Gastbeitrag: Was nach der Sinnkrise kommt

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©Midjourney / Isabella Raunigk

Realistische Erwartungen, ehrliche Geschichten und warum der Weg nie ganz fertig ist - Gastbeitrag von Isabella Raunigk.

Du hast die letzten vier Teile dieser Serie mitgelesen. Du kennst die Anatomie einer beruflichen Sinnkrise. Du hast die Signale erkannt, deine inneren Saboteure sortiert, einen 90-Tage-Plan im Kopf, vielleicht sogar schon erste Schritte gemacht.

Und jetzt sitzt du da und denkst: "Okay, und wenn ich tatsächlich was verändere, ist dann alles gut? Wache ich am ersten Tag im neuen Job auf und alles fühlt sich richtig an?"

Surpriiiise: Natürlich ist es nicht so.

Das ist keine schlechte Nachricht, sondern eine wichtige. Weil die Erwartung, dass nach der Veränderung alles perfekt ist, einer der häufigsten Gründe ist, warum Menschen mitten im Prozess wieder umkehren. Sie kommen aus einer Übergangsphase mit gemischten Gefühlen raus, denken "das war wohl doch der falsche Weg" und gehen zurück. Manchmal in einen Job, der noch schlechter passt als der alte. Und das alles meist nur, weil dieses Limbo zwischen altem und neuem Zustand so unerträglich ist für viele von uns.

Lass uns also realistisch werden. Was kommt wirklich nach der Sinnkrise?

Die ungeschönte Realität: vier Phasen, die fast alle durchlaufen

Egal welchen der vier Wege du gewählt hast (bleiben und verändern, neuer Arbeitgeber, Neuorientierung, Selbstständigkeit), es gibt typische Phasen, die fast alle durchlaufen. Wenn du sie kennst, weißt du, was du tun kannst (oder nicht), wenn du mittendrin bist.

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Phase 1: Die Erleichterung (Wochen 1 bis 4)

Du hast die Entscheidung getroffen. Du hast gekündigt, dich umorientiert, das schwierige Gespräch geführt, dich angemeldet für die Umschulung, das Gewerbe angemeldet. Was auch immer dein konkreter Schritt war.

Und du fühlst dich erstmal: leicht. Befreit. Manche Frauen beschreiben das als "als hätte ich einen Sack Steine abgelegt". Du schläfst besser. Die Sonntagsangst ist weg. Du hast wieder Energie. Vielleicht spürst du auch eine gewisse Melancholie und plötzlich wirkt doch nicht mehr alles so schlimm wie gedacht. Man hat fast etwas Herzschmerz und Wehmut. Das gehört dazu. Das ist der bittersüße Abschied mit einem Hauch Traurigkeit in der Erleichterung. Das heißt nicht, dass plötzlich alles besser ist, man hat nur eine sehr rosarote Brille auf.

Nutze diese Phase, um dich wirklich zu verabschieden, Resümee zu ziehen und dir noch ein paar gute letzte Tage im alten Job zu gönnen. Tausche mit ein paar Kolleginnen Nummern aus und packe deinen Schreibtisch zusammen.

Phase 2: Der Realitäts-Check (Wochen 4 bis 12)

Jetzt kommt das echte Leben. Der neue Job hat auch nervige Aufgaben. Die Umschulung ist anstrengend und du fragst dich, ob du dafür schlau genug bist. Die Selbstständigkeit bedeutet, dass du um drei Uhr nachts Buchhaltung machst. Der veränderte Job in der alten Firma ist immer noch die alte Firma, mit den alten Politiken.

Hier kommen die Zweifel zurück. "War das richtig?" "Hätte ich doch bleiben sollen?" "Was, wenn ich einen Riesenfehler gemacht hab?"

Diese Phase ist normal. Sie ist sogar notwendig. Weil du jetzt anfängst, deine Entscheidung im echten Leben zu kalibrieren, nicht mehr in der Theorie. Was du jetzt brauchst: Geduld mit dir selbst und Menschen, die dich an deine Beweggründe erinnern.

Und das Wichtigste: wäre hier alles einfach und reibungslos dann würdest du nicht wachsen. Du würdest alles bereits kennen und auf der Stelle treten. Dieses „sich auf die Zehenspitzen stellen müssen" kostet Kraft und ist anstrengend, es lässt dich aber auf deine nächste Stufe ran wachsen und schon bald wirst du dich wieder wie ein Fisch im Wasser fühlen.

