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Stella McCartney: von der Beatles-Tochter zur Design-Ikone

Als Tochter von Paul McCartney wurde ihr lange kein Design-Talent zugesprochen. Doch Stella McCartney ließ sich von ihren Kritikern nie unterkriegen und gründete ihr bis heute erfolgreiches Luxuslabel, das noch dazu schon umweltbewusst war bevor es zum Trend wurde.

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Stella MyCartney
© 2021 Getty Images/Rich Fury

Auf dem renommierten "Central Saint Martins College" wurde sie lange Zeit von ihren Kommiliton:innen nur verächtlich "Daddy’s Girl" genannt. Kaum einer wollte glauben, dass die Tochter eines der berühmten Musikers der Welt, wirklich Talent als Designerin hat. Doch Stella erarbeitete sich ihre Erfolge hart und belehrte so alle eines Besseren. Bereits zwei Jahre nach ihrem College-Abschluss wurde sie zur Chefdesignerin von Chloé ernannt – und trat damit in die großen Fußstapfen von Karl Lagerfeld. 2001 gründete sie schließlich ihr eigenes Label. Wir fassen die bemerkenswerte Karriere von Stella McCartney zusammen.

Steckbrief: Stella McCartney

  • Name: Stella Nina McCartney
  • Geboren am: 13. September 1971
  • Geburtsort: London
  • Sternzeichen: Jungfrau
  • Beruf: Modedesignerin
  • Partner: Alasdhair Willis
  • Kinder: Söhne Miller Alasdhair James und Becket Robert Lee sowie die Töchter Bailey Linda Olwyn und Reiley Dilys Stella

Design-Debüt mit gerade einmal zwölf Jahren

Stella McCartney wurde am 13. September 1971 in London geboren. Sie ist die Tochter von Beatles-Musiker Paul McCartney und dessen erster Ehefrau Linda. Sie wächst in England auf dem Land auf.

Bereits als Zwölfjährige entwirft Stella, die noch zwei Geschwister sowie zwei Halbgeschwister hat, erstmals Kleidung – genau genommen eine rosafarbene Bomberjacke aus Kunstwildleder. Im Jahr 1988 organisiert ihr Vater ein Praktikum bei dem Designer Christian Lacroix in Paris für sie. Anfang der 90er Jahre belegt sie außerdem einen Kunstlehrgang in North Greenwich. Danach absolviert sie eine Ausbildung am renommierten Central Saint Martins College of Art and Design in London. Doch der berühmte Nachname legt Stella McCartney auch Steine in den Weg: Ihre Studienkolleg:innen nennen sie spöttisch "Daddy’s Girl" und attestieren ihr, kein Talent zu haben. Aber spätestens 1995, als ihre Diplom-Kollektion einschlägt wie eine Bombe, verstummen die Neider. Niemand geringerer als ihre berühmten Freundinnen Kate Moss und Naomi Campbell präsentieren die von Stella entworfenen Kleider, während im Hintergrund ein eigens von Vater Paul komponierter Song läuft.

1997 folgt McCartneys erster Job bei Chloé

Zwei Jahre nach ihrem Abschluss – Stella McCartney ist gerade mal 25 – engagiert sie die französische Luxusmarke Chloé als Chefdesignerin. Ihr Vorgänger: Niemand geringerer als Karl Lagerfeld. Durch das Engagement McCartneys erhofft sich das Pariser Modehaus die Rückkehr zum alten Ruhm der 60er und 70er Jahre. Und tatsächlich: Stella McCartney kann ihren Kritiker:innen beweisen, dass ihr Talent ihr Kapital ist. Mit romantischen, aber dennoch modernen Entwürfen schafft sie es um die Jahrtausendwende, dass Chloé seine Stellung in der Top-Riege der Modelabels zurückerobert. In der schillernden Modewelt ist Stella aufgrund ihres Erfolgs fortan auch als "Stella Steel" bekannt, obwohl sie als warmherzige und fröhliche Person gilt.

