
Was passiert, wenn eine Frau nach 20 Ehejahren ausspricht, was sie bis jetzt verschwiegen hat? Charmante Komödie über ein intimes Geständnis!
Sie sind seit einer halben Ewigkeit glücklich verheiratet: Fanny und Tom, ein sympathisches Ehepaar in den besten Jahren. Bis ein überraschendes Geständnis ihre harmonische Beziehung von heute auf morgen auf den Kopf stellt: Fanny hatte noch nie einen Orgasmus. Grund genug für den kreativen Ingenieur Tom, ein Gerät zu basteln, das der verschwundenen Lust seiner Frau endlich auf die Spur kommen soll. Ob das gut geht? So der Plot der französischen Komödie „Chéri, ich komme! Die Erfindung der Lust“, die am 23. Juli bei uns in den Kinos startet.
Der Film von Regisseurin Reem Kherici (einer „Fachfrau für französische Publikumshits“) basiert auf der wahren Erfindungsgeschichte eines niederbayerischen Ehepaars, dem mit dem weltweit meistverkauften Sexspielzeug („Womanizer“) eine echte Revolution gelungen ist. Dass der beliebte Vibrator von Michael und Brigitte Lenke durch die Decke ging und seit der Erfindung im Jahr 2014 unzählige Frauen happy macht, ist vor allem seiner Partnerin zu verdanken: Sie erprobte die verschiedenen Entwicklungsmodelle selbst und unterstützte ihren Mann mit wertvollem Feedback aus der weiblichen Perspektive. Heute ist der Druckwellenvibrator ein weltweit erfolgreiches Milliarden-Business. Neben der kuriosen Erfindungsgeschichte geht es im Kinofilm aber auch um eine große Liebe, die sich traut, Fragen zu stellen. Und die sich Schritt für Schritt bereit macht, Antworten zu finden.
Vor allem jedoch bereitet es großen Spaß, den beiden Schauspieler:innen auf ihrer ebenso sinnlichen wie auch turbulenten Reise zu folgen. François Cluzet, den viele aus dem französischen Kultfilm „Kleine wahre Lügen“ beziehungsweise aus dem Welterfolg „Ziemlich beste Freunde“ kennen, trifft auf Alexandra Lamy, einen der beliebtesten Stars des französischen Kinos. Gemeinsam forschen, lachen, scheitern und streiten sie – bis ein unfreiwilliges Experiment mit dem Drogenvorrat ihrer Tochter in einer turbulenten Flucht vor der Polizei endet.
Was als Suche nach dem weiblichen Orgasmus beginnt, entwickelt sich zu einer ebenso berührenden wie humorvollen Geschichte über Ehrlichkeit, Intimität und die Fähigkeit, sich auch nach 20 Ehejahren noch einmal neu zu verlieben.


AUFBRUCHSSTIMMUNG. Alexandra Lamy als Fanny macht sich auf die Suche nach der weiblichen Lust und besucht dafür einen Selbstfindungkurs, bevor Ehemann Tom (François Cluzet) ein revolutionäres Sextoy erfindet.
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Geschichte des Orgasmus
„Es war mir wichtig, das Thema der weiblichen Lust anzusprechen. Bei meiner Recherche über den Orgasmus stellte ich fest, dass 30 Prozent der Frauen noch nie gekommen sind. Der weibliche Höhepunkt wurde lange verteufelt“, erzählt Regisseurin Kherici, die im Film selbst mitspielt und in die Rolle einer Sexologin und Paartherapeutin schlüpft. „Frauen, die einen Orgasmus erlebten, wurden als Hexen oder Besessene abgestempelt. In vielen Religionen wird immer noch erwartet, dass sie bis zur Heirat Jungfrauen bleiben. Das ist eine Art, den weiblichen Körper zu kontrollieren, und suggeriert, dass man, wenn man Sex zum Vergnügen hat, eine Sünde begeht“, kritisiert sie.


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Enttabuisierung
Schauspielerin Alexandra Lamy war für die Filmemacherin die Idealbesetzung für die Rolle der 50-jährigen Fanny. Lamy kommt ursprünglich aus der Theaterwelt und feierte ihren Durchbruch mit der französischen Sitcom „Un gars, une fille“. Es fiel ihr schwer, dem Filmangebot zu widerstehen: „Die Begeisterung von Regisseurin Reem war dermaßen ansteckend. Außerdem wird das Thema im Kino viel zu selten thematisiert. Während die männliche Lust in Filmen wie ‚Verrückt nach Mary‘ oder auch ‚American Pie‘ die Zuseher:innen zum Lachen brachte, bleibt weibliches Begehren nach wie vor noch ein großes Tabu“, so Lamy.
Für Alexandra Lamy war Fanny weit mehr als eine klassische Komödienfigur. Sie verkörpert eine Frau um die 50, die viel zu lange geschwiegen hat und endlich den Mut findet, über ihren Körper und ihre Wünsche zu sprechen. Genau das habe sie an der Rolle gereizt, sagt die Schauspielerin. „Nur wenige Filme zeigen Paare, die offen über Sex reden. Dabei geht es genau darum: unausgesprochene Probleme sichtbar zu machen und zu zeigen, dass Nähe und Intimität in jedem Alter neu entstehen können.“


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"Je alberner, desto glücklicher"
Filmpartner François Cluzet, der seit Jahrzehnten zu den großen Charakterdarstellern des französischen Kinos zählt, war ebenfalls von der positiven und selbstermächtigenden Message des Drehbuchs überzeugt: „Wie viele andere Menschen liebe auch ich es, Paare zu sehen, die sich gegenseitig wirklich lieben. Und je älter sie werden, desto schöner ist es! Mir gefiel auch die Idee, durch Komik ein Tabu zu brechen: die weibliche Lust.“
Den entscheidenden Anstoß gab Cluzet zufolge seine Frau Larissa. Jedes Mal wenn sie Freunden von der Geschichte erzählte, sei die Reaktion dieselbe gewesen: Neugier – und viel Gelächter. Für den Schauspieler war das ein deutliches Zeichen, dass der Film einen Nerv trifft. Humor sei schließlich oft der beste Weg, um über Themen zu sprechen, die sonst mit Scham oder Unsicherheit behaftet sind.



