In welchem Land haben Frauen die größten Brüste? Das weltweite Ranking

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Du hast dich schon mal gefragt, ob die Brustgröße wirklich von Land zu Land so unterschiedlich ist? Spoiler: Ja – und die Gründe dafür sind überraschender, als du denkst. Wir haben uns die aktuellen Daten angeschaut und verraten dir, welches Land ganz oben im Ranking steht, was hinter den Unterschieden steckt und warum die meisten Frauen weltweit mit ihrer Körbchengröße hadern.

Das große Ranking: Welches Land liegt vorn?

Wenn es um die durchschnittliche Brustgröße geht, führt ein Land das Ranking seit Jahren ziemlich klar an: Norwegen. Laut den umfangreichsten verfügbaren Daten, die unter anderem auf der Plattform WorldData.info zusammengetragen wurden, liegt die durchschnittliche Körbchengröße norwegischer Frauen zwischen C und D (nach US-Größensystem) – und das bei einem vergleichsweise moderaten durchschnittlichen BMI von 26,2. [1] Damit sind die Norwegerinnen ein echter Ausreißer im globalen Vergleich.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen die USA und Großbritannien, beide mit einer durchschnittlichen Körbchengröße von C. [1] Danach wird es interessant: Länder wie Venezuela, Russland, Kolumbien und Polen reihen sich mit B-C ein, während skandinavische Nachbarn wie Schweden und Dänemark ebenfalls in dieser Kategorie liegen.

Am anderen Ende des Spektrums finden sich vor allem Länder in Südostasien und Teilen Afrikas. In Kambodscha, Bangladesch und Vietnam liegt der Durchschnitt bei AA, in China und Südkorea bei AA-A. [1]

Das komplette Länder-Ranking im Überblick

Hier alle 51 Länder, für die verlässliche Daten vorliegen – sortiert von der größten zur kleinsten durchschnittlichen Körbchengröße. Alle Größenangaben beziehen sich auf das US-amerikanische Größensystem. [1]

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Warum sind die Unterschiede so groß?

Die Brustgröße ist keine Einheitsgröße – und sie wird von einer ganzen Reihe an Faktoren beeinflusst. Die wichtigsten davon sind:

Genetik ist der stärkste Einflussfaktor. Welche Gene du von deinen Eltern mitbekommst, bestimmt maßgeblich, wie sich dein Brustgewebe entwickelt. Dazu gleich mehr.

Ernährung und Wohlstand spielen eine überraschend große Rolle. In Ländern mit höherem Lebensstandard und besserer Nährstoffversorgung tendieren die Durchschnittswerte nach oben. Die nordischen Länder etwa profitieren von einer Ernährung, die reich an Meeresfrüchten, Milchprodukten und essenziellen Nährstoffen ist.

Body Mass Index (BMI): Die Brust besteht zu einem großen Teil aus Fettgewebe. Es überrascht daher nicht, dass Länder mit höherem Durchschnitts-BMI tendenziell auch größere Durchschnittswerte bei der Brustgröße aufweisen. Aber – und das ist der Clou – diese Korrelation ist nicht perfekt. [4]

Lebensstil und körperliche Aktivität beeinflussen die Körperzusammensetzung insgesamt und damit auch die Brustgröße. In Regionen, in denen Frauen einen körperlich aktiveren Lebensstil führen, sind die Durchschnittswerte tendenziell niedriger. [1]

Was die Genetik damit zu tun hat

Dass die Brustgröße erblich ist, war schon länger bekannt – aber erst eine große Genom-Studie von 2012 hat erstmals konkrete Gene identifiziert, die mit der Körbchengröße zusammenhängen. Forschende von 23andMe analysierten dafür die genetischen Daten von über 16.000 Frauen europäischer Abstammung. [2]

Das Ergebnis: Sieben Genorte sind signifikant mit der Brustgröße verknüpft. Besonders spannend: Einige dieser Gene hängen auch mit dem Brustkrebsrisiko zusammen – darunter solche, die den Östrogenrezeptor und die Brustentwicklung regulieren. [2]

Eine Zwillingsstudie ergab, dass die Erblichkeit der Brustgröße bei rund 56 Prozent liegt. Von dieser genetischen Varianz geht etwa ein Drittel auf dieselben Gene zurück, die auch den BMI beeinflussen. Zwei Drittel sind jedoch rein brustgrößenspezifisch – also unabhängig vom Körpergewicht. [3]

Das bedeutet: Selbst bei gleichem Gewicht können zwei Frauen genetisch bedingt sehr unterschiedliche Brustgrößen haben. Deine Gene machen rund die Hälfte deiner Körbchengröße aus, der Rest verteilt sich auf Ernährung, Hormone, Alter und Lebensstil.

