Ronja von Rönne: Wem schulden wir noch die Wahrheit?

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Ronja von Rönne

©Getty

In einer Welt voller Fake News lautet die Frage: Wem schulden wir noch die Wahrheit? Welche Lüge sich Autorin Ronja von Rönne selbst lange erzählt hat und warum sich Ehrlichkeit letztlich lohnt – das Gespräch.

Der Schein trügt – zumindest in der Welt von Ronja von Rönne: In ihrem neuen Roman „Alles Liebe“ (dtv Verlag, €16,99) lotet die deutsche Autorin und Journalistin in fünf tragikomischen Kurzgeschichten die moralischen Grauzonen des Menschseins aus. Sie zeichnet das Bild einer jungen Frau, die sich wegen des sozialen Prestiges ihrer Mitschüler:innen um ihre krebskranke Freundin kümmert. Oder von einer Mutter, die den Tod ihrer Tochter verheimlicht, um ihren Platz in der Selbsthilfegruppe nicht zu verlieren. Nach und nach verheddern sich die beiden verzweifelten Figuren in ihren eigenen Lügenkonstrukten. So unterschiedlich die Geschichten auch sind, verbindet sie doch dieselbe Sehnsucht: gesehen, anerkannt und geliebt zu werden. „Ich möchte bei meinen Leser:innen etwas auslösen“, sagt Ronja von Rönne, „Mitgefühl, Irritation, vielleicht sogar Ärger.“ Im WOMAN-Interview erklärt die 34-Jährige, die in sozialen Medien immer wieder offen über Depressionen spricht, inwiefern wir uns ständig selbst Märchen erzählen – und warum die Wahrheit auch im echten Leben Arbeit bedeutet …

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