
Sie dirigieren Teams mit über 100 Mitarbeiter:innen und müssen gleichzeitig Gastgeberin, Managerin und Motivatorin sein: Vier McDonald's Restaurantleiterinnen erzählen, was gute Führung für sie heute wirklich ausmacht.
„Diskriminierung hat keinen Platz“
VERANTWORTUNG. An ihre ersten beruflichen Jahre denkt sie gern zurück. Neben ihrem Job bei McDonald’s modelte Nikolic sowohl in Österreich als auch in Serbien: „Der Wechsel zwischen den beiden Welten hat mir immer wieder neue Impulse gegeben und mich in meiner Entwicklung vorangebracht.“ Noch dazu konnte die junge Mutter aufgrund der flexiblen Arbeitszeiten ihre Berufstätigkeit gut mit der Erziehung ihres Sohnes vereinbaren. Über die Zeit formierte sich ein klarer Wunsch: „Ich wollte mitgestalten. Meine Vorgesetzten haben das sehr unterstützt.“ Nikolic übersiedelte von Gmunden nach Wien und startete als Leiterin in einem neu eröffneten Restaurant. Von der Crewmitarbeiterin zur Vorgesetzten – ein großer Schritt: „Dazu kommt, dass es Kolleg:innen gibt, die schon sehr lange dabei sind und einzelne Arbeitsschritte vielleicht sogar besser beherrschen als man selbst.“ Letztlich war das kein Problem, im Gegenteil: „Das Know-how meiner Leute hilft mir, das Restaurant erfolgreich zu führen.“ Von ihren Mitarbeiter:innen verlange sie vollen Einsatz, aber im Gegenzug fördern „wir auch Talente und bieten jede Menge Chancen“. Gut findet Nikolic, dass bei McDonald’s Vielfalt großgeschrieben wird: „Bei uns arbeiten Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern. Diskriminierung hat keinen Platz. Und Frauen haben dasselbe Gehalt und dieselben Möglichkeiten. Auch für Mütter und Alleinerziehende gibt’s ideale Varianten.“ Ihr eigener Sohn sei mittlerweile selbstständig: „Dennoch ist es nicht immer ganz leicht. Doch ich kann das gut mit meinem flexiblen Dienstplan managen.“ Mit Vorurteilen komme sie gut zurecht. Sie weiß, dass für viele ein Job bei McDonald’s bedeute, „Burgerbrater:in“ zu sein: „Sobald ich jedoch erkläre, ein Restaurant mit einer hohen Umsatzgröße, umfangreichem Verantwortungsbereich und 100 Mitarbeiter:innen zu leiten, folgt das große Staunen.“ Und was bedeutet ihr Erfolg? Für Nikolic ist klar: „Etwas zu bewegen und zu gestalten und dabei sichtbare Ergebnisse zu sehen und Verantwortung zu übernehmen.“


RADMILA NIKOLIC Aus einem Nebenjob wurde eine Karriere: Seit 2007 arbeitet die damalige Maturantin bei McDonald’s und leitet heute ein Restaurant in Wien
© McDonald´s Österreich / Christian Husar„Es funktioniert nur mit Respekt“
KOMMUNIKATION. Eigentlich war eine Karriere in der Systemgastronomie nicht der Plan der 30-Jährigen. Doch als sie vor zehn Jahren begann, haben „meine Vorgesetzten sehr bald gefragt, ob ich Schichtleiterin werden möchte“. Nach zwei Jahren folgte der Karrieresprung zur Restaurantmanagerin in Steyr. Anfangs sei es für die Mutter einer sechsjährigen Tochter ungewohnt gewesen, plötzlich Verantwortung für über 40 Mitarbeiter:innen zu tragen: „Eine große Veränderung, aber letztendlich haben mein Team und ich es gemeinsam geschafft.“ Ihre Führungsstrategie definiert Bandula-Nagy mit einer klaren Linie: „Es funktioniert nur mit Respekt, guter Kommunikation und gegenseitiger Unterstützung. Das ist mir sehr wichtig.“ Um auch in der aktuellen Rolle weiter zu wachsen, gibt es häufi g Workshops, Weiterbildungsmöglichkeiten und aktuell einen Englischkurs: „Wichtig ist, dass man am Ball bleibt.“ Denn die Gastronomie verändere sich laufend. Digitalisierung und schnelle Prozesse spielen eine immer größere Rolle: „Ich denke, wir können da sehr gut mithalten und sind immer up to date.“ Ein bisschen schade fi ndet die Oberösterreicherin, dass viele unterschätzen, „wie viel Verantwortung, Organisation und Führung mein Beruf wirklich bedeutet“. Job und Familie zu verbinden, brauche eine gute Organisation: „Gemeinsam mit meinem Mann, den ich übrigens bei McDonald’s kennengelernt habe, schaff e ich das sehr gut. Das ist für mich das größte Glück.“


