittags ist die Strahlung am intensivsten - besser drinnen bleiben.
  • Kleidung tragen! Sonnenhüte, Tücher, Blusen & Co schützen auch am Strand vor Sonnenlicht, da sie dieses teilweise abhalten. Bei Sportbekleidung geben Hersteller sogar meist einen UV-Schutzfaktor an.
  • Nutze beim Sonnenbad fett-, emulgator- und parfümfreie Gel-Produkte.
  • Bereite dich langsam auf die Sonne vor. Steiger die Dauer, in der du dich in der Sonne befindest langsam.
  • Es gibt Nahrungsergänzungsmittel mit Betacarotin und Kalzium, die deiner Haut helfen mit der UV-Strahlung fertig zu werden.
  • Gewöhne deine Haut langsam an die Sonne. Wenn du dich an den ersten heißen Tagen in die Mittagssonne knallst, wirst du auch weiterhin eine Sonnenallergie bekommen.
  • Auch Folsäure und Nicotinsäureamid (alles rezeptfrei, Apotheke) können einer Sonnenallergie und damit verbundenen Hautausschlägen vorbeugen.
  • Keine Sonnencreme mit Bräunungsaktivator verwenden.

Warum du die Sonnenallergie ernst nehmen solltest

Die extreme Überreaktion deiner Haut in Form der Sonnenallergie zeigt, dass du zu viel UV-Strahlung abbekommen hast. Und die kann zu Hautkrebs führen. Deshalb solltest du im Schatten liegen, einen hohen UV-Schutz verwenden und immer wieder Pausen einlegen.

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