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Mit Minimalismus zur besten Haut deines Lebens

Warum ein Drei-Schritte-Pflegeprogramm nicht für jeden Hauttyp geeignet ist und wie es unsere Redakteurin geschafft hat ihre Akne endlich loszuwerden.

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Hautpflegeroutine Frau
© iStock

Wer unter Akne leidet, probiert wirklich alles aus. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Jedes Hautpflegeprodukt, das auch nur annähernd Besserung versprach, landete in meinem Einkaufskorb. In den 7 Jahren, in denen meine Haut wirklich schlecht war, egal ob ich gerade die Anti-Babypille genommen, mich besonders gut ernährt oder Sport gemacht habe, habe ich gefühlt alle Pflegeprodukte ausprobiert, die auf dem Markt waren. Von reiner Naturkosmetik, über High-End Produkte vom Kosmetikstudio, bis hin zu Cremes, die mir mein Hautarzt empfohlen hat – nichts hat geholfen. Gesichtsreinigungsbürsten, Fruchtsäure, Konjak-Schwämmchen, ja sogar das auf Youtube gehypte Oil-Cleansing, bei dem man sein Gesicht mit Öl und heißem Dampf reinigt – ich habe wirklich alles ausprobiert.

Meine Haut war einfach immer irritiert, gereizt und vor allem am Kinn und an den Wangen hatte ich immer wieder Pickel und Mitesser. Meine sensible Mischhaut war einfach nicht in den Griff zu kriegen und obwohl ich im Laufe der Zeit aufhörte, mir den Kopf über mein Hautbild zu zerbrechen und mich mit der Situation abzufinden, war ich trotzdem immer wieder auf der Suche nach dem Grund, warum meine Haut schlecht war und was ich dagegen tun könnte. Ich bin ja auch dafür, dass man sich selbst so annehmen sollte, wie man ist und dass Akne überhaupt nichts ist, wofür man sich schämen sollte. Aber: Wer jahrelang unter der Hautkrankheit gelitten hat, wird verstehen, warum man dann doch immer wieder versucht, dagegen anzukämpfen. Also kurz gesagt: Keine Bange, nobody is perfect! Aber gebt nicht auf, irgendwann findet ihr das richtige, was euch und eurer Haut gut tut und dann geht auch die doofe Akne weg. Vielleicht hilft euch ja der folgende Tipp!

Frau wäscht Gesicht

Und zwar hab ich während eines dreitägigen Festivals herausgefunden, was meine Haut wirklich braucht, nämlich nichts – kein waschen, keine Pflegeprodukte. Klingt erst einmal super komisch, aber meine Haut war nach diesem Festival besser als je zuvor. Wer schon mal auf einem Festival war weiß, wie's dort mit der Ernährung aussieht. Von der Flüssigkeitszufuhr und dem Schlafmangel will ich gar nicht erst anfangen. Ich habe also jeden Morgen und jeden Abend nur ein Produkt (im Zelt) verwendet, um mein Gesicht zu reinigen und habe dadurch gemerkt, wie gut das meiner Haut tut.

Wie sieht meine minimalistischer Hautpflege aus?

Meine „Pflegeroutine“ sah und sieht bis heute folgendermaßen aus: Ich wasche mein Gesicht nicht im klassischen Sinn mit Wasser und Waschgel, sondern verwende nur Mizellenwasser – bevorzugt das von Garnier für sensible Haut. Ich gebe also am Morgen ein wenig Mizellenwasser auf ein Wattepad und reinige damit das Gesicht, done! Kein Waschen, kein Serum, keine Cremes, nichts. Danach trage ich wie gewohnt Makeup auf. Ich verwende die getönte Tagescreme von Ringana – wer’s nicht kennt: Ringana ist eine Naturkosmetiklinie aus Österreich. Manchmal verwende ich aber auch die BB Cream für ölige Haut von Garnier. Am Abend entferne ich das Augen-Makeup mit einem Augen-Makeup-Entferner und reinige das restliche Gesicht auch abends nur mit dem Mizellenwasser. Es entfernt Schmutz und Makeup und spendet gleichzeitig Feuchtigkeit. Danach verwende ich noch Augencreme und fertig!

Warum funktioniert diese Methode?