Phase 3: Das neue Normal (Monate 3 bis 9)

Irgendwann hört das neue auf, neu zu sein. Du kennst dich aus. Du weißt, wie der Hase läuft. Die Aufregung ist weg, aber auch der größte Stress.

Das ist die Phase, in der viele Frauen kurz unsicher werden, weil sie denken: "Sollte sich Erfüllung nicht spektakulärer anfühlen?" Nein, das ist kein Disney-Film, sondern das echte Leben, Hase. Erfüllung fühlt sich oft erstaunlich unspektakulär an. Sie fühlt sich an wie: Ich kann morgens aufstehen und mich auf den Tag freuen. Ich gehe abends zufrieden ins Bett. Ich denke nicht ständig drüber nach, was ich anders machen sollte. Ich bin aus einem toxischen Umfeld entkommen. Ich bin jetzt meine eigene Chefin. Ich habe jetzt Zeit mit meinem Hund spazieren zu gehen, oder mir ein extra geiles Frühstück zu machen. Das ist es. Das war's. Diese kleinen Dinge sind es aber, die die Lebensqualität so unglaublich verbessern.

Wenn du diese Phase erreichst, hast du wahrscheinlich gut entschieden.

Phase 4: Die Integration (ab Monat 9)

Jetzt ist die neue Situation Teil deines Lebens geworden. Sie definiert dich nicht mehr ("ich bin die, die kürzlich gekündigt/gewechselt/neugestartet hat"), sondern sie ist einfach. Du fängst an, an längeren Linien zu denken. Wo will ich in fünf Jahren stehen? Welche neuen Ziele kommen jetzt?

Hier endet die Sinnkrise rückblickend. Und sie wird zu dem, was sie eigentlich immer war: ein Wendepunkt. Eine Neuausrichtung. Eine wichtige Etappe in deiner Geschichte.

Und ein wichtiger Punkt für genau diese Phase: Je gründlicher du in den Phasen vorher analysiert und reflektiert hast, woher deine Unzufriedenheit eigentlich kam, desto besser bist du jetzt gewappnet, nicht wieder in dieselbe Situation reinzustolpern. Wenn du nur weggegangen bist, ohne zu verstehen warum, läufst du Gefahr, dasselbe Muster mit anderen Vorzeichen zu wiederholen. Wenn du aber weißt, was dich wirklich auslaugt, was dir Energie gibt, welche Dynamiken für dich nicht funktionieren, dann erkennst du frühe Warnzeichen beim nächsten Mal viel schneller. Das ist der eigentliche Gewinn dieser Krise: Du kommst nicht nur aus ihr raus, du kommst mit besseren Antennen raus.

Drei echte Geschichten, ohne Hochglanz

Damit das alles nicht zu abstrakt bleibt, hier drei Geschichten aus meiner Praxis. Anonymisiert, aber nicht romantisiert. Mit Umwegen, Rückschlägen und ehrlichen Pointen.

Lena, 34, Bleiben und verändern

Lena war als Junior-Projektmanagerin in einem Tech-Konzern unzufrieden. Wollte alles hinwerfen, neu anfangen, am liebsten was "Sinnvolles" machen. Wir haben Energieprotokoll und Diagnostik gemacht, und es kam raus: Sie liebte ihren Job eigentlich. Was sie kaputtmachte, war das Mikromanagement ihres Vorgesetzten und die Tatsache, dass sie nie eigenverantwortlich arbeiten durfte.

Wir haben drei Monate an einem Mitarbeitendengespräch gearbeitet. Was sie konkret will, wie sie es argumentiert, was sie verhandelt. Das Gespräch lief mäßig. Ihr Chef war defensiv. Aber Lena ist drangeblieben, hat sich Verbündete in anderen Abteilungen gesucht und ein Projekt eigenständig übernommen.

Heute, achtzehn Monate später, leitet sie ein eigenes Team. Mit einer anderen Führungskraft, weil ihr alter Chef das Unternehmen verlassen hat (das passiert übrigens öfter, als man denkt). Sie ist nicht in einem komplett anderen Job. Aber in einem komplett anderen Erleben des gleichen Jobs.

