
ONLINE-LEBEN. Family-Influencer:innen posten, oft ohne zu fragen, Fotos oder Videos ihrer Kids im Netz. Da bleibt Kritik natürlich nicht aus.
©Unsplash / Andrej LisakovEin Aufwachsen zwischen Werbedeals und inszeniertem Familienleben: Der neue Film „Babystar" beleuchtet den Alltag von Family-Influencer:innen kritisch. Was es mit Kindern macht, wenn ihr Leben online stattfindet ...
Luca ist 16 und eine glückliche Teenagerin. Zumindest auf Social Media. Zusammen mit ihren Eltern Stella und Chris lebt sie ein makelloses Insta-Life. Seit Lucas erstem Ultraschallbild produzieren sie gemeinsam Lifestyle-Content für ihre nach Updates gierenden Follower:innen und verdienen viel Geld durch Werbedeals. Ein perfekt inszeniertes Leben, das sich im Laufe der Jahre als emotionaler Ausnahmezustand entpuppt hat. Stella und Chris überschreiten immer wieder Grenzen, um mehr Klicks zu generieren. Und Lucas fragile Identität gerät ins Wanken. Was aktuell im Filmdrama „Babystar“ fiktional zugespitzt wird, ist bei vielen Realität. Drehbuchautorin Nicole Rüthers erklärt die Idee hinter der Satire: „Regisseur Joscha Bongard und ich stellten uns die Frage, was es mit der Psyche eines Kindes macht, wenn es ständig dem Feedback auf Social Media ausgesetzt ist und die gesamte Existenz der Eltern von der Performance des Kindes abhängt.“ Eine Szene wirkt besonders drastisch. Luca zieht sich bei einem Restaurantbesuch mitten im Lokal aus und pinkelt vor allen Leuten auf den Boden. „Wir wollten die Absurdität veranschaulichen, wie normal es für manche Eltern ist, intime Momente ihres Kleinkindes öffentlich zu teilen. Es kann sich ja nicht dagegen wehren“, so Rüthers.
