
Wir wollten wissen, welche Kosmetik-Trends die kommenden Monate bestimmen – drei Profis wagen die Prognose.
Düfte
Individualismus ist bei Hautpflege und Make-up längst ein zentrales Thema. Aber auch im Duftsegment wird der Wunsch, sich von der Masse abzuheben, größer. Als Antwort darauf greifen immer mehr Menschen zu Nischendüften – und damit auch zu genderneutralen Kreationen. „Nischendüfte sind seit jeher großteils unisex, da man sich in diesem Bereich auf die Wurzeln der Parfümeurskunst und auf die Emotionen und Erinnerungen, die sie wecken, besinnt“, weiß Claudia Scheiber-Daublebsky, Marketingleitung bei Nägele & Strubell. Heißt auch: Duft-Enthusiast:innen setzen jetzt auf einen spielerischen Ausdruck und nicht auf eine spezielle Technik.
Wo Technik heuer jedoch eine große Rolle spielt, ist der Prozess der Beschaffung von Inhaltsstoffen. Natürliche Rohstoffe strahlen Tiefe, Unvorhersehbarkeit und emotionale Authentizität aus, sind allerdings limitiert. Aus diesem Grund setzen Hersteller auch auf im Labor nachgebildete Duftnoten. „So kann man etwa die schönste Facette einer Rose oder eines Holzes hervorheben, ohne Unmengen an Pflanzenmaterial zu verbrauchen. Das schafft verlässliche Qualität, Nachhaltigkeit und neue kreative Freiheit“, so Scheiber-Daublebsky.
Und welche Noten bestimmen nun konkret das Jahr 2026? „Sowohl fruchtige Akkorde mit einem Hauch Gourmand als auch wärmende Nuss-Noten. Darüber hinaus erfreuen sich raffinierte Dessert-Akzente wie Vanille, Tonka, Milch und Karamell, die mit Hölzern, Gewürzen oder mineralischen Nuancen kombiniert werden, sowie zarte, hautnahe Kompositionen mit weißem Moschus, die sauber und sinnlich wirken, größter Beliebtheit.“