Ihre Pointe: "Ich hätte fast alles weggeworfen, was eigentlich gut war. Manchmal ist die Lösung kleiner als das Problem sich anfühlt."

Sandra, 39, Berufliche Neuorientierung

Sandra war fünfzehn Jahre lang im Marketing einer großen Versicherung. Gut bezahlt, sicher, gelangweilt bis zum Anschlag. Sie wollte Lehrerin werden. Das hatte sie schon mit zwanzig gewollt, aber damals den "vernünftigen" Weg gewählt.

Der Weg dorthin war nicht easy. Sie hat zuerst Bildungskarenz beantragt, ein Quereinstiegsstudium begonnen, nach einem Semester gemerkt, dass das Studium nicht zu ihrem Leben mit zwei Kindern passt. Dann pausiert. Dann eine Pädagogik-Zertifikatsausbildung gemacht. Parallel ehrenamtlich Nachhilfe gegeben, um zu prüfen, ob sie das Unterrichten wirklich liebt.

Heute, drei Jahre später, ist sie Trainerin in der Erwachsenenbildung. Nicht in der Schule, wie ursprünglich geplant. Verdient erstmal weniger als früher, ist aber ausgelasteter, glücklicher und hat ihren ersten Burnout-Vorboten seit Jahren nicht mehr gespürt.

Ihre Pointe: "Es hat länger gedauert, mehr gekostet und ist anders ausgegangen als ich dachte. Und es war trotzdem die richtige Entscheidung."

Carmen, 38, Selbstständigkeit

Carmen war IT-Projektleiterin und neurodivergent. Sie hat Jahre damit verbracht, sich anzupassen: an Großraumbüros, an Smalltalk-Erwartungen, an Meetings, in denen Ideen am lautesten gewinnen. Sie war ständig erschöpft, hatte chronische Migräne und kam aus jedem Urlaub zurück mit dem Gefühl: Ich kann das nicht mehr.

Ihr Schritt war, sich als IT-Beraterin selbstständig zu machen. Erst nebenberuflich, dann komplett. Sie arbeitet heute remote, in stillen Räumen, manchmal im Pyjama, in ihrem eigenen Rhythmus. Ihre Migräne ist fast weg. Sie verdient mehr als vorher.

Auch dieser Weg war nicht „einfach". Sie hatte ein halbes Jahr, in dem fast keine Aufträge kamen und sie ihr Erspartes verbraucht hat. Sie hat gelernt, dass sie Buchhaltung hasst und sich Hilfe holen muss. Sie hat zweimal überlegt, zurück in die Anstellung zu gehen.

Ihre Pointe: "Selbstständigkeit hat nicht alles geheilt, was Anstellung kaputtgemacht hat. Aber sie hat mir die Bedingungen gegeben, unter denen ich überhaupt erst anfangen konnte zu heilen."

Mein eigener Weg, weil ich auch nicht aus dem Lehrbuch komme

Ich hab als Mediendesign-Lehrling angefangen und dabei drei Lehrbetriebe durch. Immer gewechselt, wenn ich das Gefühl hatte, dort nicht mehr genug zu lernen. Danach Junior Art Director in zwei Werbeagenturen, dann mit 21 der Sprung in die Selbstständigkeit, weil mich die Strukturen klassischer Anstellung zu sehr eingeengt haben.

Was ich damals nicht wusste, aber heute klarer einordnen kann: Neurodivergenz war ein riesiges Thema. Ich hab mich in den Strukturen, die für andere selbstverständlich waren, ständig verbiegen müssen. Aber das hab ich erst sehr viel später verstanden, da ich zu den spät Diagnostizierten gehöre.

Mit 27 wurde es dann zu groß für mich allein. Ich hatte über Jahre 70h-Wochen geschoben, jede Anfrage angenommen, alles selbst gemacht. Also hab ich mich vergrößert: Geschäftsführerin und Mitinhaberin einer Digitalagentur unter einer IT-Holding in Wien.

Drei Jahre später hab ich meine Anteile verkauft und als Geschäftsführerin gekündigt. Die Werte der Holding haben nicht zu meinen gepasst. Und ich hatte mich auf dem Weg dorthin verloren. Aus der Designerin, die kreativ arbeitet, war eine Geschäftsführerin geworden, die nur noch Orga und Office-Kram gemacht hat. Keine Kreativität mehr, nur noch Verwaltung und das in einem Umfeld das überhaupt nicht mit meinen persönlichen Werten übereingestimmt hat.

