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Christian Louboutin: Die Marke mit den ikonischen roten Sohlen im Portrait

Aktualisiert
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15 min
Christian Louboutin Store, Wien

Christian Louboutin Store, Wien

©Elke Mayr
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Selbst wer weniger Mode-affin ist, kennt sie wahrscheinlich: Die roten Sohlen sind das Markenzeichen der weltberühmten Schuhe von Christian Louboutin. Wie die Faszination für Damenschuhe ihren Anfang nahm, erfahrt ihr in unserem großen WOMAN-Portrait.

Alles begann mit einem Hinweisschild in einem Museum, welches durchgestrichene Stilettos zeigte. Es sollte Besucherinnen daran hindern, mit ihren Absätzen den Parkettboden zu ruinieren. Die Zeichnung faszinierte den damals zehnjährigen Christian Louboutin so sehr, dass er begann, sich mit der Form von Damenschuhen auseinanderzusetzen.

Er entwarf für große Namen wie Yves Saint Laurent oder Chanel und eröffnete 1992 seine erste eigene Boutique in Paris. Der Erfolg der Luxusmarke ließ nicht lange auf sich warten, der Rest ist Geschichte. Wir haben alle Details über den spannenden Werdegang von Christian Louboutin und verraten, wie es zu den berühmten roten Sohlen gekommen ist!

Steckbrief Christian Louboutin

  • Firmenname: Christian Louboutin SAS

  • Gehört zu: Exor N.V.

  • Gründungsjahr: 1991

  • Gründer: Christian Louboutin

  • Firmensitz: Paris, Frankreich

  • CEO: Bruno Chambelland

  • Kreativdirektor: Christian Louboutin

Christian Louboutins Kindheit: Kunst und Kultur statt Schulbank

Er ist der wohl bekannteste Luxusschuster der Welt: Christian Louboutin wurde am 7. Januar 1964 als Sohn eines Tischlers und einer Hausfrau in Paris geboren. Da sein Vater wegen seines Berufs nur selten zuhause war, wuchs Christian größtenteils mit seiner Mutter und den drei älteren Schwestern auf. Als Jüngster in der Familie genoss er den Status des wohlbehüteten Nesthäkchens – doch das sollte sich bald ändern. Denn der junge Christian Louboutin verbrachte seine Zeit lieber auf den Pariser Flohmärkten und in Museen als in der Schule.

Der eigensinnige Schulschwänzer entwickelte sich schon bald zum Sorgenkind der Mutter, was darin gipfelte, dass er mit zwölf von Zuhause weglief, um bei einem Freund zu wohnen. Unbekümmert konnte er so seiner Leidenschaft für Kunst und Kultur in der Pariser Innenstadt nachgehen, die ihm schon bald seinen weiteren Karriereweg ebnen sollte...

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Alles begann mit einem Verbotsschild im Museum

Christian Louboutins Interesse an Damenschuhen wurde ausgerechnet im Museum geweckt: Als er das "Musée des Arts Africains et Océaniens" betrat, entdeckte er ein Verbotsschild, welches einen Damenschuh mit einem durchgestrichenen hohen Absatz zeigte, um die kostbaren Holzböden des Museums zu schonen.

Fasziniert von der eleganten Form des Stilettos zeichnete Christian Louboutin die Konturen des Schuhs immer wieder nach. Wenig später entwickelte er außerdem eine Faszination für die Tänzerinnen des Pariser Varietés, die sich trotz sehr hoher Absätze elegant und geschmeidig auf der Bühne bewegten. Da er so häufig zu Gast im Theater war, gehörte der junge Christian schon bald quasi zum Inventar.

Im Alter von 16 Jahren begann er ein Praktikum in dem berühmten Theater "Folies Bergère". Doch hinter der Bühne wurde er Zeuge von blutigen Füßen und Blasen. Um dem Problem vorzubeugen, griffen die Tänzerinnen teilweise zu rudimentären Mitteln, etwa indem sie Christian zum Metzger schickten, um Scheiben von Fleisch zu kaufen, die die Frauen als Einlagen für ihre Schuhe nutzten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wusste Christian, dass er sein Leben dem Design von Damenschuhen widmen möchte.

