Was brauchen Kinder?

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SARA, 5 Die Italienerin lebt mit ihrer Familie und Hund Natalina auf einem Bauernhof in Pratolino in der Nähe von Florenz. Am liebsten beschäftigt sie sich mit ihren Spielkarten. Ihr größter Wunsch? Musik studieren.

©Gabriele Galimberti

Kleine Menschen möchten gesehen werden! Nur wie begegnen wir ihnen auf Augenhöhe? Autor Tillman Prüfer gibt Antworten, ganz ohne Zeigefinger. Plus: Einblicke in Kinderzimmer rund um den Globus.

Es ist die Frage aller Fragen, wenn sich Mamas und Papas Gedanken über Kindererziehung machen: Wer setzt sich durch: die Großen oder die Kleinen? Was tun, wenn sich der quietschende Dreikäsehoch an der Supermarktkasse auf den Boden wirft und sich überhaupt nicht mehr einkriegt, weil er diesen Schokoriegel unbedingt haben muss: „Jetzt! Sofort!“ Wie viel Zuwendung, wie viel Wärme und Verständnis schaffen Eltern in so einem nervenzermürbenden Melt-down-Setting, womöglich auch noch nach einem langen Arbeitstag? Wer sich für den Schokoriegel entscheidet, fragt sich, ob das Kind jetzt für immer zum Tyrannen wird. Wer sich gegen die Zuckerüberdosis stellt und womöglich auch noch schimpft, macht sich am Ende des Tages Vorwürfe: Shit, war das zu hart? Habe ich mein armes Kind jetzt auch noch traumatisiert?

Tief durchatmen. Wir alle wissen: Es ist kompliziert. Auch Tillmann Prüfer weiß von dieser permanenten Verunsicherung in Elternhausen ein Lied zu singen. Der Berliner Autor ist nämlich selbst vierfacher Vater und leitet das Familienressort bei der Zeit, wo er seinen Leser:innen seit vielen Jahren authentische Einblicke in den nicht immer einfachen Alltag mit seinen Töchtern gewährt. „Heute wird Eltern geraten, möglichst ohne Schimpfen zu erziehen, mit gewaltfreier Sprache, nach dem Leitwolfprinzip oder mit ,Flügeln und Wurzeln‘. Viele dieser Konzepte werden mit großer Gewissheit vorgetragen – selten aber wird gefragt, welche Annahmen dahinter wissenschaftlich haltbar sind und welche eher Glaubenssätze darstellen“, gibt Prüfer zu bedenken. Damit soll jetzt Schluss sein. Für sein neues Buch, „Was Sie (wirklich) über Erziehung wissen müssen“ (dtv Verlag), hat Prüfer zentrale Erziehungsmythen analysiert, Studien gesichtet und mit Expert:innen gesprochen. Herausgekommen ist ein evidenzbasiertes Werk für Eltern, die wissen möchten, wie sie besser mit ihren Kids umgehen können. Jenseits aller Konzepte und Debatten lohnt sich ein Blick auf das, was Kindheit im Kern ausmacht – und wie unterschiedlich sie gelebt wird.

Der italienische Fotograf Gabriele Galimberti befasste sich in seinem fortlaufenden Projekt „Toy Stories“ ebenfalls mit den vielfältigen Lebensrealitäten von Familien rund um die Welt. Er besuchte bereits 65 Länder und befragte die Kleinsten nach ihren Lieblingsspielsachen. „Ich wollte die spontane Lebensfreude festhalten, die Kinder auf der ganzen Welt verbindet, unabhängig von ihrer Herkunft“, erklärt Galimberti die Idee dahinter. „Der Stolz, den sie dabei empfinden, ist berührend und regt zum Nachdenken an“, erzählt er von seinen Begegnungen. Seine Bilder sind bewegend – und werfen gleichzeitig eine grundlegende Frage auf …

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