Aber genau in dieser Zeit hab ich gemerkt, dass ich einen Teil dieser Rolle wirklich mochte. Nämlich den Teil, in dem ich an meinem Team gearbeitet habe. Sie zu begleiten, zu sehen, wo sie hängenbleiben, sie weiterzuentwickeln. Das war meine Lieblingsaufgabe, auch wenn sie offiziell nirgends so ausgewiesen war.

Das war mein Hinweis. Ich hab vier Jahre lang berufsbegleitend Psychologische Beratung, Systemisches Coaching, Business Coaching, Trainerin für Erwachsenenbildung und Aufstellungsarbeit gelernt. Heute mach ich beides parallel: digitale Produktgestaltung in einem Bereich, in dem ich gestalten kann, und Mind Distillery, wo ich Frauen begleite. Zwei Standbeine, die sich gegenseitig nähren.

Was ich daraus mitgenommen hab, und was ich auch gerne als Pointe hinterlasse: Du musst dich nicht entscheiden. Heute kannst du angestellt sein und selbstständig nebenher. Du kannst zwei Gewerbe haben. Du kannst Phasen haben, in denen du Mutter bist und kaum arbeitest, und Phasen, in denen du wieder voll reinkommst. Es gibt nicht den einen Weg, der "erfolgreich" ist, und alle anderen sind Kompromisse.

Erfolgreich ist, wenn du zufrieden bist. Wenn du den größten Teil deines Tages mit Dingen verbringst, die dich mit Sinn erfüllen. Egal, ob das in einer Anstellung passiert, in der Selbstständigkeit, in einer Mischung, in einer Pause oder in irgendeiner Kombination, die noch keinen Namen hat.

Was alle, die angekommen sind, gemeinsam haben

Aus meiner Beobachtung in Coachings und Mentorings, aus meinem eigenen Weg und den Wegen vieler Frauen, die ich begleitet habe, sehe ich ein paar Muster bei denen, die nach der Sinnkrise wirklich angekommen sind.

Sie haben akzeptiert, dass es kein perfektes Ende gibt

Die Vorstellung, dass irgendwann alles passt und du nie wieder hinterfragen musst, ist eine Illusion. Auch die Frauen, die heute glücklich in ihrem neuen Beruf sind, haben Tage, an denen sie zweifeln. Der Unterschied: Diese Tage sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Sie haben sich Unterstützung geholt, oder sie es sich zumindest leichter gemacht

Ja, du kannst eine grundlegende berufliche Veränderung auch allein schaffen. Es geht. Aber du darfst es dir auch ruhig leichter machen. Das ist kein Versagen, das ist klug. Manche brauchen eine Coachin oder Mentorin. Manche eine Therapeutin. Manche eine Freundin, die ehrlich sagt, was sie sieht. Manche alle drei.

Was sich besonders bewährt hat: Mit Menschen zu sprechen, die genau das machen, was du machen möchtest. Wer in eine Branche wechseln will, sollte mit Leuten aus dieser Branche reden. Wer sich selbstständig machen will, sollte sich mit Selbstständigen austauschen. Wer in Führung gehen will, sollte mit Führungskräften sprechen. Diese Gespräche geben dir Daten aus dem echten Leben, die kein Buch und kein Online-Kurs ersetzen kann.

Sie haben gelernt, ihre eigene Maßeinheit zu nutzen

Sie vergleichen sich nicht mehr ständig mit anderen. Nicht mit der Schulfreundin, die schon CFO ist. Nicht mit dem Cousin, der drei Firmen gegründet hat. Nicht mit den polierten Lebensläufen auf LinkedIn. Nicht mit den Accounts auf Instagram mit 50.000 Followern. Sie messen sich an dem, was für ihr Leben passt, mit ihren Werten, ihren Energien, ihren Umständen.

