
Karrieren im Wandel: Was wir jetzt für die Zukunft lernen und welche Skills dabei zunehmend gefragt sind – ein Ausblick.
Die erfolgreichsten Menschen werden in den nächsten zehn Jahren nicht jene sein, die alles wissen, sondern jene, die neugierig bleiben, mit Technologien umgehen können, Verantwortung übernehmen und bereit sind, ihr Wissen laufend weiterzubringen“, wirft Astrid Holzer einen Blick in die Zukunft. Die Direktorin leitet seit 2023 die VBS Floridsdorf mit der CyberHAK und beschäftigt sich damit, wie sie ihre 800 Schüler:innen optimal auf die großen Umbrüche unserer Welt vorbereiten kann. Eines steht schon mal fest: Die künstliche Intelligenz verändert rapide den Jobmarkt. „Wir stehen am Beginn einer Entwicklung, die die Arbeitswelt ähnlich stark umbauen wird wie einst die Industrialisierung beziehungsweise die Einführung des Internets“, gibt Holzer zu bedenken.


Astrid Holzer: Die Direktorin leitet seit 2023 die VBS Floridsdorf. Mit der CyberHAK bietet die Schule eine zusätzliche Spezialausbildung an.
© PrivatIhre Kollegin Evelyn Meyer, Schulleiterin der VBS Akademiestraße, weist darauf hin, dass sich durch die Digitalisierung und die KI der Schwerpunkt des Unterrichtens maßgeblich verändert: weg von der Vermittlung von Faktenwissen, hin zum Kompetenzaufbau. „Lernbereitschaft wird zunehmend wichtiger als reines Faktenwissen, das sich laufend verändert“, so die Expertin.
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Evelyn Meyer: Schulleiterin der Vienna Business School in der Akademiestraße. Logistik und Gesundheit sind zwei Schwerpunkte des Hauses.
© Gerry FrankImmer mehr Bedeutung gewinnen dabei „transversale Kompetenzen“, also die Fähigkeit, vorhandenes Wissen und Können auf neue und komplexe Situationen zu übertragen. Zu diesen „Future Skills“ zählen Innovationskraft und Kreativität, kritisches Denken, Kommunikation, Kooperation und Selbstwirksamkeit. Aber auch Resilienz und Empathie, Motivation und vor allem Lernbereitschaft. Das bestätigt Holzer: „Gerade weil Maschinen immer mehr Aufgaben übernehmen können, werden diese Skills zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“ Die Wirtschaftspädagogin betont, dass in nahezu allen Berufen Digitalisierung und KI zum Standard werden und dadurch viele Routinetätigkeiten automatisiert werden. Die Fähigkeit, digitale Werkzeuge sinnvoll einzusetzen, wird immer wichtiger. „Die Frage wird nicht mehr sein, ob man mit KI arbeitet, sondern wie kompetent man sie nutzt.“
Dadurch, dass sich Technologien, Berufe und Qualifikationsanforderungen laufend transformieren, verändern sich auch Karrierewege. „Früher konnte man jahrzehntelang von einer Ausbildung profitieren. Heute wird lebenslanges Lernen zur neuen Normalität. Künftig werden erfolgreiche Berufswege dadurch gekennzeichnet sein, dass Menschen bereit sind, sich immer wieder neu zu orientieren und weiterzubilden“, erklärt Holzer. „Karrieren werden zunehmend modular. Menschen werden mehrmals im Berufsleben neue Aufgabenfelder übernehmen und sich regelmäßig weiterqualifizieren müssen. Genau aus diesem Grund versuchen wir, unseren Schüler:innen einen ‚Werkzeugkoffer‘ mit Basiswissen, aber auch vielen Kompetenzen mitzugeben.“
Dass sich berufliche Lebensläufe immer weniger linear gestalten werden, sieht auch Meyer stark im Kommen. „Bei der Personalauswahl wird stärker auf nachweisbare Kompetenzen geachtet werden“, weiß sie. Auf welche Aus- und Weiterbildungen Menschen mit Betreuungspflichten setzen sollen? „Es gibt eine Vielzahl an Online-Fortbildungsangeboten, die zeitlich flexibel und ortsunabhängig genutzt werden können. Frauen rate ich, Netzwerke mit anderen Kolleginnen zu bilden, um sich gegenseitig zu unterstützen“, so Meyer. Denn: „Man muss nicht immer den großen Karrieresprung planen. Oft reichen bereits kleine, kontinuierliche Weiterbildungsschritte, um neue Möglichkeiten zu eröffnen“, rät auch Holzer und verweist auf berufsbegleitende Studiengänge, Zertifikatslehrgänge, Online-Kurse und Mikro-Credentials (kompakte Bildungskurse), die flexibel absolviert werden können.
Ihr Tipp: Gerade im Bereich Cybersecurity bestehe ein wachsender Fachkräftebedarf, sodass auch Quereinsteiger:innen sehr gute Chancen haben. Für Meyer gehört zum Erfolg vor allem die Freude am Tun: Man müsse seinen Job gerne machen, um langfristig Motivation und Energie daraus schöpfen zu können. Das weiß sie aus eigener Erfahrung. Fehlt diese innere Überzeugung, steige die Gefahr, auszubrennen, betont sie abschließend.
Fonds der Wiener Kaufmannschaft
Als zweitgrößter privater Schulerhalter betreibt er sechs Standorte der Vienna Business School (VBS) mit einem breiten Angebot an wirtschaftsnahen Ausbildungszweigen.
