Wie alle Beauty-Blogger auf Youtube verwende auch ich die folgende Phrase: Diese Methode hat für mich funktioniert, das muss nicht heißen, dass sie für euch funktioniert.
Nach dem Waschen mit Waschgel, Gesichtsreinigungsbürste und Co hat sich meine Haut schon immer trocken angefühlt. Man möchte meinen, ich hätte die falschen Produkte verwendet, aber – wie schon erwähnt – habe ich gefühlt alle Cleanser ausprobiert, egal ob Naturkosmetik, die für extra trockene Haut oder spezielle aus der Apotheke. Auch wenn ich mir mein Gesicht mit reinem Leitungswasser wasche, ohne ein Produkt zu verwenden, spannt die Haut und fühlt sich trocken an. Nach dem Sport wasche ich mir aber noch mein Gesicht mit Wasser. Ich merke dann, dass die Haut wieder trocken wird. Trotzdem muss es manchmal sein.
Früher verspürte ich also nach der Reinigung das Bedürfnis einen Toner zu verwenden, ein Serum aufzutragen und das Ganze mit einer Feuchtigkeitscreme abzuschließen. Die Produkte erledigten zwar ihren Job, verstopften aber die Poren. Meine Oma pflegte zu sagen: „Abends keine Creme verwenden, die Haut muss atmen!“. Ich fand das immer ein wenig lächerlich und erklärte ihr, dass es heutzutage schon spezielle Produkte gibt, die die Poren nicht zukleistern. Aber sie hatte Recht.

Was ist das Ergebnis dieser Methode?

Meine Haut hat gelernt, sich selbst zu regulieren. Der pH-Wert hat sich normalisiert und die Haut ist dadurch weniger angreifbar und wesentlich stabiler als je zuvor. Die Mikroorganismen an der Hautoberfläche erledigen ihren Job nämlich von ganz allein und sollten nicht durch zu viel Pflege „entfernt“ werden. Sie dienen als kleine „Türsteher“ und bilden Stoffwechselprodukte, die sich günstig auf die Eigenschaften der Haut auswirken. Wer also zu viel reinigt, bringt das Immunsystem der Haut durcheinander. Wenn die Haut durch die Reinigung auch noch austrocknet, neigt sie – wie in meinem Fall – gerne mal dazu, extra viel Talg zu produzieren, um den Feuchtigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Sie wird leichter angreifbar und Pickel und Mitesser sind die Folge. Aber auch trockene und gereizte Hautstellen standen bei mir an der Tagesordnung. Insgesamt war meine Haut einfach irritiert. Je mehr ich versucht habe diesen Zustand mit der Verwendung verschiedenster Produkte auszugleichen, desto schlimmer wurde meine Haut.

Welche Produkte ich manchmal trotzdem verwende?

Obwohl in meinem Kosmetikschrank nur mehr Mizellenwasser, Augen-Makeup-Entferner und Wattepads anzufinden sind, verwende ich ab und an ein paar Zusatzprodukte, die meiner Haut helfen, sich zu regenerieren. Zum Beispiel verwende ein Mal pro Woche ein Enzympeeling von The Body Shop, das meine Haut von abgestorbenen Zellen befreit. Außerdem benutze ich morgens und abends Augencreme und verwende ab und zu Rosen- oder Hamameliswasser und sprühe es auf das gereinigte Gesicht. Solche Planzenwasser-Sprays, auch Hydrolate genannt, wirken beruhigend auf die Haut und regulieren gleichzeitig den pH-Wert. Wenn die Haut im Winter besonders trocken ist, verwende ich im Notfall eine Feuchtigkeitscreme von Annemarie Börlind, die ich morgens unter dem Makeup auftrage.

Fazit:

Zugegeben, es kann ganz schön schwer sein mit seiner gewohnten Hautpflegeroutine aufzuhören und keine neuen Produkte mehr einzukaufen. Die Skin Care Abteilung im Drogeriemarkt ist für mich nebensächlich geworden, außer wenn ich für euch ein paar Produkte testen möchte. Aber was am wichtigsten ist: Meine Haut ist mittlerweile nicht nur rein und frei von Pickeln, sondern auch gesund. Oma hatte also doch recht. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Thema: Pflege