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Taschengeld: So lernen Kinder den richtigen Umgang mit Geld

Wann und wie viel Taschengeld soll ich meinem Kind geben? Um Eltern eine Orientierung zu geben, findest du hier Tipps zum richtigen Umgang mit Taschengeld.

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Kinder, Umgang, Taschengeld
© Elke Mayr

Taschengeld als Teil der Erziehung

In der Erziehung sehen neun von zehn Österreicher:innen das Thema Geldwirtschaft als wichtig an, das geht aus einer aktuellen Integral-Umfrage im Auftrag des Erste Financial Life Park (FLiP) hervor. Drei Viertel der Befragten meinen, dass der Umgang mit dem Euro und den damit einhergehenden finanziellen Wünschen den Kindern von klein auf beziehungsweise spätestens ab dem Volksschulalter nähergebracht werden sollte.

»Durch Taschengeld lernen Kinder den Umgang mit Geld.«

Die Lerneffekte sind für Österreichs Eltern relevante Motive für Taschengeld: Den Kindern soll mittels Taschengeldvergabe beigebracht werden, sich das Geld einzuteilen (95 %), einen Geldbetrag einzuschätzen (94 %) und Verantwortung zu übernehmen (93 %). 41 Prozent der Eltern geben ihren Kindern aufgrund gesellschaftlichen Druckes Taschengeld.

Wie viel Taschengeld ist für welches Alter geeignet?

"Aus dem Bauch heraus ist das natürlich schwer zu sagen. Man kann sich aber mit einer simplen Formel helfen: Bei Kindern empfehlen wir als wöchentliches Taschengeld 30 bis 50 Cent multipliziert mit dem Alter des Kindes. Bei Jugendlichen sind es monatlich gesehen 2 bis 3,60 Euro mal dem Alter", sagt Philip List, Leiter des FLiP.

Taschengeld-Formel

Kinder: € 0,3 - € 0,5 x Alter = Betrag/Woche
Jugendliche: € 2 - 3,6 € x Alter = Betrag/Woche

"Es geht beim Taschengeld aber nicht allein um die Summe. Vielmehr ist das Taschengeld ein tolles Instrument für Finanzbildung in jungen Jahren. Als ‘Gehalt‘ für Kinder und Jugendliche stellt es einen sehr niederschwelligen Einstieg dar", so List weiter. Das sehen auch 8 von 10 Österreicher:innen so: Sie sagen, dass Taschengeld ein geeignetes Mittel ist, um dem Nachwuchs den Umgang mit Geld beizubringen.

FLiP, Grafik, Taschengeldempfehlung
Quelle: financiallifepark.at/taschengeldleitfaden

9 Tipps zum richtigen Umgang mit Taschengeld

1

Schuleintritt als Starttermin
Der Schuleintritt ist ein guter Zeitpunkt, um mit Taschengeld zu starten. Die Taschengeld-Formel (siehe rosa Kasten oben) gibt eine Orientierung, wann wie viel Geld ausbezahlt werden sollte.

2

Taschengeld steht zur freien Verfügung
Der Nachwuchs sollte über die Verwendung des Taschengeldes selbst entscheiden. Das Kind kann das eigene Geld ausgeben, wofür es will (solange es ihm nicht schadet).

3

Taschengeld regelmäßig und pünktlich auszahlen
Ein wichtiger Punkt ist auch die Verlässlichkeit. Das Kind lernt Vereinbarungen als etwas Verbindliches anzusehen. Für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr bietet sich eine wöchentliche Auszahlung an. Ab dem 13. Lebensjahr ist es ratsam, auf eine monatliche Auszahlung zu wechseln, zum Beispiel via Überweisung auf ein Jugendkonto.

4

Kein Vorschuss und keine Nachzahlung
Das Kind lernt, die vorhandenen Ressourcen einzuteilen. Geld kann knapp werden und spontane Wünsche sind nicht immer gleich erfüllbar. Diese Erkenntnis ist für eine erfolgreiche Geldverwaltung eine wichtige Voraussetzung.

Kinder, Umgang, Taschengeld
5

Kein Taschengeld für Hausarbeiten
Hilfe im Haushalt sollte nicht bezahlt werden, da das Kind Teil der Familie ist und alle Mitglieder mithelfen sollten. Wenn Haushaltsarbeiten über das übliche Maß gemacht werden, kann sich das Kind auf diese Weise etwas dazuverdienen.

6

Keine Bestrafung mit dem Taschengeld
Da das Taschengeld kein Belohnungs- und Strafinstrument werden soll, sollte es unabhängig von Leistung ausbezahlt werden. Sonst würde es seine Funktion verlieren, Kinder zur Selbstständigkeit zu erziehen. Auch bei schlechtem Benehmen sollte das Taschengeld ausbezahlt werden – wenn aber das Kind beispielsweise absichtlich etwas zerstört, kann der Schaden mit dem Taschengeld bezahlt werden.

7

Kindern das Sparen vorleben
Studien zeigen, dass der Umgang mit Geld, so wie er von den Eltern vorgelebt wurde, in den meisten Fällen übernommen wird. Pädagogische Geschichten rund ums Sparen sind gerade für junge Kinder ebenfalls sehr empfehlenswert.

8

Taschengeld ist nicht für Grundbedürfnisse gedacht
Ausgaben für Essen, Gewand sowie Schulsachen gehören nicht zum Taschengeld. Sollte sich das Kind tagsüber selbst versorgen, so sollte ihm dafür extra Geld mitgegeben werden. Ausnahmen sind zum Beispiel eine mutwillige Zerstörung oder der große Wunsch nach einem teuren Kleidungsstück. Dann kann sich das Kind finanziell beteiligen.

9

Taschengeld soll dem Lebensstandard der Familie entsprechen
In finanziell schwierigen Zeiten kann es sein, dass Eltern dem Wunsch nach einer Erhöhung des Taschengeldes nicht erfüllen können. FLiP-Leiter Philip List: "Wichtig ist es, dem Kind die Höhe des Taschengeldes zu erklären und es in den Kontext des Haushaltsbudgets zu setzen."

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