
Auf der Möbelmesse Salone del Mobile zeigt sich Design in vielen neuen Facetten. Drei Themen, die dieses Jahr besonders auffielen.
Handwerk Reloaded
Mehr Bewusstsein fürs Handwerk, das zog sich wie ein roter Faden durch die diesjährige Möbelmesse. Und manchmal wurde daraus auch ein Statement. Die Textilmanufaktur Rubelli (o.) widmete sich mit „About Silk“ im Showroom in der Via Fatebenefratelli einer Installation des chinesischen Künstlers und Aktivisten Ai Weiwei. Im Zentrum stand ein aufwendig gewebter Seidenstoff, der Motive aus Weiweis Werk aufgreift – von Überwachungskameras über Handschellen und Ketten bis hin zum Twitter-Vogel als Symbol für Meinungsfreiheit. Stark!
Materialkunde
Das Wort „Nachhaltigkeit“ war dieses Jahr weniger allgegenwärtig, dafür aber spürbar. Werkstoffe, die der Umwelt nicht schaden, werden bereits im Designprozess mitgedacht – von recycelt bis hin zu biologisch abbaubar. Das zeigte sich bei Marken rund um den Globus, etwa beim Designstudio Piegatto (o. aus Guatemala und seinem Outdoor-Sofa „Retiro“. Holzreste wurden vor der Entsorgung bewahrt, mit natürlichen Harzen vermischt und so zu einer skulpturalen, steinähnlichen Form verarbeitet, die robust, wetterfest und zugleich superleicht ist.


© Issey Miyake
WOMAN EMPFIEHLT
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Mode-Moment
Auch Fashionbrands mischten wieder beim Möbelreigen mit. Prada eröffnete mit einer Reihe von Podiumsdiskussionen unter dem Titel „In Sight“, die sich mit aktuellen Themen rund um Kultur und Gesellschaft beschäftigten. Marni sorgte mit dem Pop-up „Caffè Cucchi“ für eine Pause im Messetrubel und rückte die sozialen Rituale Mailands in den Mittelpunkt. Issey Miyake (u.) wiederum zeigte mit „The Paper Log: Shell and Core“, was aus Produktionsabfällen entstehen kann: Alte Papierrollen aus dem charakteristischen Plisseeprozess wurden zu skulpturalen Objekten und Möbelunikaten.


© Werk
