
Nach dem Hype um Protein rückt ein unterschätzter Nährstoff ins Zentrum der Forschung - als Schlüssel für ein gesundes Mikrobiom, einen stabilen Stoffwechsel und mehr Wohlbefinden.
Groß im Geschäft: Protein-Pulver, Eiweißbrot, Kollagenpulver. Der Markt ist überschwemmt mit hoch verarbeiteten „High Protein“-Produkten. Seit Jahren hören wir: Bitte mehr Eiweiß – für Muskeln, Gehirn und Gewichtsmanagement. Parallel dazu werden Kohlenhydrate regelrecht als „Dickmacher“ verteufelt, die Diabetes, stille Entzündungen und Magen-Darm-Beschwerden fördern.
Dabei wurde lange Zeit etwas übersehen. Etwas, das keinen direkten Nährwert liefert und das unser Körper nicht selbst verdauen kann: Ballaststoffe. „Jahrzehntelang waren wir der Meinung, wenn etwas keinen Nährwert hat, kann es keinen Nutzen bringen. Heute wissen wir, dass das ein Irrtum war“, sagt die deutsche Biochemikerin Maren Kemper, die unter anderem im Dermatologikum Hamburg forschte und sich intensiv mit dem Mikrobiom auseinandergesetzt hat. Soeben hat sie ihr erstes Buch veröffentlicht, in dem sie den unterschätzten Gesund-Effekt der Ballaststoffe unterstreicht. Wir baten sie zum Gespräch.
