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Gender Creative Parenting: Wenn die Eltern das Geschlecht des Kindes nicht verraten

"Wird es ein Junge oder ein Mädchen?" Das ist wohl die häufigste Frage, die Schwangere hören. Aber es gibt Eltern, die verraten das Geschlecht ihrer Kinder auch nicht wenn sie bereits geboren sind und heranwachsen.

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Gender Creative Parenting: Wenn die Eltern das Geschlecht des Kindes nicht verraten
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Rosa - hellblau. Gut in Mathematik - gut in Sprachen. Kleider - Hosen. Mutig - schwach. Das sind nur ein paar der Zuordnungen, die man bei Mädchen oder Buben bereits im Kindesalter macht. (Ganz zu schweigen davon, was für Konsequenzen das Geschlecht im Erwachsenenalter hat.) Kyl und Brent Myers jedoch wollen, dass ihre Kinder nicht nur gefühlt eine halbe Welt erleben, sondern die ganze. Und daher verraten sie niemandem, ob "Zoomer" männlich oder weiblich ist. Das Kind soll sich später einfach selbst entscheiden und nicht die Gesellschaft entscheiden lassen, womit es spielen soll, was es anziehen soll und was vermeintlich besser geeignet für sein Geschlecht wäre.

Oftmals verraten Eltern bis zur Geburt das Geschlecht ihres Kindes nicht - vielleicht auch, weil sie nicht die gesamte Ausstattung reduziert auf eine Farbe, Rosa oder Blau, erhalten wollen. Das Paar aus dem US-Bundesstaat Utah geht aber noch weiter: Bei ihnen muss ebenso beim mittlerweile 2-jährigen Kind noch immer keiner wissen, welche Geschlechtsteile es hat. Das spiegelt sich zudem in der Sprache wieder: Kyl und Brent verwenden weder "er" noch "sie" wenn sie über Zoomer reden, sondern das englische Vokabel "they", also die Mehrzahl.

So soll Zoomer frei von Erwartungen, Stereotypen sowie Einschränkungen in Bezug auf die Geschlechterrollen aufwachsen und stattdessen seine ganz eigene Persönlichkeit entwickeln können: das Grundprinzip der sogenannten "geschlechterkreativen" oder "geschlechteroffenen" Erziehung. Dabei geht es keineswegs darum Rosa oder Hellblau zu verdammen. Es geht darum, dem Kind eine größere Auswahl zu geben und auch zu überlassen. Nichts ist verboten, nichts ist "nur für Mädchen" oder "nur für Jungen", sondern alles ist für alle.

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