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Shellac, Acryl oder Gel: Was schädigt die Nägel am wenigsten?

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Shellac, acryl, gel

Was ist schädlicher? Und wann sollten wir eine Pause einlegen?

©Elke Mayr
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Unter welchem Nageldesign leiden unsere Naturnägel eigentlich am meisten? Und wann brauchen die Nägel eine Pause? Wir haben eine Nageldesignerin gefragt.

Du möchtest dir die Nägel machen lassen, hast aber Angst, deine Naturnägel könnten zu stark darunter leiden? Verständlich. Für Laien kann es ganz schön schwierig sein, sich bei all den Nagelverstärkungen, Lacken und Designs durchzublicken. Gleich vorweg: Egal ob Gel, Acryl oder Shellac – dein Naturnagel wird dabei etwas in Mitleidenschaft gezogen. Zuallererst müsst ihr euch im klaren darüber werden, welches Ziel ihr verfolgt.

Shellac, Gel oder Acryl: Die Qual der Wahl

Wollt ihr lediglich einen Nagellack, der gut hält und nicht gleich nach ein bis zwei Tagen absplittert, aber nicht dauernd in ein Nagelstudio? Dann wäre Shellac, bestehend aus Basecoat, Farbschicht und Topcoat, vielleicht etwas. Der lässt sich meist mit etwas acetonhaltigem Nagellackentferner leicht entfernen und euer Naturnagel ist nach der Entfernung weniger geschädigt als bei Gel- oder Acrylnägeln.

Da es sich dabei um Nagelmodellagen handelt, müssen diese abgeschliffen werden – und das sieht man natürlich. Wenn ihr eure Nägel nach einigen Wochen sowieso wieder im Nagelstudio erneuern lasst, ist das natürlich kein Problem. Für wen welches Nageldesign am besten geeignet ist, wie lange Shellac, Acryl- oder Gel-Nägel halten und wann ihr eine Pause machen solltet, weiß Nagelexpertin Sabine Joldzic.

➠ Einen SOS-Guide für kaputte Nägel nach Shellac, Gel & Co. haben wir übrigens hier.

Was ist weniger schädlich für die Nägel: Shellac, Acryl oder Gel? Und wo liegt der Unterschied?

Das sagt die Expertin: Ehrlicherweise muss man sagen, dass keines wirklich gesund für die Nägel ist. Es handelt sich um chemische Produkte. Es kommt zuallererst immer darauf an, welches Bedürfnis die Kundin hat. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Acryl und Gel Nagelmodellagen sind das heißt, man kann mit diesen zwei Materialien die Nägel verlängern – und zwar mit einem Tip oder einer Schablone. Gel härtet unter der UV-Lampe aus, Acryl trocknet von selbst. Die Verlängerung des Nagels ist mit Schellac nicht möglich. Dafür ist das Material zu dünn und zu weich. Shellac ist demnach ein permanenter Nagellack.

Ich würde mich also persönlich nicht danach richten, was weniger schädlich ist, weil im Prinzip alles verantwortungsvoll und professionell benutzt wird. Bei einer Nagelmodellage handelt es sich um einen Aufbau des Nagels. Das Material wird dicker aufgetragen und man muss das Acrylat nach einigen Wochen, wenn man es erneuern möchte, nur anfeilen das heißt, ich komme beim Feilen eigentlich nicht mit dem Naturnagel in Berührung, außer an der Stelle, wo der Nagel rausgewachsen ist.

Wenn man die Modellage komplett entfernen möchte, muss die Nageldesignerin das Material komplett abfeilen oder fräsen. Da sehen die Naturnägel dann natürlich anders aus, als bei der kompletten Entfernung von Shellac. Die Naturnägel sind nach der kompletten Entfernung von Gel oder Acryl dünn und schmerzempfindlich. Shellac kann nämlich mit einem acetonhaltigem Lösungsmittel leicht entfernt werden. Aber auch das ist Chemie, die auf den Nagel draufkommt.

Wenn es also um die Beschaffenheit des Naturnagels geht, ist die Methode des Entfernens ausschlaggeben. Ansonsten sollte man sich überlegen, was man von vornherein überhaupt möchte – permanenten Lack oder Verlängerung des Nagels. Shellac sieht etwas natürlicher aus, weil er dünner aufgetragen werden kann. Acryl ist etwas stabiler als Gel – das macht sich allerdings auch im Preis bemerkbar.

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© Elke Mayr

Pause von Shellac, Gel oder Acryl: Wie lange sollte man pausieren?

Das rät die Expertin: Es liegt in der Verantwortung einer Nageldesignerin die Kundinnen zu beraten und aufzuklären, wann und wie lange sie eine Pause machen sollten. Wenn der Naturnagel geschwächt ist, sollte auf alle Fälle eine Pause gemacht werden. Solange man die Pausen einhält, sind Nageldesigns prinzipiell kein Thema. Wann man Pause machen sollte, ist eine sehr individuelle Sache.

Es gibt Frauen, die ein Jahr durchgehend Shellac tragen. Es kommt immer auf die Basis an, denn die Haltbarkeit von Shellac ist auch vom Naturnagel abhängig. Bei manchen Damen raten wir schon nach drei Monaten an, eine Pause einzulegen. Bei Pausen empfehlen wir die japanische Maniküre, die den Naturnagel stärkt und aufbaut – dann kann es auch wieder losgehen. Am besten öfter einmal kürzere Pausen einlegen – das fällt einem denke ich leichter als nach einem Jahr länger zu pausieren. Wenn der Nagel nur minimal angegriffen ist, reicht eine Pause von zwei bis drei Wochen, damit er sich erholt. Es kann aber auch zu Pausen von bis zu sechs Monaten kommen.

Bei Gel- und Acrylnägel braucht man keine Pause zu machen, weil die Beanspruchung der Nagelplatte immer dieselbe ist. Die wird, wie bereits erwähnt, nie wirklich berührt. Das Material wird lediglich angeschliffen und aufgefüllt. Gel- oder Acrylnägel könnte man theoretisch jahrelang durchgehend tragen. Der Nagel darunter verändert sich quasi nicht. Schädlich ist im Endeffekt dann nur das Abnehmen, wenn man sich dazu entscheidet, die Nägel nicht weiter auffüllen zu lassen.

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© Elke Mayr
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