
Mit der Suchmaschine "allejobs.at" bietet das Arbeitsmarktservice ein inklusives Stellenangebot und geht speziell auch auf die Bedürfnisse von Frauen ein.
Mehr als 140.000 Stellenangebote und fast zehn Millionen Besuche im Jahr: Diese stolzen Zahlen verzeichnet „alle jobs", die Job-Suchmaschine des AMS. Das Angebot, das vor mittlerweile fünf Jahren gestartet ist, bietet den größten Überblick über den österreichischen Jobmarkt. Integriert sind einerseits jene freien Stellen, die österreichische Unternehmen an das AMS melden, und andererseits Stellenangebote von im Internet verfügbaren Job-Plattformen sowie Karriereseiten. Die Websuche von „alle jobs" wird auch durch eine App ergänzt. Insgesamt werden rund 70 verschiedene Quellen für die Suchplattform herangezogen. Dabei setzt die Plattform gezielt Schwerpunkte auf gefragte Bereiche. So gibt es beispielsweise eine Kategorie „Green Jobs", Jobs für Wieder- und Quereinsteigerinnen oder eine Sektion für städtische Jobs". Auch überregionale Stellenangebote aus Deutschland, Südtirol und dem Trentino sind in „alle jobs" integriert.
Frauen im Fokus
Der Arbeitsmarkt gestaltet sich für Frauen aktuell schwierig. Zuletzt ist die Arbeitslosigkeit bei Frauen gestiegen, während sie bei Mannern leicht zurückgegangen ist. Darauf geht man beim Arbeitsmarktservice ganz besonders ein. „Frauen, egal welchen Alters, sind am Arbeitsmarkt mit Vorurteilen konfrontiert", sagt Ina Freudenschuss, Referentin und Expertin für gleichstellungsorientierte Arbeitsmarktpolitik beim AMS. Dazu gehört etwa die Vorstellung, Frauen würden nicht genauso viel geben wie gleichqualifizierte gleichaltrige Männer." In einem höheren Alter komme die Annahme hinzu, dass Frauen früher in Pension gehen würden, was erneut Zweifel an der Verlässlichkeit und Beständigkeit eines möglichen Arbeitsverhältnisses aufkommen lassen kann. Doch laut Freudenschuss lag das reale Pensionsantrittsalter von Männern und Frauen zuletzt nur zwei Jahre auseinander Bei Männern waren es 63,4 Jahre und bei Frauen 61 Jahre. Aufgrund dieser Herausforderungen begegnet das AMS bewusst strukturellen Problemen von Frauen.
Wir sprechen das in der Beratung von Betrieben sehr intensiv an", sagt Freudenschuss. Selbes gelte ebenso für andere diskriminierte Gruppen auf dem Arbeitsmarkt. "Gleichzeitig weisen wir auf die unbestreitbaren Vorzüge von älteren Arbeitssuchenden hin, etwa ihre hohe berufliche Erfahrung oder ihre persönlichen Kompetenzen." Die Aufnahme von älteren Bewerber:innen werde auch aktiv durch AMS-Fördermittel unterstützt. Für altere Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder einer langen Arbeitslosigkeit könne es sinnvoll sein, vorübergehend im zweiten Arbeitsmarkt, also in sozialökonomischen Betrieben, eine geförderte Beschäftigung aufzunehmen, so die Expertin. Auch dabei unterstützt das AMS.


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Frauen, egal welchen Alters, leisten im Job genauso viel wie gleichqualifizierte Männer.
Quereinstieg
Wiedereinstieg und Quereinstieg sind zwei Themen, die Frauen nach wie vor starker betreffen als Manner. Das liegt nicht zuletzt am berühmten Karriereknick nach Karenzzeiten. Die besten Chancen für einen solchen Wieder- beziehungsweise Quereinstieg bieten Branchen mit einem langfristigen und strukturell bedingten Fachkräftemangel, weiß Ina Freudenschuss: „Weil dort eher die Bereitschaft vorhanden ist, Bewerben:innen mit geringerer Erfahrung aufzunehmen oder auch in eine längerfristige Einschulung zu investieren." Dazu zählt beispielsweise die Gesundheitsbranche, also alles, was mit Pflege zu tun hat. Soziale Berufe, der Bereich der Elementarpädagogik ebenso wie die IT-Branche und generell digitale Dienstleistungen bieten sich laut der Expertin an. „Gerade im Bereich IT boomen die Kurzausbildungen, die für Quereinsteiger:innen infrage kommen." Ein weiterer Vorteil: Zusätzlich könne man dort mit Kompetenzen punkten, die man zuvor bereits in anderen Jobs erworben hat. „Das betrifft etwa Social Skills beziehungsweise Organisations- und Kommunikationskompetenzen", sagt Freudenschuss. Ein großer Lichtblick für jene Arbeitssuchenden, die trotz schwieriger Situation motiviert und offen für Neues sind.
Zugänglich für alle
Augenmerk wird auch auf Inklusion und Barrierefreiheit gelegt: „alle jobs" war die erste native App für iOS und Android, die in Österreich mit dem Label „Silver" des Web Accessibility Certificate Austria (WACA) zertifiziert wurde. Das AMS hat damit als öffentliche Einrichtung eine Vorbildfunktion übernommen. Menschen mit Behinderungen, beispielsweise blinde oder sehbeeinträchtigte Personen, können das Angebot mittels Screenreadern oder Braillezeilen nutzen. Barrierefreiheit macht sich aber genauso für alle anderen bezahlt: So kann die „alle jobs"-App selbst bei schlechterer Internetverbindung gut verwendet werden.















