
Bei vielen Beauty-Trends fragen wir uns: sind sie reine Social Media-Hypes oder ernstzunehmende und praktische Tipps? Denn vor allem wenn es um Trends der ästhetischen Medizin geht, ist es wichtig, nicht blind auf Stimmen im Internet zu vertrauen. Worauf wir 2026 tatsächlich setzen und welche Treatments und Wirkstoffe den Hype wert sind, verraten zwei Expertinnen.


© Dr Daniela Rieder, Dr. Jennifer Kager
Welche Beauty-Trends werden 2026 wirklich relevant sein – und welche sind eher ein Hype, der vorüber geht?
Relevant bleiben all jene Trends, die Natürlichkeit, Hautgesundheit und Nachhaltigkeit vereinen. „Skin Longevity“ statt kurzfristiger Effekte wird 2026 ein zentrales Thema sein. Heißt: Behandlungen und Produkte, die die Haut langfristig stärken. Auf Social Media wird Beauty stark gehypt, medizinisch sehen wir viele Trends jedoch kritisch. Der gleichzeitige Einsatz zahlreicher Wirkstoffe kann die Hautbarriere schädigen, ebenso sollten Beauty-Tools für den Heimgebrauch wie Microneedling oder LED-Masken mit Vorsicht verwendet werden. Wir empfehlen, Hautbehandlungen individuell und professionell durchführen zu lassen, um langfristig gesunde Haut zu erhalten.
Welche ästhetischen Trends zeichnen sich 2026 im Bereich minimalinvasiver Eingriffe wie Botox und Fillern ab?
Wir sehen eine klare Bewegung hin zu weniger Produkt, mehr Strategie. Micro-Dosing, präventive Behandlungen und eine sehr individuelle Herangehensweise stehen im Vordergrund. Ziel ist nicht Veränderung, sondern Verbesserung der Hautqualität, Frische und Erhalt der eigenen Mimik.
Beobachten Sie Veränderungen darin, wie Patientinnen über Brustvergrößerungen sprechen?
Ja, eindeutig. Der Wunsch nach Natürlichkeit ist heute viel stärker ausgeprägt. Es geht weniger um Größe und mehr um Proportion, Körpergefühl und Passung zum eigenen Lebensstil. Immer häufiger thematisieren Patientinnen Aspekte wie Sportlichkeit, körperliches Wohlbefinden und die langfristige Integration der Implantate in ihren Alltag.
Welche Methode oder Technik hat aus Ihrer Sicht das Potenzial, 2026 zum neuen Standard zu werden?
Aus unserer Sicht hat die gewebeschonende Brustvergrößerung nach der Preservé-Methode großes Potenzial, sich als neuer Standard zu etablieren. Der Fokus liegt dabei auf maximaler Schonung des Gewebes, Erhalt der natürlichen Anatomie und einer besonders präzisen Implantat Platzierung. Patientinnen profitieren von einer schnelleren Regeneration, weniger postoperativen Beschwerden und sehr natürlichen Ergebnissen. Alles Aspekte, die dem heutigen Anspruch an moderne ästhetische Chirurgie klar entsprechen.
Gibt es ein „Hero-Treatment“, auf das Sie selbst schwören?
Kein einzelnes Treatment ist für alle ideal, daher setzen wir stark auf abgestimmte Kombinationsbehandlungen. Z.B. der Einsatz aus gezieltem Botox, Skinboostern, Exosomen und regelmäßigen kosmetischen Gesichtsbehandlungen liefert unserer Meinung nach sehr natürliche und nachhaltige Ergebnisse. Auf körperlicher Ebene ergänzen wir unser Konzept zunehmend durch NAD⁺-Infusionen, die die zelluläre Regeneration unterstützen und ganzheitliche Aspekte von Hautqualität, Energie und Regeneration adressieren.
Wie beeinflussen Social Media und aktuelle Beauty-Ästhetiken Ihre Arbeit?
Social Media wirkt stark als Inspirations-, aber auch als Informationsquelle. Patientinnen kommen mit sehr konkreten Vorstellungen, sind gleichzeitig, aber kritischer geworden und sind informiert. Unsere Aufgabe ist es oft, Trends einzuordnen und realistische, medizinisch sinnvolle Wege aufzuzeigen.
Welcher Wirkstoff hat aus dermatologischer Sicht das Potenzial, der „Hero“ fürs nächste Jahr zu werden?
Wirkstoffe mit Fokus auf Barriereschutz, Regeneration und Entzündungshemmung gewinnen weiter an Bedeutung. Als klaren „Hero-Wirkstoff“ sehen wir Exosomen. Dabei handelt es sich um körpereigene Botenstoffe, die die Zellkommunikation fördern, Regenerationsprozesse aktivieren und die Hauterneuerung sowie Kollagenbildung gezielt unterstützen.
Welche Behandlung oder Technologie empfehlen Sie aktuell besonders häufig?
Sehr gefragt sind Skinbooster, Microneedling und Radiofrequenzbehandlungen sowie präventive Botox-Konzepte. Viele Patient:innen möchten früher beginnen, um spätere, stärkere Eingriffe hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden.
Welche Fehler sieht man in der Skincare-Routine am häufigsten?
Zu viele Produkte, zu hohe Wirkstoffkonzentrationen und fehlender Sonnenschutz. Weniger ist oft mehr. Eine konsequente, einfache Routine mit Reinigung, Schutz und gezielter Pflege ist langfristig effektiver als ständiges Experimentieren.
Ganz persönlich: Welche nicht-chirurgischen Beauty-Rituale oder Wirkstoffe nutzen Sie selbst konsequent?
Regelmäßige Gesichtsbehandlungen, Sonnenschutz, medizinisch fundierte Hautpflege und dezente minimalinvasive Behandlungen. Entscheidend ist für uns nicht der schnelle Effekt, sondern ein frisches, gesundes Erscheinungsbild über viele Jahre hinweg.