Das Umfeld von Stella McCartney

2001 verlässt Stella McCartney Chloé, um ihr eigenes Label zu gründen. Bis heute ist sie mit ihrer eigenen Marke erfolgreich. Als Mensch ist Stella McCartney, die bekennende Vegetarierin und Tierschützerin ist, aber mindestens ebenso bemerkenswert wie als Designerin. Bereits früh muss sie den Verlust ihrer geliebten Mutter verkraften. Stella ist gerade mal 26 als Linda McCartney an Brustkrebs stirbt. Ihr Vater Paul heiratet nochmal und bekommt mit der Sportlerin Heather Mills 2003 eine Tochter – Stellas Halbschwester könnte ebenso gut ihre eigene Tochter sein. Im selben Jahr heiratet Stella McCartney den Herausgeber Alasdhair Willis. Zur Hochzeit kommen unter anderem Pop-Ikone Madonna, Model Kate Moss, Sting und die Schauspielerinnen Liv Tyler und Gwyneth Paltrow.

2005 kommt der erste Sohn des Paares, Miller Alasdhair James , zur Welt. Ein Jahr darauf Tochter Bailey Linda Olwyn. Beckett Robert Lee kommt 2008 zur Welt, 2010 dann Tochter Reiley Dilys Stella. Bis heute ist das Power-Couple zusammen und harmoniert auch in beruflicher Hinsicht: Alasdhair Willis war nämlich maßgeblich an Konzeption und Entwicklung von Adidas by Stella McCartney beteiligt. 2022 wird der Brite Chief Creative Officer von Adidas.

Steckbrief der Brand Stella McCartney

  • Firmenname: Stella Nina McCartney
  • Gründerin: Stella McCartney
  • Gründungsjahr: 2001
  • Firmensitz: London
  • CEO: Gabriele Maggio
  • Kreativdirektorin: Stella McCartney
  • Produktgruppen: Bekleidung, Accessoires, Parfums, Beauty

Mode mit Bewusstsein für Tier und Umwelt

Im Jahr 2001 gründet Stella McCartney mit Hilfe der Gucci-Gruppe (Anmerkung: heute Kering) ihr eigenes, gleichnamiges Modelabel. Im Oktober desselben Jahres präsentiert sie ihre erste Kollektion in Paris. Stella, die sich wie ihre Eltern vegetarisch ernährt, verzichtet für ihre Designs auf Leder und Pelz. Sie bezeichnet ihre Mode auch als vegan, wenngleich mitunter Wolle oder Seide als Materialien eingesetzt werden.

2003 bringt Stella McCartney außerdem ihr erstes Parfüm "Stella" auf den Markt. Zusätzlich zu ihrer Mainline Kollektion beginnt sie im September 2004 eine umfassende Zusammenarbeit mit Adidas. Die Leistungssportkollektion "Adidas by Stella McCartney" entwickelt sich überaus erfolgreich und umfasst heute mehrere athletische Disziplinen wie Jogging, Fitness, Yoga, Tennis, Schwimmen, Wintersport und Radfahren.

Stella McCartney goes Olympia

2005 wird außerdem eine "Stella McCartney"-Kollektion für den schwedischen Textilriesen H&M gelauncht. Die Zusammenstellung aus älteren Modellen ihrer Kollektionen in neuer Auflage verkauft sich in Rekordzeit. 2008 startet sie außerdem ein neues Dessous-Label. Im Winter 2010 bringt Stella McCartney die Falabella heraus. Die Handtasche zeichnet sich durch ein geflochtenes Kettendetail aus und gehört seitdem zu den meistverkauften Artikeln der Designerin.

2012 wird McCartney eine besondere Ehre zuteil: Gemeinsam mit Adidas stattet sie die gesamte Olympiamannschaft von England mit Sportkleidung aus, inklusive der Paralympics. Im Sommer 2016 erscheint außerdem die erste komplette Bademodenkollektion mit natürlich femininen, selbstbewussten und modernen Designs, jedoch ohne Kompromisse bei Funktionalität und Passform. Im gleichen Jahr stattet sie außerdem erneut das Team Großbritanniens für die Olympischen Spiele in Rio aus. Kurz darauf debütiert Stella McCartneys erste Herrenkollektion.

Heute verfügt Stella McCartney über 51 eigenständige Läden, ihre Kollektionen werden in 77 Ländern über 863 Verkaufsstellen, darunter auch Fachgeschäfte und Kaufhäuser, vertrieben und im Online-Verkauf in 100 Länder verschickt. Seit 2001 werden die Kollektionen der englischen Marke zweimal jährlich bei den Pariser Modewochen vorgestellt.