Sie haben akzeptiert, dass sich die Frage stellen wird, immer wieder

Eine berufliche Sinnkrise ist nichts, was man einmal hat und dann nie wieder. Es ist eher so: Du bist in deinen 30ern dort, in deinen 40ern wahrscheinlich nochmal an einem anderen Punkt, und auch in deinen 50ern wird das Leben dich Fragen stellen. Wer das akzeptiert, geht nicht jedes Mal in Panik. Sondern weiß: Ich hab Werkzeuge. Ich hab Erfahrung. Ich werde auch das sortieren.

Was bei vielen Frauen mitläuft: Vereinbarkeit, Mutterschaft, alte Glaubenssätze

Eine Sache, die ich in fast allen Gesprächen mit Klientinnen erlebe: Berufliche Veränderung läuft nie isoliert. Sie hängt mit Vereinbarkeit zusammen, mit Mutterschaft, mit Partnerschaftsdynamiken, mit alten Glaubenssätzen aus der Herkunftsfamilie.

Eine Klientin merkte mitten in der Neuorientierung, dass ihre größte Hürde nicht der Berufswechsel war, sondern die Frage, was ihr Vater wohl dazu sagt. Sie war 38.

Eine andere wollte sich selbstständig machen, scheiterte aber wochenlang an der Frage, wie sie das mit zwei kleinen Kindern und einem Vollzeit arbeitenden Partner organisieren soll, ohne dass automatisch sie diejenige ist, die alles managt.

Diese Themen sind nicht "neben dem eigentlichen Thema". Sie sind das eigentliche Thema. Wenn du in einer beruflichen Veränderung steckst und merkst, dass dein Kopf ständig bei Vereinbarkeit, Mutterschaft, Identität oder Partnerschaft hängt, dann gehören die Themen mit auf den Tisch. Nicht später, sondern jetzt.

Genau das ist auch ein häufiger Anlass für Coaching oder Mentoring bei Mind Distillery: Frauen, die merken, dass die berufliche Frage allein nicht zu lösen ist, weil so viel anderes drin steckt. Mutterschaft und Identität, Neurodivergenz und Berufswahl, Organisation und Vereinbarkeit, alte Familiendynamiken, die in beruflichen Entscheidungen plötzlich wieder hochkommen. Wenn du da Unterstützung brauchst: Ein kostenloses Erstgespräch hilft dir, zu klären, ob und welche Form von Begleitung für deine Situation passt.

Was am Ende bleibt

Wenn du diesen letzten Teil jetzt zumachst und morgen wieder in deinen Alltag gehst, was nimmst du mit?

Hoffentlich das hier:

•       Berufliche Sinnkrisen sind normal, kein Versagen

•       Du hast einige mögliche Wege, nicht nur "bleiben oder kündigen"

•       Veränderung passiert in Phasen, nicht über Nacht

•       Es ist okay, Hilfe zu holen, das ist schlau, nicht schwach

•       Erfüllung fühlt sich oft unspektakulär an

•       Du darfst mehr wollen vom Leben, das macht dich nicht undankbar oder gierig

Und das Wichtigste: Du bist nicht allein. Diese Phase, dieses Ringen, dieses "ist das hier wirklich alles", trifft fast jede Frau in ihren 30ern. Manche reden offen drüber, manche nicht. Aber es ist da.

Du hast es gewagt, hinzuschauen. Allein das ist mehr, als die meisten machen.

Wie es jetzt weitergeht

Das war der letzte Teil dieser Serie. Was mein Wunsch ist, wenn du ihn zumachst:

Mach einen Schritt. Nicht morgen. Heute.

Das kann sein: Ein ehrliches Gespräch mit einer Person, die dir wichtig ist. Eine Recherche zu einem Berufsfeld, das dich neugierig macht. Ein Anruf bei der WKO oder der Bildungsberatung. Eine Anmeldung zu einem Schnupper-Workshop. Oder einfach: Eine Stunde im Kalender blocken, in der du an dich denkst, statt an alle anderen.

Die berufliche Sinnkrise in den 30ern ist keine Katastrophe. Sie ist eine Einladung. Eine Aufforderung, dein Leben so zu bauen, dass es zu dir passt. Nicht zur Frau, die du mit zweiundzwanzig warst. Nicht zu den Erwartungen deiner Eltern. Nicht zu dem, was auf LinkedIn beeindruckend aussieht. Zu dir.

Und ja, das ist anstrengend. Und ja, es lohnt sich.

Alles Gute auf deinem Weg.

Über die Autor:innen

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