
Wie fühlt sich ein Leben an, von dem man keine Pause braucht?
Mal ehrlich: Wie oft haben Sie heuer schon gedacht: Ich bin urlaubsreif !? Ich frage, weil mir dieser Satz in den vergangenen Wochen ständig begegnet ist. Im Büro. Beim Abendessen mit Freund:innen. In den sozialen Medien. Fast so, als wäre es inzwischen ein offizieller Zustand geworden. Irgendwo zwischen erschöpft und ausgebrannt. Und dabei habe ich mir gedacht: Warum eigentlich? Wann haben wir begonnen, ein Leben zu führen, von dem wir uns mehrmals im Jahr erholen müssen? Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich liebe alles am Sommer. Die ersten Sonnenstrahlen am frühen Morgen, wenn die meisten Menschen noch schlafen; die salzige Haut nach einer Abkühlung im Meer; Bücher mit nassen Eselsohren und Sand zwischen den Seiten. Und das Gefühl, dass die Welt im Juli ein bisschen langsamer wird. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass die wahre Freiheit nicht darin liegt, möglichst schnell in den Urlaub zu fl iehen, sondern sich einen Alltag einzurichten, der sich auch im September richtig gut anfühlt.
Deshalb widmen wir diese Ausgabe der Stimmung, die bei vielen mit der Feriensaison einsetzt – mehr Leichtigkeit, weniger Müssen –, und der Frage, warum wir all das eigentlich immer nur auf fünf Wochen im Jahr verschieben. Wie wir dauerhaft dorthin gelangen, haben meine Kolleginnen Nina Horcher und Angelika Strobl für Sie recherchiert. Eine Erkenntnis, die mir besonders hängen geblieben ist: Erholung ist nicht das Gegenteil von Leistung, sondern ihre wichtigste Voraussetzung. Außerdem finden Sie auf unsere Fashion- und Beauty- Favoriten für die nächsten Wochen, außergewöhnliche Grillrezepte und Geschichten, die neue Perspektiven eröffnen. Denn das schöne Leben beginnt nicht erst am Strand, sondern genau jetzt – an einem ganz gewöhnlichen Donnerstag.
Herzlichst
Melanie Zingl
Chefredakteurin
