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Christian Dior: Die französische Luxusmarke im Portrait

Die Geschichte von Christian Dior und die der Mode waren von Beginn an eng miteinander verwoben - von Innovationen der Modegeschichte bis hin zu den berühmten Haute-Couture-Kollektionen.

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dior
© Elke Mayr

Christian Dior zählt zu einer der begehrtesten internationalen französischen Luxusmarken. Der gleichnamige Gründer des Luxus-Labels ist heute ein internationaler Begriff. Er gründete im Alter von 40 Jahren das Label und prägte den Look der Luxusbrand wie kein anderer!

Das vielseitige Modehaus führt Kollektionen von Haute Couture bis hin zur Prêt-à-porter. Der Umsatz der Christian Dior Gruppe betrug im Jahr 2021 laut Statista rund 64,2 Milliarden Euro. Kleidung und Lederwaren machen fast die Hälfte des Umsatzes (30,9 Milliarden Euro) aus.

Steckbrief

  • Firmenname: Christian Dior
  • Gründer: Christian Dior
  • Gründungsjahr: 15. Dezember 1946 in Paris
  • Firmensitz: Paris, Frankreich
  • Zugehörigkeit & Leitung: LVMH Gruppe; Bernard Arnault (Chairman), Pietro Beccari (CEO)
  • Modecodes & typische Merkmale: New-Look Silhouette, Hahnentrittmuster, Schleifen, Logo
  • Produktgruppen: Damen- und Herrenmode sowie Kindermode, Accessoires, Taschen, Schuhe, Schmuck, Kosmetik und Parfüms
  • Creative Director: Maria Grazia Chiuri

Christian Dior: Gründung und Geschichte

Das Unternehmen gehört heute sicherlich zu einem der einflussreichsten der Welt. Christian Dior hat mit seinen innovativen Designs zudem die Modegeschichte des Öfteren revolutioniert.

Er wurde 1905 in der Nähe der Normandie in Granville, Frankreich, geboren. Seine Familie zog einige Jahre später nach Paris, wo er Politikwissenschaften studierte. Nach seinem Abschluss im Jahr 1928 ging er seinen eigenen Weg und eröffnete eine Pariser Kunstgalerie, in der er prominente Künstler wie Georges Braque und Pablo Picasso ausstellte.

Nachdem Christian Dior sein Handwerk in zahlreichen großen Pariser Modehäusern wie bei Robert Piguet oder Lucien Lelong verfeinert hatte, lehnte Dior ein Angebot ab, künstlerischer Leiter des Modehauses Philipe et Gaston zu werden. Er beschloss sich daraufhin selbstständig zu machen. Dies gelang ihm mit Hilfe der Unterstützung des Financiers Marc Boussac.

Nach reiflicher Überlegung wählte Cristian Dior ein Hotel mit neoklassizistischer Fassade in der Avenue Montaigne 30, als Pariser Hauptsitz für das 1946 gegründete Modehaus Dior.

Christian Diors "New Look" als Innovation und Motivator für den internationalen Erfolg des Unternehmens

1947 präsentierte er seine erste Kollektion (Ligne Corolle) in Anwesenheit einiger der wichtigsten Moderedakteur:innen der Welt. Die Kollektion zeichnete sich durch voluminöse Silhouetten, lange Röcke und schmale Taillen aus.

Sie unterschied sich stark von den Kleidern, die die Designer:innen aufgrund der Rationierung von Stoffen während des Krieges anfertigen konnten, er sparte nicht an Stoffbahnen. Sein Stil wurde dann als "New Look" von der Modepresse bezeichnet.

Christian Dior war auch einer der Vorreiter in der Mode, der die Saumlängen bei den Röcken kürzer gestaltete.

Sein neuer Fashion-Look verbreitete sich schnell in der ganzen Welt und wurden zum Synonym für eine Silhouette, die bis heute eines der charakteristischen Merkmale des Stils des Hauses Dior ist.

Diese Fashion-Kollektion brachte zudem auch eine der Ikonen des Hauses hervor: die sogenannte Bar Jacket. Das cremefarbene Kleidungsstück folgt auf elegante Weise den Kurven des weiblichen Körpers und betont die Büste und Hüften auf eine noch nie dagewesene Art.

Kombiniert mit einem leicht ausgestellten Rock, schmalen Schuhen und einem großen Hut wirkte der "New Look" frisch, modern und war weit entfernt von den biederen Stilen der Kriegszeit.

