Reset: Wie Foam Luxusstücke neues Leben gibt

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Foam Tüte

Das Service ist nicht nur im Store im 3. Bezirk, sondern auch via Versand möglich

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Aus einem persönlichen Bedürfnis heraus entstanden - weil ihre ersten eigenen Designersneaker Flecken bekamen -, setzt Sasha Suvorovas Unternehmen Foam mittlerweile neue Maßstäbe in der Luxus-Restauration von Taschen und Schuhen.

Auf Instagram finden sich in letzter Zeit immer wieder Vorher/Nachher-Videos restaurierter Bags in meinem Feed – als Vintage-Fan fasziniert mich das Ergebnis jedes Mal. Grund genug, eine meiner alten Taschen einem Reset zu unterziehen. Die flashy 90er-Jahre-Chanel habe ich extrem günstig secondhand entdeckt – der gute Preis lag an Flecken und schlecht gefärbten Ecken (ich sage nur: falscher Gelbton). Eindeutig ein Job für Foam!

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ZEITGEIST GETROFFEN. Unternehmerin und Influencerin Sasha Suvorova gründete Foam 2023

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Als ich ankomme, sehe ich begehrte It-Bags von Hermès und Loafer von Loro Piana in den Regalen des kleinen Ladens im 3. Bezirk mit integrierter Werkstatt. Hier ist man darauf spezialisiert, Stücke zu retten, die eigentlich schon abgeschrieben wurden, wie abgewetzte Schuhe, Taschen mit Schäden, Preloved-Lieblingsstücke mit (zu viel) Patina. Gegründet 2023, versteht sich die Firma nicht als klassische Reinigung, sondern als Care-Service für Luxusaccessoires. Die Idee dazu entstand, als Sasha Suvorovas erste Designersneaker von Dolce & Gabbana im Marokko-Urlaub durch den roten Wüstensand schmutzig wurden – und der 25-Jährigen klar wurde, wie schnell selbst hochwertige Stücke unansehnlich (und somit relativ wertlos) werden können. Weil sie in ihrer Wahlheimat Wien keine Adresse fand, wo man über oberflächliche Reinigung hinaus arbeitete, gründete sie Foam und lernte von der Pike auf, wie man Materialien restauriert und aufarbeitet. Kratzer verschwinden, Farben werden aufgefrischt, Leder erhält seine Struktur zurück.

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Mit Videos und Vorher/ Nachher-Bildern von Bags und Schuhen geht Foam regelmäßig auf Social Media viral. Bei der Chanel- Tasche von WOMAN- Modechefin Michaela Strachwitz sieht man den Unterschied © Werk
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Nacher © Werk

Franchise

Im Unterschied zu traditionellen Werkstätten positioniert sich Foam im ästhetischen Kontext samt coolem Social-Media-Auftritt und als Service, das Pflege mit Lifestyle verbindet. Das kommt an. Mittlerweile hat die gebürtige Russin fünf Mitarbeiter:innen und bietet ihr Modell seit heuer auch als Franchise an.

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Die Reinigungstechniken lernte Sasha bei verschiedenen Taschnern und Lederprofis, viele der verwendeten Spezialputzmittel werden selbst hergestellt.

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Profi-Tipps

Foams klare Botschaft: Lieblingsteile gut pflegen, damit sie gar nicht erst so stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Generell gilt: Sollten Stücke nass werden, bei Raumtemperatur trocknen – nie beim Heizkörper oder mittels Föhn. Ein No-Go für den Profi: handelsübliche Imprägniersprays und aggressive Reinigungsprodukte mit Alkohol (auch bei Parfum aufpassen!). Dafür gelegentlich professionelle Ledercremes oder -lotionen verwenden, um die Weichheit und Flexibilität der Stücke zu erhalten.

Und: Taschen mit einem Formhalter im Staubbeutel aufbewahren. Mache ich natürlich auch mit meinem gelben Schatz, der nun wieder wie in den Nineties strahlt!

Über die Autor:innen

Bild von Michaela Strachwitz

Michaela Strachwitz

Chefredakteurin für Mode, Beauty & Lifestyle

Michaela ist seit 2024 Chefredakteurin bei WOMAN für die Themen Mode, Beauty & Lifestyle. Davor war sie 8 Jahre lang stellvertretende Chefredakteurin und 9 Jahre Chefin vom Dienst.

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