
Ikone, Fitness-Vorbild, frisch verliebt: Jennifer Aniston setzt auf Stärke - im täglichen Training wie im Leben. Härte war gestern. Heute zählt Haltung.
von
Der Tag beginnt mit einem Glas warmem Zitronenwasser, angereichert mit Apfelessig und Vitamin C. Ein ruhiger Moment, bevor Bewegung folgt – verlässlich, jeden Tag. Für Jennifer Aniston, aktuell in der vierten Staffel von The Morning Show auf Apple TV+ zu sehen und in diesem Jahr mit dem Film Gail Daughtry and the Celebrity Sex Pass im Kino, ist Fitness kein flüchtiger Trend, sondern fester Bestandteil ihres Lebens.
Jennifer Aniston: Eine Ikone bleibt relevant
Jennifer Aniston, die Ikone. Von allen Schauspielerinnen Hollywoods, die seit den 1990er-Jahren zu den Aushängeschildern ihrer Generation wurden, hat sich die 57-Jährige eine bemerkenswerte Fähigkeit bewahrt: Die ehemalige Darstellerin von Rachel Green (Friends) bleibt relevant, ohne ihre Menschlichkeit zu verlieren. Noch immer ist sie für Millionen ein Symbol für zeitlose Schönheit, Authentizität und lässige Eleganz – eine Mischung, die weit über Filme und Fernsehrollen hinaus Wirkung zeigt. Sie gilt als unkompliziert, ausgestattet mit einem gewissen „Girl-next-door“-Charme, aber auch als sehr diszipliniert. Das gilt für ihre Karriere wie für ihren Lebensstil gleichermaßen. Ihr Fitnessprogramm zieht sie beinhart durch, wie sie auf ihrem InstaAccount fast 45 Millionen Follower:innen anschaulich beweist. Dennoch gesteht sie: „Viele denken, ich sei immer motiviert, aber das stimmt nicht. Ich habe oft keine Lust auf Sport, bleibe aber trotzdem dran.“
Das Fitnessgeheimnis: Pvolve-Methode
Ihr Training besteht aus einem Mix aus funktionellen Cardio- und StrengthSessions. Entscheidend ist für sie nicht die Intensität, sondern die Beständigkeit. Seit rund fünf Jahren vertraut die Schauspielerin auf die Pvolve-Methode – ein gelenkschonendes Trainingskonzept, das funktionelle Bewegungsabläufe mit speziellem Widerstands-Equipment verbindet und gezielt Kraft sowie Mobilität stärkt. „Mit 50 habe ich meine falschen Vorstellungen vom Gewichtheben korrigiert. Mit Pvolve trainiere ich so, dass mein Körper respektiert wird, statt überlastet zu werden“, sagt Aniston, die die Marke nicht nur als prominentes Gesicht repräsentiert, sondern auch als Partnerin und Investorin begleitet.
Ernährung und neue Konstante im Leben
Bei ihrer Ernährung setzt Aniston ebenfalls auf Klarheit statt Extreme: viel Pflanzliches, ausreichend Proteine, möglichst unverarbeitete Zutaten. Strenge ist nicht ihr Stil, Raum für Genuss gehört dazu. Freund:innen erzählen von gemeinsamen Kochabenden, bei denen nicht Kalorien, sondern Gespräche zählen. Und bei einem dieser Abende soll es geschehen sein …
In Anistons strukturierter Welt hat sich eine neue Konstante eingefügt: Jim Curtis, 50, Hypnosetherapeut, ganzheitlicher Gesundheitscoach, Autor und gefragter Speaker der Wellness-Branche. „Freunde haben uns miteinander bekannt gemacht“, erzählte er in der US-Sendung Today über ihr Kennenlernen. „Wir haben lange geschrieben – und sind uns dabei nähergekommen.“ Seit über einem Jahr ist er nun Teil ihres Lebens, nicht als Unterbrechung ihrer Routine, sondern als leise Erweiterung.
Jim Curtis: Der Gegenpol in Anistons Leben
Vertraute des Paares beschreiben Curtis, Vater eines Teenagers, als jemanden, der nicht antreibt, sondern erinnert: daran, Pausen ernst zu nehmen, Signale des Körpers wahrzunehmen, das Tempo bewusst zu wählen. „Er bringt eine andere Art von Motivation mit“, heißt es aus ihrem Umfeld – weniger Druck, mehr Achtsamkeit. Wo früher Ehrgeiz dominierte, steht heute eine gelassene Konsequenz. Auch das gemeinsame Training folgt diesem neuen Takt: weniger Kampf, mehr Verbindung.
Mit gewissen Einschränkungen, denn Jim Curtis lebt seit seinem 22. Lebensjahr mit einer chronischen Rückenmarkerkrankung, die Läsionen verursacht sowie Einschränkungen in der Mobilität mit sich bringt. Phasenweise ist er auf eine Gehhilfe angewiesen. Vielleicht gerade deshalb haben Bewegung und Training für das Paar eine andere Bedeutung. Frühmorgendliche Workouts, ruhige Läufe durch Los Angeles oder in der Nähe von Anistons Anwesen in Montecito – keine Inszenierung, kein Leistungsbeweis. Was nach wohltuendem Gegenentwurf zum gängigen HollywoodNarrativ klingt, in dem Fitness oft als Bühne der Selbstoptimierung dient, wirkt bei ihnen wie ein gemeinsames Ritual. Weniger Wettbewerb, mehr Verbundenheit.
Curtis' Ansatz: Embodied Living
Auch wenn Jim Curtis erst durch seine Beziehung zu Jennifer Aniston breitere Aufmerksamkeit erhält, arbeitet er in Los Angeles seit Jahren diskret mit einer festen Klientel. In einer Branche, die anfällig für schnelllebige Trends ist – von Nahrungsergänzungsmitteln bis zu digitalisierten Kurzworkouts –, positioniert sich Curtis bewusst anders. Sein Ansatz, den er „Embodied Living“ nennt, verbindet Atemarbeit, mentale Praxis, funktionelle Bewegung und strukturierte Selbstreflexion. Zu seinem Umfeld zählen Produzent:innen, Kreative und Führungskräfte aus der TechIndustrie. Namen macht er nicht öffentlich. Seine Workshops organisiert er in bewusst kleinen Gruppen, meist in angemieteten Studios oder privaten Gärten.
Eine Teilnehmerin, Gründerin eines Start-ups, beschreibt die Erfahrung als „entwaffnend unspektakulär“. Es habe keine dramatischen Durchbrüche gegeben, sagt sie, „aber nach einigen Wochen habe ich gemerkt, dass ich anders reagiere: weniger getrieben, weniger streng mit mir selbst“.
Neues Buch: The Book of Possibility
Mit Spannung wird auch Curtis’ neues Buch erwartet, das diesen Herbst im Verlag Simon & Schuster erscheinen soll. Der Titel: „The Book of Possibility“, voraussichtlich erhältlich ab 22. September. Curtis bezeichnet es als „die nächstbeste Erfahrung zu einer Eins-zu-eins-Arbeit mit mir“. Geplant ist eine Mischung aus Meditationen, Appgestützten Inhalten, Schreibimpulsen und Fallgeschichten aus seiner Praxis. Eine aufmerksame Leserin dürfte ihm bereits gewiss sein: Jennifer Aniston, die mit ihm eine selten gewordene Ruhe im Rampenlicht erlebt.