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Richtig lüften: Von der richtigen Luftfeuchtigkeit im Raum bis zum Stoßlüften

Wer richtig lüftet, profitiert von einem besseren Raumklima. Mit täglichem Stoß- oder Querlüften wird zudem durch die optimale Luftfeuchtigkeit Schimmel vermieden.

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© Elke Mayr

Frische Luft reinlassen und richtig lüften! Doch wie geht es am besten, damit keine Energie verschwendet wird und die Luftqualität passt? Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zudem Schimmel begünstigen. Wir zeigen dir, worauf du achten musst!

Warum solltest du regelmäßig richtig lüften?

Es gibt mehrere Gründe, die für einen regelmäßigen Luftaustausch sprechen.

Wir brauchen frische Luft und Sauerstoff

Regelmäßiges Lüften sorgt für die richtige Luft in Innenräumen. Zuviel Luftfeuchtigkeit, krankmachende Viren und Bakterien, diverse Schadstoffe aus Möbeln oder von chemischen Reinigungsmitteln sowie andere störende Gerüche werden dadurch entfernt.

Je mehr Menschen sich in einem Raum aufhalten, umso mehr Kohlendioxid sammelt sich an. Durch richtiges Lüften wird der Sauerstoff-Gehalt wieder erhöht, den unser Körper braucht, um sich fit und leistungsfähig zu fühlen.

Schimmel vorbeugen und vermeiden

Dieser kann durch falsches Lüften entstehen, wenn die Luftfeuchtigkeit nicht nach außen abgeführt wird.

Schäden an der Bausubstanz, die dann saniert werden müssen, können als Folge davon entstehen.

Außerdem können Schimmelsporen und Schadstoffe in der Luft zu Atemproblemen und Allergien führen. Bei einer zu hohen Konzentration in der Atemluft, können befallene Räume aus gesundheitlichen Gründen zudem unbewohnbar werden.

So funktioniert Stoß- und Querlüften!

Das Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern ist am effektivsten und bringt am schnellsten den gewünschten Luftaustausch. Wenn möglich sollte man dabei auf das Querlüften setzen, also die Fenster auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls öffnen. Dies sorgt für einen besseren Durchzug und ist effektiver als das Lüften mit nur einem Fenster. Die Luft wird dabei in kürzester vollständig ausgetauscht.

Ist nur ein Fenster vorhanden und das Querlüften nicht möglich, sollte dann dafür etwas länger gelüftet werden, um den gewünschten Luftaustausch zu erreichen.

Warum solltest du die Fenster nicht nur kippen?
Dauerlüften mit gekippten Fenstern bringt nur wenig frische Luft. Die vom Heizkörpern gewonnen warme Luft geht beispielsweise verloren und die Wohnung wird dabei abgekühlt. Zudem könnte sich über dem Fenster Schimmel bilden, da an kalten Stellen die Luftfeuchtigkeit kondensiert.

Wie lange und wie oft sollte man täglich lüften?

Am besten ist ein 3- bis 4-mal tägliches Stoß- oder Querlüften, um deine Wohnung oder Haus vor Schäden durch Feuchtigkeit, die zu Schimmel führen kann, zu schützen.

In Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, sollte in etwa alle zwei Stunden gelüftet werden, um für genügend Sauerstoff zu sorgen. Ansonsten fühlen wir uns unwohl, werden müde oder können auch Kopfschmerzen, aufgrund des Sauerstoffmangels bekommen.

Je nach Jahreszeit und Wetter sollte über 5 bis 30 Minuten lang der Luftaustausch erfolgen.

Richtiges Lüften im Sommer und im Winter

Je nach Temperatur und Wetterlage sollte die Lüftungszeit angepasst werden. So wird zudem Energie für die Heizkosten gespart.

Wie lüfte ich richtig im Sommer?

Im Sommer sind der frühe Morgen, am besten vor dem Sonnenaufgang oder der späte Abend, eine gute Zeit zum Lüften, da die Außentemperatur niedrig ist. Damit die heiße Luft draußen bleibt, sollten ab 11 Uhr nur mehr für kurz gelüftet werden.