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Karriere mit Umwegen

Louboutins Werdegang zum Designer war jedoch nicht unbedingt traditionell. Statt eines Modestudiums oder einer anderen Ausbildung machte er als Partygänger im wilden Paris der 1970er Jahre die Nacht zum Tag. Nach kleineren Rollen in nahezu vergessenen Kultfilmen besuchte er schließlich eine Akademie, wo er Zeichnen lernte und dekorative Künste studierte.

Doch sein Fernweh war größer und so verließ er Paris für einige Zeit, um sich Inspiration für seine Arbeit bei Reisen nach Indien und Ägypten zu holen. Im Jahr 1980 kehrte er nach Paris zurück. Im Gepäck hatte Christian eine kleine Mappe mit Schuh-Designs. Diese bot er verschiedensten Modehäusern an – mit Erfolg! Als freier Mitarbeiter konnte er große Namen wie etwa Chanel oder Yves Saint Laurent als Auftraggeber gewinnen.

1981 bekam er zudem eine Fix-Anstellung bei dem berühmten Roger Vivier, der als Erfinder des Stilettos galt. Bei ihm lernte Christian Louboutin seine Entwürfe auch handwerklich umzusetzen. In den späten 1980er Jahren schlug Louboutin noch einmal einen Umweg ein, denn er gab seinen Beruf kurzzeitig auf, um als Landschaftsgärtner zu arbeiten. Doch 1991 war es dann soweit: Christian Louboutin eröffnete sein eigenes Geschäft in Paris.

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Christian Louboutins Aufstieg in den Mode-Olymp

Die Schuhe des legendären Designers waren von Anfang an sehr beliebt bei den Damen. Ob es wohl daran lag, dass der Designer seinen Kundinnen immer gratis Kaffee anbot? Oder an der Tatsache, dass die Zeitungen schon bald berichteten, dass Prinzessin Caroline von Monaco dort gern ihre Schuhe einkaufte?

Beides dürfte dem Erfolg des Designers jedenfalls nicht geschadet haben, zum Star der Modebranche wurde er allerdings wegen einer zündenden Idee, die er kurz nach der Gründung seiner Marke hatte: Der Designer arbeitete an einem neuen – von Pop Art inspirierten – Schuhmodell und fand dieses zu ausdruckslos. Kurzerhand schnappte er sich den Nagellack seiner Assistentin und strich die Schuhsohlen rot an, um dem Modell das gewisse Etwas zu verleihen.

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Das raffinierte Design war sofort eine Sensation und gilt bis heute als das Markenzeichen von Christian Louboutin, das jeden Schuh auf dezente aber unübersehbare Art kennzeichnet. Der Designer selbst assoziierte Sinnlichkeit – sei es in Form von Romantik oder einem kleinen Flirt – mit dem Rot der Sohlen: Der Mann dreht sich noch einmal um, während die Angebetete über den Asphalt davon tänzelt und er erhascht nur noch einen Blick auf das aufblitzende Rot der Schuhsohlen.

Von diesem Moment an, ging es steil bergauf. Bereits 1994 eröffnete Louboutin die nächste Boutique in New York. In den darauffolgenden Jahren sollten noch weitere folgen. Im Folgejahr kreierte er außerdem Schuhe für die Couture- und Ready-to-wear-Kollektionen von Designern wie Jean Paul Gaultier, Chloé, Diane von Furstenberg, Givenchy und Lanvin.

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Hier steht die Marke Louboutin heute

Die Marke Christian Louboutin und speziell die ikonischen Schuhe sind mittlerweile absolut omnipräsent: Denn egal ob auf dem Red Carpet, in "Sex And The City" oder in Songtexten von Größen wie Ariana Grande oder Cardi B – Schuhe von Louboutin gelten als Statussymbol, die schon längst Einzug in die moderne Popkultur gehalten haben. Ihr Markenzeichen: Das knallige Rot, die markante Stiletto-Form sowie rockige Elemente prägen viele seiner Designs.

