
Winzige positive Momente können oft mehr bewirken, als wir ahnen. Über die Kunst, das Schöne zu bemerken.
Der erste Schluck Kaffee. Ein Marienkäfer, der auf der Jacke landet. Der Hund, der auf der Straße freundlich den Kopf schieflegt. Ein Song, der plötzlich genau die richtige Stimmung trifft. Oder dieser eine Moment am Abend, wenn endlich Ruhe ist und man für ein paar Sekunden denkt: Das ist gerade schön. Nichts davon ist spektakulär, und genau darum geht es beim sogenannten Glimmer. Der Begriff beschreibt kleine, oft flüchtige Momente, die Freude, Sicherheit, Verbundenheit oder einfach Wohlsein auslösen können. Während „Trigger“ inzwischen fast ausschließlich für negative Auslöser steht, soll „Glimmer“ die positiven Gegenspieler benennen. Geprägt wurde der Begriff von der US-amerikanischen Traumatherapeutin und Autorin Deb Dana, die ihn 2018 in ihrem Buch „Polyvagal Theory in Therapy“ verwendete.