Wie lüften bei Heuschnupfen und Allergie?

Wenn Pollen Allergien auslösen, kann ein regelmäßiges Lüften zu einem richtigen Problem werden. Die beste Zeit ist dafür morgens, da hier die Pollenbelastung meist am geringsten ist. Auch hier gilt, besser nur kurz Stoßlüften, denn dadurch gelangen weniger Pollen in die Wohnung als bei längerem oder dauerhaft gekippten Fenstern.

Mit Luftreinigern und Hepa-Filtern kann die Belastung zudem reduziert werden.

Wie lüfte richtig ich im Winter?

In der kalten Jahreszeit sollte man kürzer Stoßlüften als im Sommer, um Heizenergie zu sparen. Währenddessen sollten die Heizkörpern abgedreht und erst nach dem Lüften wieder eingeschaltet werden.

Im Winter sollten zudem gekippte Fenster vermieden werden. Denn dadurch geht nicht nur laufend Wärme verloren, sondern das Mauerwerk über dem Fenster kühlt ebenfalls aus. Dies führt zu einer "Kältebrücke", bei der Luftfeuchtigkeit kondensiert und das Entstehen von Schimmel begünstigt wird.

Fensterscheiben sind meist die kältesten Stellen im Raum. Hier kann sich daher auch Kondenswasser sammeln. Dieses sollte immer sofort entfernt werden. Es kann auch auf ein falsches Verhalten beim Heizen und Lüften andeuten, da es ein Zeichen für zu hohe Luftfeuchtigkeit sein kann. Aber auch auch Baufehler können zu den lästigen Wassertropfen am Fenster führen.

Entweder wurde zu wenig gelüftet oder die Innenluft ist zu kühl und kann dadurch die Feuchtigkeit nicht ausreichend aufnehmen. Besonders im Winter wird oft zu wenig, aufgrund der kalten Temperaturen gelüftet. Luftfeuchtigkeits-Messgeräte (Hygrometer) können helfen diese im Blick zu behalten.

Die Zimmertüren sollten während dem Lüften geschlossen bleiben, da sonst die warme Luft in unbeheizte oder weniger benutzte Räume wie beispielsweise dem Vorhaus gelangt.

Wie viel Luftfeuchtigkeit sollte es in ein Raum haben?

Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 30 bis 65 Prozent liegen. Liegt sie darunter, trocknen unsere Schleimhäute aus, während zu hohe Werte Schimmel begünstigen sowie das Wachstum von Hausstaubmilben.


In feuchten Räumen, wie dem Badezimmer oder der Küche, sollte wenn möglich öfter gelüftet werden. In eher trockenen Räumen, wie Büro oder Wohnzimmer, können Luftbefeuchter oder Pflanzen helfen das Raumklima zu optimieren.

Luftfeuchtigkeit schlägt sich vor allem an kalten Stellen nieder, wobei sich nicht immer zwangsweise Kondenswasser bildet. Schimmelsporen und Milben genügt es, wenn die relative Luftfeuchtigkeit mehr als 80 Prozent beträgt.

Tipp


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Die optimale Raumtemperatur

Diese ist meist eine eher persönliche Sache, für Büro- oder Arbeitsräume werden beispielsweise Temperaturen zwischen 19 und 25 Grad vom Arbeitsinspektorat empfohlen. Eine Studie des WZB (Wissenschaftszentrum Berlin) hat aber gezeigt, dass Frauen in wärmeren Räumen eine bessere Leistung erbringen. Für Männer gilt dies umgekehrt, da sie bei niedrigeren Temperaturen am produktivsten sind.

Für das Experiment der Studie lösten mehr als 500 Student:innen Mathe- und Sprachaufgaben. Während Frauen bei warmen Raumtemperaturen um die 30 Grad am besten abschnitten, erbrachten Männer hingegen bessere Leistungen in kühleren Räumen im Bereich von 20 Grad.

Um Schimmel in Räumen zu verhindern, sollte die Temperatur mindestens bei 16 bis 18 Grad liegen. Im Winter wird zudem empfohlen, diese möglichst gleichmäßig zu beheizen.

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