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Die Popularität der Marke spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen wider: Während im Gründungsjahr noch 200 Modelle über den Ladentisch wanderten, sind es heute schätzungsweise 700.000 Paar Schuhe im Jahr, die für einen Preis von 500 bis zu 4.000 Euro verkauft werden. Darüber hinaus verfügt die Luxusmarke heute über eine internationale Einzelhandelspräsenz mit rund 150 Stores in 30 Ländern.

Aber Louboutin verkauft längst nicht mehr nur High Heels. Im Gegenteil: Auch flache Schuhe wie Stiefel, Sneaker oder Loafer haben (natürlich mit der charakteristischen roten Sohle) wurden in die Produktpalette des Luxuslabels aufgenommen.

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Christian Louboutin Store in Wien

© Elke Mayr

Weiters wurde das Sortiment um eine Männerkollektion, Taschen, Gepäck sowie Kleinlederwaren ergänzt. Ein weiterer geschickter Schachzug war der Launch einer eigenen Louboutin Beauty-Kollektion inklusive Parfums:

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2021 wurde schließlich bekannt, dass Christian Louboutin 24 Prozent seines Unternehmens an die italienische Investmentgesellschaft Exor N.V. verkauft hat. Der Designer und Firmengründer, der seit 1997 mit dem Landschaftsarchitekten Louis Benech zusammenlebt, begründete diesen Schritt damals in einem Interview mit den Worten:

Weil mir klar wurde, dass ich an die Zukunft der Firma denken muss und vermutlich nicht noch einmal 30 Jahre hier sitzen werde. Und ich will meinen Zwillingstöchtern, die jetzt sieben Jahre alt sind, die Freiheit der Wahl lassen, ob sie irgendwann in meinen Schuhen laufen wollen oder nicht.

Christian Louboutin

2022 launchte Christian Louboutin außerdem unter dem Namen "LoubiFamily" eine besondere Kollektion für die gesamte Familie: Unter anderem waren Schuhe für Kinder sowie Zubehör für Haustiere Teil der Kollektion.

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Heute gilt Christian Louboutin als eine der wichtigsten und bekanntesten Schuhmarken der Welt. Jennifer Lopez, Kate Hudson, Sarah Jessica Parker, Nicole Kidman und viele mehr – die Liste der prominenten Louboutin-Liebhaber:innen ist quasi unendlich lang. Die Marke stattet zudem häufig Stars mit extravaganten, maßgeschneiderten Schuhen aus, wie etwa Taylor Swift oder Beyoncé bei ihren jüngsten Tourneen:

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Das weiß nicht jede:r - 6 spannende Fakten über Christian Louboutin

Hier kommen interessante Fakten, Infos und Neuigkeiten zur Luxusmarke Christian Louboutin.

Christian Louboutin erfuhr mit über 50, dass er einen ägyptischen Vater hatte

Lange nach dem Tod seiner Eltern erfuhr Christian Louboutin von einer seiner Schwestern die Wahrheit über seine Herkunft: Sein leiblicher Vater war nämlich ein ägyptischer Dachdecker, mit dem seine Mutter einen Seitensprung hatte. Christian, der sich mit seinem dunklen Teint immer optisch von den restlichen Familienmitgliedern unterschieden hatte, musste über 50 Jahre alt werden, um die Wahrheit zu erfahren.

"Als Kind habe ich mir das Märchen zurechtgelegt, dass ich adoptiert sei, vielleicht ein Pharaonenkind, weil mich Ägypten schon immer faszinierte. Was natürlich totaler Blödsinn war: Keine französische Familie der Arbeiterklasse adoptierte damals ein viertes Kind, wenn es schon drei gab! Später wurde mir die Familienlegende aufgetischt, dass ich eine Ururgroßmutter aus Tahiti gehabt hätte, deren Gene nun durchschlagen."

Die roten Sohlen sind markenrechtlich geschützt

Pantone 18-1663TP oder auch "Chinese Red" – diesen Farbton hat sich Christian Louboutin in mehreren Ländern markenrechtlich schützen lassen. Dementsprechend sieht man es bei Louboutin gar nicht gerne, wenn auch andere Marken Schuhe mit roter Sohle auf den Markt bringen. Die Folge: Louboutin hat bereits mehrere Gerichtsprozesse geführt. Ob mit Saint Laurent oder einer Tochter von Deichmann: Die Rechtsstreitigkeiten gingen allerdings nicht immer zugunsten von Louboutin aus, da sich Expert:innen uneinig sind, ob man eine Farbe schützen lassen kann.

