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Das kleine Schwarze: So trägst du den Modeklassiker heute

Es ist wohl DER modische Evergreen: Das kleine Schwarze – also ein klassisch geschnittenes, schwarzes Kleid – darf in keinem Kleiderschrank fehlen. So trägt man den zeitlosen Klassiker heute.

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Das kleine Schwarze
© iStock

Es ist weltweit bekannt als "petite robe noir" oder auch "little black dress": Die Rede ist vom kleinen Schwarzen. Ein Kleid, das zum absoluten Modeklassiker avancierte. In unserem Artikel erfährst du alles über die spannende Geschichte hinter dem berühmten Kleid, welche Trägerinnen es berühmt machten und wie du das kleine Schwarze heute stilsicher trägst.

Woher kommt der Modeklassiker?

Seit dem 19. Jahrhundert waren schwarze Kleider ausschließlich trauernden Witwen vorbehalten. Dadurch bekam das Kleidungsstück aber auch eine weitere Bedeutung: Weil die Farbe suggerierte, dass eine Frau schon einmal verheiratet und somit sexuell erfahren war, wurde die Farbe Schwarz auch mit der sogenannten "Femme Fatale" und einem lasterhaften Lebensstil assoziiert.

Dass das kleine Schwarze seinen frivolen Beigeschmack los wurde, verdanken wir in erster Linie der Modeschöpferin Coco Chanel. Ein erster Entwurf Chanels wurde im Jahr 1926 im amerikanischen Vogue-Magazin abgedruckt. Das kleine Schwarze war dazumal knielang und hatte enge, lange Ärmel.

Der schlichte Schnitt und das unaufgeregte aber dennoch feminine Design stand im Kontrast zu pompösen, schwarzen Roben, die zu dieser Zeit vorherrschend waren. Der Hype um das kleine Schwarze begann. Weil das Prinzip so erfolgreich war, wandte es Coco Chanel bald auch auf weiteren Modellen an.

Fortan gab es das kleine Schwarze etwa mit plissiertem Rock oder mit Paillettenbesatz. Die Kleider wurden schnell zum Inbegriff des neuen Schönheitsideals der 1920er Jahre, welches durch einen androgynen aber dennoch glamourösen Stil geprägt wurde.

Was genau ist das kleine Schwarze überhaupt?

Eine klare Definition des Kleinen Schwarzen gibt es im Grunde nicht. Doch als "klein" wird das Kleid deshalb bezeichnet, weil es – im Gegensatz zu einer opulenten schwarzen Abendrobe – klassisch wie ein Etuikleid geschnitten ist und knapp über dem Knie endet. Häufig kommen dafür Stoffe wie Satin, Chiffon oder Viskose zum Einsatz.

Diese Stilikonen haben das kleine Schwarze geprägt

Coco Chanel hat das kleine Schwarze salonfähig gemacht, dennoch haftete ihm bis in die 1960er-Jahre hinein ein anrüchiges Image an. Es war auch kein Zufall, dass Leinwand-Größen aus dieser Zeitspanne in verführerischen Szenen gerne das kleine Schwarze trugen. Bestes Beispiel: Marilyn Monroe in "Manche mögen's heiß".

Auch Brigitte Bardot geizte im Film "Wollen Sie mit mir tanzen?" im kleinen Schwarzen nicht mit ihren Reizen:

Endgültigen Kultstatus erlangte das kleine Schwarze aber im Jahr 1961, als der Filmklassiker "Frühstück bei Tiffany's" die Kinosäle füllte. Als Holly Golightly verkörpert Schauspiel-Ikone Audrey Hepburn im kleinen Schwarzen mit Perlenkette, Handschuhen und Hochsteckfrisur die pure Eleganz.

Das Kleid wurde ihr nicht, wie man vermuten könnte, von Chanel auf den Leib geschneidert, sondern von Designer Hubert de Givenchy. Seine Kreation gepaart mit Audrey Hepburns Charisma löste einen regelrechten Hype aus – und das über Ländergrenzen hinweg. Übrigens: Das Modell aus dem Film wurde zum begehrten Sammlerstück und im Jahr 2006 für 607.000 Euro versteigert.

Bis heute ist das kleine Schwarze aus der Mode nicht mehr wegzudenken. Ein Stück Fashion Geschichte schrieb auch Prinzessin Diana, als sie nach ihrer Scheidung von Prinz Charles 1994 bei einer Spendengala im raffinierten schwarzen Off Shoulder-Dress erschien. Der Auftritt sorgte für gehörigen Aufruhr und die Medien bezeichneten das Kleid damals vielsagend als "Revenge Dress":

Wie trägt man das kleine Schwarze heute?

Der größte Vorteil am kleinen Schwarzen ist im Grunde, dass es wie eine leere Leinwand ist, welche man mit Accessoires leicht umstylen und für verschiedenste Lebenssituationen tragbar machen kann. Egal ob als Kleid für den (beruflichen) Alltag, als Partydress, Cocktailkleid oder als Abendrobe: Welche Botschaft man mit dem Kleid senden möchte, liegt ganz bei der Trägerin.

Zusätzlich kommt es natürlich auch auf den Schnitt des Kleides an. Designer auf der ganzen Welt interpretieren den modischen Dauerbrenner immer wieder neu und passen ihn den aktuellen Trends an. Deshalb kommt das Kleid auch regelmäßig in verschiedenen Schnitten und Materialien daher. Im Alltag sind etwa Kleider mit lockerem Schnitt aus Leinen oder Baumwolle empfehlenswert, während es abends mit Seide, Satin, Leder oder auch Pailletten ruhig etwas mehr Glamour sein darf.

Ein hochgeschlossenes, figurbetontes Kleid ist mit einem breiten Gürtel kombiniert zum Beispiel ein zeitloser Hingucker. Das gleiche Teil kann aber mit einer kuscheligen Strickjacke und lässigen Boots super für den Alltag gestylt werden. Immer wichtig: Die Accessoires, aber auch Schuhe, Haare und Make Up prägen den Gesamtlook.

Opulenter Schmuck und Pumps etwa zielen auf einen eleganten (Abend-) Look ab. Hochsteckfrisuren helfen dabei, dem Ganzen einen noch glamouröseren Touch zu verleihen. Offene Haare hingegen wirken eher lässig bzw. wild. Übrigens: Mit der Länge des Kleides nehmen wir es heute nicht mehr so genau, denn die Bezeichnung des kleinen Schwarzen gilt heute sowohl für Kleider in Mini- als auch Midi-Länge.

Diese kleinen Schwarzen empfehlen wir

Das kleine Schwarze ist ein modischer Evergreen, den man vielseitig kombinieren und zu beinahe jedem Anlass tragen kann. Falls du hier noch Nachholbedarf hast und auf der Suche nach dem richtigen Little Black Dress bist, hilft dir vielleicht unsere Shopping-Auswahl weiter:

Themen: Mode, Trends