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So wurde ich meine Pigmentflecken (fast) los!

Sonnenflecken: Das ist der nette Namen. Melasma der medizinische. Ich habe die letzten 5 Monate eine Behandlung gegen die unschönen Pigmentflecken getestet. Das Ergebnis.


So wurde ich meine Pigmentflecken (fast) los!
© iStockphoto

Nein, meine Pigmentflecken sind keine hübschen Sommersprossen. Es ist ein Mal, das sich seit einem Jahr über die Zornesfalte schmetterlingsförmig auf meiner Stirn ausbreitet. Als "epidermales und dermales Melasma" bezeichnet man diese bräunlich-grauen Hyperpigmentierungen im Fachjargon. Verniedlicht kann man sie auch "Sonnenflecken" nennen – nur: wer verniedlicht gerne etwas, das ihn in gewisser Weise entstellt?

Verschwinden Melasma von selbst?

So und nicht anders empfinde ich mein Melasma nämlich. Eine exakte Ursache für die Entstehung kann man nicht nennen. Zu geringer Sonnenschutz (schuldig!), familiäre Veranlagung (möglich!) und hormonelle Veränderungen (wer hat die nicht!?) spielen eine Rolle. Das Problem: In seltenen Fällen verschwinden die Pigmentflecken zwar so schnell, wie sie aufgetaucht sind. Aber meistens bleiben sie hartnäckig, vor allem, wenn die tieferen Schichten der Dermis betroffen sind. So wie bei mir:

Mein Melasma Anfang September 2016

Das war mein Hautbild im Herbst, recht bald nach dem Sommerurlaub. Dunkle Flecken auf der Stirn. Bräunliche Schattierungen auf der Oberlippe. Ich habe damals diesen Artikel über die unterschiedlichen Behandlungsmethoden von Melasma geschrieben. Und beschlossen, den Kampf gegen die unschöne Hyperpigmentierung zu beginnen.

So lief die Melasma-Therapie

Am besten erschien mir das Angebot des Wiener Schönheitszentrums Kuzbari. Nicht nur, weil die dortige Dermato-Kosmetikerin Sonja Panagiotides wahnsinnig nett ist, sondern auch wegen des Versprechens, dass bereits durch medizinische Cremen gute Erfolge sichtbar sind. Das klang verlockend, zumal ich in puncto kosmetischer Behandlungen eher eine feige Nuss bin und lieber erst einen sanften Weg gehe.

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AB JETZT IST UV-SCHUTZ PFLICHT. Den Therapiebeginn macht ein Beratungsgespräch. Wie reinige ich meine Haut (mit Waschgel, abends), wie pflege ich sie (Feuchtigkeitscreme, 1x pro Woche eine Maske, 1x ein Peeling). Meine Pflege-Routine geht so in Ordnung, ändern muss ich trotzdem etwas: Ab jetzt ist Sonnenschutz Pflicht. Und zwar täglich. Nicht nur, wenn offensichtlich die Sonne scheint. UV-Schutz 50, jeden Morgen. Denn auch im Winter oder an grauen Herbsttagen dringen die UV-Strahlen durch, dazu kommt die durchgehende Strahlung des PC-Monitors im Büro. Kuzbari-Expertin Sonja empfiehlt noch mehr: Auch das Make-up sollte zusätzlichen Sonnenschutz bieten. Dass der Solarium-Besuch tabu ist, darf als logisch vorausgesetzt werden – aber dass auch die Sauna mit ihrer Förderung der Durchblutung die Pigmentierung verstärken kann, das wusste ich bis dahin nicht...

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THERAPIE-SCHRITT 1: DIE STABILISIERUNG DER PIGMENTE. Der erste Schritt der Therapie. Kann praktischerweise von zu Hause aus durchgeführt werden und ist die Basis für die nächsten Behandlungsschritte. Dazu erhalte ich zwei medizinische Cremen. Die erste wird in den ersten drei bis vier Wochen jeden Abend aufgetragen, anschließend zweimal pro Woche durch die andere Creme ersetzt. Die Cremen sind – zum Glück für einen Menschen wie mich, der ein fettiges Gefühl auf der Haut hasst – irrsinnig angenehm und ziehen schnell ein. Begleitend erhalte ich Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform. Die Heliocare Ultra-D -Kapseln sind für 32,- Euro in der Apotheke erhältlich und schützen die Haut mit Antioxidantien vor freien Radikalen, die die Entstehung von Pigmentflecken begünstigen.

Mein Care-Paket für zuhause: Sonnenschutz, Nahrungsergänzungsmittel und – am wichtigsten – 2 medizinische Cremen

Tatsächlich schlägt die Behandlung an. Das Melasma verschwindet zwar nicht ganz, aber die Farbe wird heller und die Flecken gehen auch ein wenig zurück. Die Cremen sind übrigens während des gesamten Zeitraums Pflicht – mit zwei Ausnahmen... (aber dazu gleich).