AGNES BANDULA-NAGY Die Oberösterreicherin arbeitet seit zehn Jahren bei der Fast-Food-Kette und leitet ein Team von 40 Mitarbeiter:innen in einem Restaurant in Steyr.
© McDonald´s Österreich / Christian Husar„Ich gebe klare Strukturen“
CHANCEN. Gleich nach der Schule checkte Güclü bei McDonald’s ein und ist bis heute geblieben. „Mit 15 Jahren startete ich als geringfügig beschäftigte Mitarbeiterin, mittlerweile habe ich es bis zur Senior Restaurantleiterin geschafft“, erzählt die Leiterin zweier Restaurants in Vorarlberg mit insgesamt 127 Mitarbeiter:innen stolz. Ihr Fokus ist klar definiert: „Ich konzentriere mich auf die Entwicklung und Stabilität meiner Teams.“ Dabei sei die Mutter eines sechsjährigen Sohnes gern nah am Geschehen, unterstütze dort, wo es brennt, und „motiviere mein Team im Alltag“. Ein gutes Arbeitsklima schaff esie durch Respekt und Nähe: „Mir ist wichtig, zuzuhören, Wertschätzung zu zeigen und klare Strukturen zu geben. So gelingt es, auch in stressigen Situationen gut zusammenzuarbeiten.“ Dazu gehören fl exible Arbeitszeiten. Dass ihr Arbeitgeber soziale Verantwortung trägt, macht Güclü stolz, McDonald’s setze „nachhaltige Maßnahmen wie Bio-Abfall, E-Tankstellen und einen sehr hohen Anteil an nachhaltigen Verpackungen“. In der Zukunft sieht die 32-Jährige ihren Arbeitgeber weiter als Big Player: „Wir werden in der Gastronomie weiter eine wichtige Rolle spielen, weil wir für alle zugänglich und schnell verfügbar sind – ohne Reservierung und ideal für den Alltag.“
FATMA GÜCLÜ Vor 17 Jahren jobbte sie als geringfügig Beschäftigte, heute führt sie 127 Mitarbeiter:innen in zwei Restaurants in Vorarlberg.
© McDonald´s Österreich / Christian Husar„Verantwortung übertragen“
WACHSTUM. Schon neben der Schule jobbte die Niederösterreicherin 2004 bei der Restaurantkette, und „es hat so Spaß gemacht, dass ich mich nach der Matura und einem kurzen Ausflug ins Studentenleben entschieden habe, hier meinen Karriereweg weiter zu gehen“. Nach wenigen Jahren kam die Beförderung zur Restaurantmanagerin– „eine Mischung aus Stolz und Unsicherheiten, die ich gemeistert habe“. Heute führt sie in St. Pölten ihr Team von 85 Mitarbeiter:innen auf Augenhöhe: „Ich gebe Wertschätzung und Anerkennung. Eine off ene Unternehmenskultur ist mir sehr wichtig, dazu zählen regelmäßige Mitarbeiter:innengespräche.“ Täglich startet die 38-Jährige mit Freude in den Arbeitstag. Es sei alles dabei: „Action im operativen Bereich und administrative Aufgaben.“ Günes-Sahin schätzt die gute Zusammenarbeit innerhalb ihrer Franchise-Organisation, da bei Problemen „immer ein Ansprechpartner da sei“. Hinzu komme die gelebte Diversität. Für die Managerin, die sich als ehrgeizig und lösungsorientiert beschreibt, ist wichtig: „Frauenförderung bedeutet nicht nur, darüber zu reden, sondern aktiv Chancen zu geben und Verantwortung zu übertragen. Das passiert bei uns. Mein Management-Team ist überwiegend weiblich. Fairness im Alltag führt auch zu besseren Ergebnissen im Restaurant.“ Vom hohen Vertrauen in ihre Leute profitiere Günes-Sahin selbst für ihre eigene Work-Life-Balance: „Ich gebe gerne mein Wissen und Verantwortung weiter, damit alle möglichst selbstständig arbeiten.“ Weiterentwicklung sei wichtig für die Restaurant-Leiterin, aber „der größte Erfolg ist für mich, zu sehen, wie die Mitarbeiter:innen, die ich gefördert habe, über sich hinauswachsen“.


SENAY GÜNES-SAHIN Vor 22 Jahren begann die Niederösterreicherin mit einem Nebenjob bei McDonald’s. Heute steht sie an der Spitze eines Restaurants in St. Pölten.
© McDonald´s Österreich / Christian Husar