Marie Rötzer: „Theater hilft gegen Altern“

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©Foto: Rafaela Pröll

Sie macht die Josefstadt weiblicher! Marie Rötzer ist ab September die neue Direktorin der Wiener Traditionsbühne. Über ihre Visionen, die politische Kraft des Theaters und warum gerade Küchenvorhänge für sie prägend waren.

Es ist Sommerpause, Marie Rötzer genießt eine Auszeit in der Nähe von Salzburg, um Kraft zu tanken. „Dort kann ich träumen und Abstand vom Alltag bekommen“, erzählt die 59-jährige Kulturmanagerin. Noch sind die Tage und Nächte ruhig, aber spätestens ab September wird sich das schlagartig ändern.

Dann öffnet nämlich das Theater in der Josefstadt seine Pforten, und damit startet auch Rötzers neuer Auftrag ganz offiziell: Mit der Spielzeit 2026/27 ist sie die neue Direktorin und künstlerische Leiterin des Hauses, ihr Vertrag läuft fünf Jahre. Und ja, es ist fast schon ein historischer Moment. Denn nach über 200 Jahren ist Marie Rötzer die allererste Frau an der Spitze des Traditionshauses. Sie übernimmt den Job von Herbert Föttinger, der das Theater mit den beiden Spielstätten im 8. sowie im 1. Bezirk 20 Jahre geleitet hat. Rötzers Vorfreude ist groß. Mit welcher Vision sie ihre neue Position antreten möchte? „Ich will einen Raum der Zuversicht eröffnen. Ein Theater, wo man hingeht und trotz aller Verwerfungen der Welt einen Ort findet, an dem man Geschichten erleben kann, die Optimismus, Lebensfreude und Hoffnung auslösen“, schwärmt sie. Sie sieht das Theater als „Raum für Utopien“ und als „optimistische Werkstatt von Visionen“, wo ein Diskurs über Solidarität und das Zusammenleben in einer Gesellschaft geführt werden kann. Etwas, das in krisenhaften Zeiten wie den unseren so relevant ist wie noch nie.

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