Den jüngsten Rechtsstreit gewann Louboutin Anfang 2023 übrigens gegen den Onlinehandel-Riesen Amazon. Louboutin hatte geklagt, da auf Amazon regelmäßig Werbung für Schuhe mit roter Sohle gemacht wurde, die ohne die Zustimmung Louboutins verkauft wurden.

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Die allerersten Schuhe, die Christian Louboutin entwarf, waren keine High Heels

Die ersten Schuhe, die Christian Louboutin jemals entworfen hat, waren die sogenannten "Love Flats". Auf den dunkelblauen Slippern applizierte der Designer die Buchstaben "LO" auf einem Schuh sowie "VE" auf dem anderen. Inspiriert dazu hatte ihn niemand geringerer als Prinzessin Diana. Denn 1992 ging ein Bild um die Welt, das die damalige Frau von Prinz Charles  bei einem Indienbesuch vor dem Taj Mahal zeigte. Ihr Blick ging dabei – wie so häufig – in sich gekehrt und schüchtern zu Boden. Der Designer assoziierte ihren traurigen Ausdruck mit dem Blick auf ihre Schuhe. Mit den "Love Flats" wollte er eine Aufmunterung bewirken: Blickte die Prinzessin auf ihre Füße, würden die Schuhe sie daran erinnern, dass sie geliebt wird.

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"Walk A Mile In My Shoes" – Louboutin brachte eine Benefiz-Kollektion heraus

2020 schockierte der gewaltsame Tod von George Floyd und die "Black Lives Matter"-Bewegung ging um die Welt. Auch Christian Louboutin, der in seiner Jugend selbst eine Erfahrung mit Rassismus machen musste, wollte einen Beitrag leisten und brachte gemeinsam mit dem Schauspieler Idris Elba und dessen Ehefrau eine Benefiz-Kollektion namens "Walk a mile in my shoes" auf den Markt. Der Erlös ging zu 100 Prozent an NGOs, die sich für die politische Teilhabe und die Bildungschancen benachteiligter, ethnischer Minderheiten einsetzen.

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Louboutin bildet verschiedene Hauttypen ab

2013 brachte Christian Louboutin beigefarbene Nude-Modelle auf den Markt. Doch eine farbige Mitarbeiterin des Designers machte ihn darauf aufmerksam, dass beige nicht für jeden die klassische Hautfarbe darstellte. Diesen Moment beschrieb der Designer als ein Aha-Erlebnis und fortan gab es seine Schuhe in bis zu acht verschieden nuancierten Nude-Tönen im Sortiment.

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2017 gab es eine Kontroverse rund um Louboutin-Handtaschen

Christian Louboutin ist ein begeisterter Weltenbummler und liebt es, sich auf seinen Reisen Inspiration für seine Designs zu holen. Doch von der immer lauter werdenden Kritik der kulturellen Aneignung hält er nicht viel, wie er in einem Interview einst erklärte:

"Warum sollen sich Modedesigner denn nicht für andere Kulturen interessieren dürfen und diese in ihren Looks aufnehmen? Weltoffenheit und Anti-Rassismus zeigen sich doch gerade am empathischen Blick auf andere! Ich halte es für rassistisch, wenn nur Jamaikaner Dreadlocks tragen dürfen. Demnach müssten ja auch die Säulen im Weißen Haus abgerissen werden, weil sie eine kulturelle Aneignung Griechenlands sind."

Die Inspirationsquelle von Christian Louboutin wurde zwar nicht wegen kultureller Aneignung kritisiert, dafür aber aus einem anderen nicht weniger problematischen Grund: 2017 fand ein mexikanischer TV-Sender heraus, dass der Designer Taschen der indigenen Handwerkskunst für 238 Mexikanische Pesos (umgerechnet 10,67 Euro) kaufte, um sie anschließend für 28.000 Pesos (1254,76 Euro) zu verkaufen.

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