
Am 31. Mai geht der Asics Österreichische Frauenlauf in seine 38. Runde. Ilse Dippmann spricht darüber, wie sie im Laufsport ihren Purpose fand.
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Motiviert, vielleicht auch ein bisschen nervös, aber ganz sicher voller Vorfreude versammelten sich am 12. Juni 1988 im Schlosspark Laxenburg nahe der Wiener Landesgrenze 440 Frauen und Mädchen, um den ersten österreichischen Frauenlauf der Geschichte anzutreten. Dieses Jahr werden es über 30.000 aus mehr als 80 Nationen sein: Unter dem Motto „Here for More“ geht der Asics Österreichische Frauenlauf im Wiener Prater heuer zum 38. Mal über die Bühne. Damals wie heute mit dabei: Ilse Dippmann, Frauenlauf-Gründerin und seit Jahrzehnten begeisterte Läuferin.
Wie sie dieses „More“ interpretiert? „Es kann für jede Frau etwas anderes bedeuten. Für manche geht es darum, den persönlichen Rekord zu brechen oder das erste Mal eine bestimmte Distanz zu laufen. Für andere steht das Gefühl im Vordergrund – Energie, Gemeinschaft und dieses besondere Erlebnis, wenn Tausende Frauen gemeinsam an den Start gehen.“ Für die 69-jährige Sportorganisatorin und Speakerin selbst geht es um „Sisterhood, Empowerment und die Kraft, die entsteht, wenn Frauen sich gegenseitig unterstützen und motivieren.“ Dieser Impact wirkt über die Laufstrecke hinaus, erklärt Dippmann: „‚Here for More‘ heißt für mich auch, den Mut zu haben, immer wieder einen Schritt weiterzugehen und sich nicht von bestehenden Grenzen aufhalten zu lassen.“


Der 38. Asics Österreichische Frauenlauf findet am 31. Mai 2026 traditionell im Wiener Prater entlang der Hauptallee statt. Distanzen: 5 km & 10 km, 5 km Nordic Walking. Die Voranmeldung ist bis zum 26. April 2026 möglich. LAUFTRAINING: Maximal zwei Wochen im Voraus kann man sich für ein kostenloses Frauenlauftraining mit Coach anmelden. Standorte in ganz Österreich. oesterreichischer-frauenlauf.at
© Getty ImagesAusgleich durch Laufen
Die gebürtige Niederösterreicherin gilt als Visionärin. „Vor rund 40 Jahren wurden laufende Frauen noch schief angesehen“, erinnert sie sich. „Heute sind sie aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.“ Dippmann ist überzeugt: Der Asics Österreichische Frauenlauf hat zu dieser Veränderung maßgeblich beigetragen. Für sie ist der Sport nicht nur ihr Job und Purpose, sondern vor allem ein wichtiger Ausgleich: „Laufen hilft mir, den Kopf freizubekommen. Gerade in einem beruflichen Alltag, in dem vieles gleichzeitig passiert, ist es für mich ein Weg, den Geist zu resetten.“ Da Joggen das Hormon Cortisol reduziert und Endorphine freisetzt, hilft es, Stress abzubauen. „Gleichzeitig verbessert regelmäßige Bewegung die Durchblutung und unterstützt klares Denken“, kennt Dippmann die Hintergründe. „Beim Laufen entstehen oft neue Ideen.“
So unkompliziert Joggen an sich ist – viele kostet es dennoch Überwindung, weitere Strecken anzugehen. Die gute Nachricht: Das muss gar nicht sein. Schon zehn bis 20 Minuten lockeres Laufen stärkt Herz und Kreislauf. Für Anfänger:innen sind dabei Lauf-Geh-Intervalle empfehlenswert. Dauer und Intensität sollten erst nach und nach angepasst werden, denn nur, wer entspannt bei ruhigem Puls joggt, kann Spaß für den Sport entwickeln.
Laufen gibt mir mehr zurück , als ich an Zeit und Energie investiere. Es gibt nicht viele Dinge, die das bieten.

Gemeinsam zum Erfolg
Wie es gelingt, eine Routine aufzubauen und nicht nur langfristig, sondern vor allem mit Leichtigkeit dranzubleiben? Die Laufexpertin glaubt an die Kraft der Vielen: „Gemeinsam mit Freundinnen, Kolleginnen oder in einer Laufgruppe zu trainieren, hilft enorm, motiviert zu bleiben.“ Wer niemanden kennt, der gemeinsam dem obligatorischen Schweinehund den Kampf ansagen will, kann zwölf Wochen vor dem Event bei diversen Running Clubs Verbündete finden: „An 65 Standorten in ganz Österreich bereiten sich Frauen gemeinsam mit 159 Trainerinnen auf den Asics Österreichischen Frauenlauf vor.“ Darüber hinaus hilft es, sich vor Augen zu führen, was man gewinnt, wenn man regelmäßig seine Runden dreht: „Selbstdisziplin, Eigenmotivation und Selbstvertrauen“, ist Dippmann überzeugt. „Mich hat das Laufen mutig und stark gemacht!“
Für die Frauenlauf-Gründerin lohnt sich der Aufwand jedes Mal: „Laufen gibt mir immer mehr zurück, als ich an Zeit und Energie investiere. Es gibt nicht viele Dinge im Leben, die das bieten.“ Warum es sich darüber hinaus auszahlt, sich neben dem alltäglichen Training bei einem Laufevent anzumelden? „Es ist nicht nur ein schönes Erlebnis, sondern für viele Frauen ein Moment, in dem sie ihre eigene Stärke spüren“, ist Dippmann überzeugt. Sich ein Ziel zu setzen, darauf hinzutrainieren und schließlich die Ziellinie zu überqueren, ist etwas ganz Besonderes.“
Drei Tipps, die zeigen, wie Sie langfristig motiviert bleiben
KLEIN STARTEN: Statt sich gleich lange Distanzen vorzunehmen, ist ein moderater Einstieg sinnvoll – etwa zwei- bis dreimal pro Woche für 10 bis 20 Minuten. Besonders effektiv sind Lauf-Geh-Intervalle: Kurze Laufphasen wechseln sich mit Gehpausen ab.
ZIELE SETZEN: Motivation entsteht durch Fortschritt. Deshalb lohnt es sich, klare, realistische Ziele zu definieren – etwa dreimal pro Woche aktiv sein oder in vier Wochen 30 Minuten am Stück laufen können.
WOHLFÜHLEN: Wer Bewegung mit positiven Emotionen verbindet, bleibt langfristig dran. Eine Playlist mit Lieblingssongs, eine schöne Laufstrecke im Grünen oder ein Meet-up mit Freund:innen können das Training schnell zum persönlichen Highlight machen.
