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Sonnenallergie: Darum solltest du sie ernst nehmen!

Rötung, Pickel, Jucken: Symptome einer Sonnenallergie. Die es im medizinischen Sinne eigentlich nicht gibt. Warum du sie trotzdem ernst nehmen solltest.

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Sonnenallergie: Darum solltest du sie ernst nehmen!
© iStockphoto

Ich bin eigentlich eher Modell "Grillhenderl". Ich werde leicht braun – und seit ich ein Teenager bin, knalle ich mich im Sommer schonungslos in die Sonne. Lange ohne Probleme. Doch seit ein paar Jahren habe ich nach intensiven Sonnenbädern immer wieder einen Ausschlag – vor allem auf dem Dekolletè. Rote Pünktchen, kleine Pickelchen, ein unangenehmes Jucken.

Was versteht man unter einer Sonnenallergie?

Allesamt Symptome einer Sonnenallergie – die es im medizinischen Sinne kurioserweise gar nicht gibt. Unter dem Begriff „Sonnenallergie“ werden eigentlich verschiedene Formen einer ungewöhnlichen, übermäßigen Reaktion auf Sonnenlicht zusammengefasst, bei denen es sich im engeren Sinne nicht immer um eine tatsächliche allergische Reaktion handelt.

In den meisten Fällen ist mit Sonnenallergie die sogenannte polymorphe Lichtdermatose oder auch polymorphe Photodermatose gemeint. Dieser Begriff setzt sich aus den griechischen Worten für „vielgestaltig“ (polymorph), „Licht“ (Photo) und „Hauterkrankung“ (Dermatose) zusammen. Mit 90 Prozent ist sie die häufigste Form einer durch Licht ausgelösten Hauterkrankung.

Warum entsteht eine Sonnenallergie?

Die ultravioletten Strahlungen der Sonne können nicht nur Hautkrebs auslösen. Bei vielen Menschen bewirken sie unangenehme Reizungen auf der Körperoberfläche. Natürliches Licht ist sehr energiereich und fähig, zahllose chemische Reaktionen auszulösen. Kein Wunder, wenn der Organismus auf einige buchstäblich allergisch reagiert.

Tritt die Sonnenallergie nur im Sommer auf?

Mit 10 bis 20 Prozent sind vor allem Menschen in Mitteleuropa, Skandinavien und den USA von einer Sonnenallergie betroffen. Aufgrund des Klimas in diesen Regionen kommt diese Art der Sonnenallergie meist in den Frühjahrsmonaten von März bis Juni vor - wenn die Haut noch nicht so an die Sonneneinwirkung gewöhnt ist. Aber die Sonnenallergie ist nicht allein auf den Sommer beschränkt. Bei Reisen in sonnenreiche Regionen kann sie natürlich zu jeder Jahreszeit auftreten.

Welche Arten der Sonnenallergie gibt es?

  • Die "Mallorca-Akne": Dabei führen fetthaltige Sonnenschutzmittel oder Körpertalg unter UV-Einwirkung zu Entzündungen. Oft treten die Beschwerden erst einige Tage nach dem ersten Sonnenbad des Jahres auf.
  • Durch Parfums ausgelöste Sonnenallergie: Bestimmte Duftstoffe verändern sich unter Sonneneinfluss. Das Immunsystem hält sie dann für Giftstoffe und löst Entzündungen aus. Auch Medikamente und Pflanzenstoffe können dafür die Ursache sein.
  • Ohne Einwirkung von Fremdstoffen: Auch ohne Einwirkung fremder Stoffe reagiert die Haut überempfindlich auf das ungewohnte Licht.

Was hilft bei Sonnenallergie?

  • Zur Linderung einer Sonnenallergie dienen kühlende Gele mit Eichenbaumrinde oder Hydrokortison (rezeptfrei, Apotheke).
  • Auch frischer Aloe-Vera-Saft lindert die Beschwerden einer Sonnenallergie.
  • Thermalwassersprays sind ebenfalls ein guter Tipp bei einer Sonnenallergie: Sie enthalten Heilwasser, das die Entzündung hemmt.
  • Vitamin E bindet freie Radikale und lindert Entzündungen. Avocados, Nüsse und pflanzliche Öle sind jetzt gut für dich.
  • Topfen zeichnet sich durch seine kühlende Eigenschaft aus. Bei Sonnenallergie aufstreichen, mit einem feuchten Tuch locker abdecken und abwaschen, wenn die Masse getrocknet ist.
  • Die juckenden Stellen mit einer Lösung aus 2 TL Apfelessig und 1/4 l abgekochtem Wasser einreiben, trocknen lassen.

Wie beuge ich einer Sonnenallergie vor?

Am besten ist es natürlich, wenn du erst gar keine Sonnenallergie bekommst. Deshalb solltest du folgende Punkte beachten:

  • Nutze beim Sonnenbad fett-, emulgator- und parfümfreie Gel-Produkte.
  • Bereite dich langsam auf die Sonne vor. Steiger die Dauer, in der du dich in der Sonne befindest langsam.
  • Es gibt Nahrungsergänzungsmittel mit Betacarotin und Kalzium, die deiner Haut helfen mit der UV-Strahlung fertig zu werden.
  • Gewöhne deine Haut langsam an die Sonne. Wenn du dich an den ersten heißen Tagen in die Mittagssonne knallst, wirst du auch weiterhin eine Sonnenallergie bekommen.
  • Auch Folsäure und Nicotinsäureamid (alles rezeptfrei, Apotheke) können einer Sonnenallergie und damit verbundenen Hautausschlägen vorbeugen.

Warum du die Sonnenallergie ernst nehmen solltest:

Die extreme Überreaktion deiner Haut zeigt, dass du zu viel UV-Strahlung abbekommen hast. Und die kann zu Hautkrebs führen. Deshalb solltest du im Schatten liegen, einen hohen UV-Schutz verwenden und diesen nach jedem Bad in Pool oder Meer nachcremen.