BMI und Brustgröße: Ein kompliziertes Paar

Der Zusammenhang zwischen BMI und Brustgröße ist real, aber komplizierter als gedacht. Generell gilt: Je höher der BMI, desto größer tendiert auch die durchschnittliche Brustgröße – schließlich besteht die Brust zu einem erheblichen Teil aus Fettgewebe. In einer Zwillingsstudie wurde die Überlappung der genetischen Erblichkeit für BMI und Brustgröße auf rund 33 Prozent geschätzt. [4]

Aber Norwegen zeigt eindrucksvoll, dass diese Regel nicht immer greift. Mit einem BMI von 26,2 liegt das Land deutlich unter den USA (29,0) oder Großbritannien (27,1), hat aber trotzdem die größte Durchschnitts-Körbchengröße weltweit. [1] Hier scheinen die Gene eine besonders starke Rolle zu spielen.

Umgekehrt gibt es Länder wie Irak (BMI 29,7) oder Südafrika (BMI 29,5), die zu den höchsten BMI-Werten zählen, aber nur eine durchschnittliche Körbchengröße von A aufweisen. [1] Das zeigt: Mehr Körpergewicht bedeutet nicht automatisch mehr Brust. Es kommt darauf an, wo der Körper Fett einlagert – und das ist wieder stark genetisch beeinflusst.

Die überraschende Wahrheit: Kaum eine Frau ist zufrieden

Jetzt kommt der Teil, der wirklich zum Nachdenken anregt. Die bislang größte internationale Studie zur Brustzufriedenheit – der Breast Size Satisfaction Survey (BSSS) – befragte über 18.500 Frauen in 40 Ländern. [5] Das Ergebnis ist ernüchternd:

  • 48 Prozent der Frauen wünschen sich größere Brüste.

  • 23 Prozent hätten lieber kleinere.

  • Nur 29 Prozent sind mit ihrer Brustgröße zufrieden. [5]

Egal ob Norwegen oder Japan, ob A-Cup oder D-Cup: Die Mehrheit der Frauen hadert mit dem, was sie hat. Die Studie, geleitet von Professor Viren Swami von der Anglia Ruskin University und veröffentlicht im Fachjournal Body Image(2020), zeigte außerdem, dass die Brustgrößen-Ideale sich weltweit zunehmend angleichen – größere Brüste werden in fast allen Kulturen als erstrebenswerter wahrgenommen. [5]

Was noch bedenklicher ist: Frauen, die mit ihrer Brustgröße unzufrieden sind, untersuchen ihre Brust seltener selbst auf Veränderungen und fühlen sich weniger sicher beim Erkennen von Auffälligkeiten. [5] Die Unzufriedenheit geht also nicht nur auf die Psyche – sie hat potenziell auch Auswirkungen auf die Gesundheitsvorsorge.

Die Länder mit der größten Diskrepanz zwischen Ist- und Wunschgröße? Brasilien, Japan, China, Ägypten und Großbritannien. [5]

Wo steht Österreich?

Und was ist mit uns? Laut den verfügbaren Daten liegt Österreich bei einer durchschnittlichen Körbchengröße von A-B mit einem BMI von 24,7 – und bewegt sich damit im mitteleuropäischen Durchschnitt. [1] Deutschland (A-B, BMI 26,0) und die Schweiz (etwas höher, im B-Bereich) liegen ähnlich.

Interessant: Österreichische Frauen gehören laut der BSSS-Studie zu jenen, die eine vergleichsweise kleine ideale Brustgröße angeben – gemeinsam mit Frauen aus Japan, den Philippinen, Deutschland und Malaysia. [5] Das zeigt, dass Schönheitsideale kulturell sehr unterschiedlich sind und nicht überall das Motto „bigger is better" gilt.

Warum Vergleiche hinken – ein wichtiger Reality-Check

Bevor du jetzt deine Körbchengröße googelst und dich einordnest, gibt es ein paar wichtige Einschränkungen:

Die Datenlage ist dünn. Es existieren nur wenige wissenschaftlich belastbare Studien zur durchschnittlichen Brustgröße. Viele der kursierenden Rankings basieren auf einer einzigen Quelle aus dem Jahr 2010 (der inzwischen nicht mehr existierenden Website TargetMap), deren Methodik unklar ist. [1] Seriöse Quellen wie WorldData.info stützen sich zwar auf Dutzende Einzelstudien, weisen aber selbst darauf hin, dass die Vergleichbarkeit zwischen Ländern eingeschränkt ist. [1]

BH-Größen sind nicht standardisiert. Weltweit gibt es mindestens sechs verschiedene BH-Größensysteme. Eine US-amerikanische 34C entspricht bereits einer britischen 34D und einer EU 75D. [1] Allein das macht Ländervergleiche schwierig.

Kaufverhalten verzerrt die Daten. Da Brustgrößen oft anhand von BH-Verkaufszahlen ermittelt werden, fließen kulturelle Kaufgewohnheiten mit ein. In manchen Ländern tragen Frauen aus finanziellen Gründen zu kleine BHs, in den USA kaufen Frauen tendenziell größere Cups mit engeren Bändern. [1] Die tatsächliche Brustgröße und die gekaufte BH-Größe stimmen häufig nicht überein.

