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Frauen über 30 bekommen weniger finanzielle Unterstützung von ihren Eltern als Männer

Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass Eltern die finanzielle Hilfe für ihre erwachsenen Kinder je nach Geschlecht anders aufteilen und gewichten.

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frau mutter
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Manche werden sich schon beim Titel des Artikels fragen: "Warum braucht ein Ü-30-jähriger Mensch noch finanzielle Hilfe von den Eltern?" Ein Thema, das von Familie zu Familie anders gehandhabt wird. Doch klar ist: Söhne und Töchter werden unterschiedlich behandelt. Das hat nun eine US-amerikanische Studie nachgewiesen.

Mit Mitte 30 noch Geld von den Eltern: Heute ganz normal

In der Umfrage der US-Bank wurden mehr als 2.700 Personen zwischen 18 und 34 Jahren zu ihrer finanziellen Situation befragt. 70 Prozent der Personen gaben an, noch von ihren Eltern finanziell unterstützt zu werden. 58 Prozent sagten sogar, dass sie ohne diese Geldspritze nicht so leben könnten wie sie es tun.

Noch bis Mitte ihrer Zwanziger bekommen Töchter und Söhne ungefähr gleich viel Unterstützung. Doch sobald sie die 30er Marke überschritten haben, gehen die Zahlen drastisch auseinander. Nur 49 Prozent der Frauen bekommt ab 30 noch Geld von den Eltern. Bei Männern sind es jedoch 62 Prozent - also mehr als die Hälfte aller Befragten über 30!

Warum bekommen Frauen weniger Geld?

Warum es da so einen Unterschied gibt? Die Autoren der Studie haben mehrere Theorien dazu. Erstens ist es wichtig zu beachten, dass es in den USA nicht ungewöhnlich - ja ganz normal - ist, dass man zum Studieren einen Kredit aufnimmt, denn die Universitäten sind sehr teuer. Diese Kredite abzubezahlen und gleichzeitig ein halbwegs komfortables Leben zu führen, können viele nur schaffen, wenn ihre Eltern ein wenig mithelfen. Frauen scheinen da aber einen stärkeren Pragmatismus aufzuweisen, denn 70 Prozent von ihnen waren der Meinung, dass es keine gute Idee ist, erwachsene Kinder noch lange finanziell zu unterstützen.

Frauen wollen laut der Umfrage auch schneller unabhängig werden und haben ein anderes Ziel für ihr Geld vor Augen. 72 Prozent der Befragten Frauen wollen so viel Geld wie möglich sparen, um Kredite abzubezahlen oder um später einen Puffer zu haben. 60 Prozent der Männer sahen das ebenso. Die verbleibenden 40 Prozent wiederum gab an, mit dem Geld Spaß "im Jetzt" haben zu wollen.

Unabhängig von den Eltern? Gar nicht so einfach!

Spannend ist auch, dass die ganze Sache rund um die Abhängigkeit von den Eltern gar nicht nur als negative Sache gesehen wird. So gaben 87 Prozent der "Boomerangs", also jenen Erwachsenen, die wieder ins Elternhaus gezogen sind an, dass sie es genießen, dort zu wohnen. Und 89 Prozent der Befragten gaben an, dass auch sie sich vorstellen könnten, später ihre eigenen Kinder zu unterstützen.

Das wird dann wahrscheinlich auch nötig sein, denn wenn die finanzielle Lage der jungen Leute von heute so bleibt, wie sie ist, schaut es nicht rosig aus. In einer anderen Befragung zeigte sich nämlich, dass Millennials zwar alles dafür geben würden, eines Tages ein Haus zu kaufen, aber eigentlich nicht daran glauben, dass es für sie möglich sein wird. Im Vergleich dazu muss man sich nur die Generation der Baby Boomer anschauen, die im selben Alter schon das doppelte besaßen, wie die Millennials.

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