MEIN MELASMA VOR BEHANDLUNGSSTART

MEIN MELASMA 4 WOCHEN NACH THERAPIEBEGINN

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THERAPIE-SCHRITT 2: MIKRODERMABRASION. Man kann die halbstündige Behandlung mit der "Abrahydri Methode" auch eine Mischung aus Dermabrasion und Lymphdrainage nennen. Pads mit kleinen Baumharzkristallen rotieren sanft über die Haut und lösen tote und verfärbte Hornhautzellen, die auf der Haut kleben. Dazu wird mit etwas Druck destilliertes Wasser in die Poren geschossen und mit Vakuum wieder abgesaugt. Kurzum: Es ist nicht nur ein feines Peeling, sondern auch eine Tiefenreinigung. Nach einer halben Stunde fühlt sich die Haut prall, frisch und extrem sauber an! Im Anschluss an die Behandlung ist man nicht nur salonfähig, sondern sogar SEHR salonfähig.

Die wunderbare Dermato-Kosmetikerin Sonja Panagiotides vor der Mikrodermabrasion
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THERAPIE-SCHRITT 3: CHEMISCHES TCA-PEELING. Einen Monat später folgt die nächste Behandlung: Ein leichtes chemisches Peeling, bei dem die obersten Hautschichten abgetragen werden. Ich gestehe: Ich bin ein Weichei! Erst ist das mit einem Wattebausch aufgetragene Peeling kaum spürbar, aber dann: Mir schießen die Tränen in die Augen. Es brennt leider wirklich ziemlich. Das legt sich aber nach einer kühlenden Feuchtigkeitsmaske schnell wieder. Trotzdem: Am Tag nach der Behandlung glüht mein Gesicht wie nach einem Sonnenbrand, zwei Tage später schält sich die Haut im Gesicht wie nach einem Karibik-Urlaub. Ein beabsichtigter Effekt, wie Kuzbari-Expertin Sonja Panagiotides erklärt: "Wichtig ist nur, dass man die Haut nicht abrubbelt, sondern mit fetthaltiger Creme wie etwa Bepanthen pflegt und das Wasch-Gel durch eine sanfte Reinigungsmilch ersetzt. Auch Sport und Sauna sind in den ersten fünf Tagen nach der Behandlung tabu." Die medizinischen Cremes werden jetzt erstmals für fünf Tage ausgesetzt.

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THERAPIE-SCHRITT 4: MICRONEEDLING-SKINPEN. Im Monat darauf versuchen wir es mit einer noch sanfteren Methode, da ich ein paar wichtige Termine habe und dort nicht mit abschälender Haut auftanzen möchte. Der Skinpen hat 12 winzigfeine Nadeln, die mit 240 Sachen kleine Löcher in die Haut stechen und Hyaluronsäure einträufeln. Das schmerzt glücklicherweise gar nicht (nur ein kleines Pieksen ist an manchen Stellen zu spüren). Durch die mikroskopische Punktierung wird der Haut eine Verletzung suggeriert. Sie aktiviert ihren Schutzmechanismus und beginnt mit der Kollagensynthese. Das Ergebnis ist wirklich beeindruckend: Bereits nach der halbstündigen Behandlung sieht meine Haut frischer aus, nach zwei Tagen strahlt sie und ist viel feinporiger. Beauty-Spezialistin Sonja vom Kuzbari-Zentrum: "Die medizinischen Wirkstoffe helfen beim Abbau der Pigmentierung auch in den tieferliegenden Schichten. Aber der Skinpen verfeinert auch das Hautbild, lässt Unreinheiten und sogar Akne verschwinden." Auch hier sind die Cremen für vier Tage auszusetzen.

DAS ERGEBNIS DER MELASMA-THERAPIE:

Jetzt interessiert euch natürlich am meisten, wie das Ergebnis nach fünf Monaten aussieht? Na klar.

Links seht ihr den Hautzustand vor der Behandlung, rechts den danach. Sind die Pigmentierungen völlig weg? Nein. Dafür muss ich noch ein paar Monate cremen und auch noch ein oder zwei Behandlungen machen. Aber meine Haut ist klarer, das starke Melasma deutlich zurückgegangen. Ich bin happy. Denn jetzt reicht schon ein wenig Make-up, um die Hyperpigmentierung abzudecken...

EXTRA-TIPP: Sonja hat mir noch einen Special-Tipp gegeben: Löwenzahntee trinken und Mariendistel-Kapseln einnehmen. Beides hilft beim Ausschwemmen und Abtransport von Schadstoffen aus dem Körper – und damit der Hyperpigmentierung entgegen.

Wie hoch sind die Kosten?

  • Pflegepaket für die Heimtherapie: 250,- Euro, reicht für etwa drei Monate.
  • Die Behandlungskosten für eine vollständige Therapie (8 Sitzungen inklusive der Pflegeprodukte für die Heimtherapie) liegen bei 1800,- Euro.