Jede Brust ist einzigartig. Selbst innerhalb derselben Körbchengröße variiert das tatsächliche Volumen erheblich – eine 32C ist deutlich kleiner als eine 42C. [1] Der Durchschnittswert eines Landes sagt wenig über die einzelne Frau aus.

Fazit: Mehr als nur eine Zahl

Norwegen mag das Ranking anführen, aber die wichtigste Erkenntnis aus den Daten ist eine andere: Brustgröße ist ein komplexes Zusammenspiel aus Genetik, Ernährung, Hormonen und Lebensstil – und kein Maßstab für Attraktivität oder Weiblichkeit.

Was wirklich zählt, hat die BSSS-Studie deutlich gemacht: Ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper ist wichtiger als jede Körbchengröße. Denn Frauen, die ihren Körper annehmen, achten besser auf ihre Gesundheit, sind selbstbewusster und psychisch stabiler. [5]

Egal ob AA oder DD – deine Brüste gehören zu dir, und sie sind genau richtig so, wie sie sind. Punkt.

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FAQ

In welchem Land haben Frauen die größten Brüste?

Norwegen steht an der Spitze des weltweiten Rankings mit einer durchschnittlichen Körbchengröße zwischen C und D (US-Größensystem). Auf den Plätzen zwei und drei folgen die USA und Großbritannien mit einer Durchschnittsgröße von C. [1]

Was bestimmt die Brustgröße?

Die Brustgröße wird zu rund 56 Prozent von genetischen Faktoren bestimmt. [3] Weitere Einflussfaktoren sind der Body Mass Index, Ernährung, Hormonspiegel, Alter und Lebensstil. Forschende haben sieben Genorte identifiziert, die signifikant mit der Brustgröße zusammenhängen. [2]

Wie groß ist die durchschnittliche Brust in Österreich?

In Österreich liegt die durchschnittliche Körbchengröße bei A-B (US-Größensystem) mit einem durchschnittlichen BMI von 24,7 – damit bewegt sich Österreich im mitteleuropäischen Durchschnitt, vergleichbar mit Deutschland und Frankreich. [1]

Sind die meisten Frauen mit ihrer Brustgröße zufrieden?

Nein. Die bislang größte Studie dazu (BSSS, 2020) befragte über 18.500 Frauen in 40 Ländern und ergab, dass 48 Prozent sich größere Brüste wünschen, 23 Prozent kleinere – nur 29 Prozent waren zufrieden. [5]

Hängt die Brustgröße mit dem Körpergewicht zusammen?

Teilweise ja, da die Brust zu einem erheblichen Teil aus Fettgewebe besteht. [4] Allerdings zeigt das Beispiel Norwegen, dass Genetik den Einfluss des Gewichts überwiegen kann – dort ist die durchschnittliche Brustgröße trotz moderatem BMI am größten. [1]

Quellen

[1] WorldData.info: „Average breast size worldwide." Zusammenstellung aus mehreren Dutzend Einzelstudien zu BH-Verkaufsdaten und Umfragen nach Ländern. Verfügbar unter: https://www.worlddata.info/average-breastsize.php

[2] Eriksson, N. et al. (2012): „Genetic variants associated with breast size also influence breast cancer risk." BMC Medical Genetics, 13:53. Genomweite Assoziationsstudie (GWAS) mit 16.175 Frauen europäischer Abstammung. Identifizierte sieben signifikante Genorte für Brustgröße, von denen mehrere auch mit Brustkrebsrisiko assoziiert sind. DOI: 10.1186/1471-2350-13-53

[3] Colodro-Conde, L. et al. (2012): „Body Mass Index and Breast Size in Women: Same or Different Genes?" Twin Research and Human Genetics, Cambridge University Press. Zwillingsstudie mit 1.010 weiblichen Zwillingen, die eine Erblichkeit der Körbchengröße von 56 % nachwies. DOI: 10.1375/twin.15.1.34

[4] Choi, J. et al. (2019): „The genetic interplay between body mass index, breast size and breast cancer risk: a Mendelian randomization analysis." International Journal of Epidemiology, 48(3), 781–790. Mendelsche Randomisierungsanalyse zum Zusammenhang zwischen BMI, Brustgröße und Brustkrebsrisiko. DOI: 10.1093/ije/dyy228

[5] Swami, V. et al. (2020): „The Breast Size Satisfaction Survey (BSSS): Breast size dissatisfaction and its antecedents and outcomes in women from 40 nations." Body Image, 32, 199–217. Bislang größte internationale Studie zur Brust-Zufriedenheit mit 18.541 Teilnehmerinnen in 40 Ländern. DOI: 10.1016/j.bodyim.2020.01.006

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