Als bewundertes Pariser Couture-Haus zog Dior stets die talentiertesten Assistenten an. Einer von ihnen war Pierre Cardin. Im gleichen Jahr ernannte er ihn zum Leiter des Dior-Studios. Dieser verließ später das Unternehmen, um sein eigenes Modehaus zu gründen. Alsbald lancierte Dior eine Parfum Linie. Der erste Duft (Miss Dior) war ein großer Erfolg. Aufgrund der steigenden Beliebtheit vergrößerte Dior sein Hauptquartier in Paris und eröffnete Boutiquen in Sydney und New York.

Christian Dior etablierte sich als ein Designer der stets auf Schnitte und Qualität achtete. In der Zeit nach dem "New Look" wurden neue Kollektionen entworfen, die diesen Stil fortsetzten und weiterentwickelten.

Diese Kollektionen wurden weiterhin nach den Silhouetten der Kleidungsstücke benannt wie beispielsweise die Zig-Zag-Linie, die H- oder die A-Linie. Alle seine Kollektionen wurden mit den feinsten Schnitten und den kostbarsten Stoffen ausgeführt.

1948 präsentierte Christian Dior eine Reihe von Kleidern, welche die exquisite Fülle des visionären New Look noch mehr vorantrieben. Die technische Virtuosität dieser Kreationen spiegelt sich in der Z- oder Zig Zag-Linie wieder.

Das Motto zeigte sich in üppigen Drapierungen und einer neuen Art der Asymmetrie. Schräge Säume und Stoffbahnen, die sich nach unten laufend auffächerten sowie einseitig angebrachte Schleifen dominierten hier und brachten die neue Z-Linie in der Mode hervor.

Die beeindruckende elegante Bewegung der Zickzackbahnen von Dior und das vielfältige strukturelle Zusammenspiel von Taft, Krepp und Samt verliehen den Modellen die typische üppige Eleganz, für die Christian Dior noch heute berühmt ist.

Seine Designs in A-Form orientierten sich an dem Buchstaben. Die Idee war es, mit schmalem Schnitt oben zu beginnen und das Kleidungsstück nach unten gehend immer breiter werden zu lassen.

Bei der H-Form war der Fokus in der Mitte gesetzt, teilweise mit Gürteln betont und die Weite des Unterteils gleich wie beim Oberteil. Diese gerade Linienführung war in den 50ern sehr beliebt.

Die langen eleganten Roben von Dior waren bei den großen Stars der Leinwand wie Marilyn Monroe, Marlene Dietrich und Grace Kelly sehr beliebt.

Aber auch heute lieben Stars wie Natalie Portman und Charlize Theron das Design aus dem Hause Dior. Das französische Modehaus hat sogar ein Buch mit "Stars in Dior" veröffentlicht.

Dior in den 50er Jahren

Diors Popularität in Amerika wurde Anfang der 50er noch mehr gesteigert, als er die Kostüme von Marlene Dietrich für Alfred Hitchcocks Film "Stage Fright" entwarf.

1953 wird der Showroom in Paris zu einem riesigen, fünfstöckigen Labyrinth aus Ateliers. Werkstätten und Ausstellungsräumen wurden weiterentwickelt und ausgebaut. Heute sind noch immer über 1.000 Mitarbeiter:innen in den vielen Werkstätten beschäftigt.

Als moderner Arbeitgeber umfasste der Komplex auch einen Ruheraum für die Models, eine Krankenstation, eine Cafeteria und ein Schlafzimmer neben dem Büro von Christian Dior. Bis heute ist das Gebäude das weltweite Aushängeschild der Marke.

Da Christian Dior bevor er das Haus gründete, eine Galerie führte, werden heute als Hommage immer wieder auch Kunstwerke ausgestellt.

1953 arbeitete Christian Dior auch mit Roger Vivier zusammen, um eine Schuhkollektion nach Maß einzuführen und brachte den ersten Lippenstift der Marke auf den Markt. Der bis heute noch zu den Bestsellern im Beauty-Bereich gehören.

Zwei Jahre später wurde Yves Saint Laurent sein erste Assistent. 1957 verstarb der großartige Christian Dior und der damals 21 Jahre junge Yves wurde zum künstlerischer Leiter Nachfolger.

Dior unter Yves Saint Laurent

Saint Laurents Kleider waren ebenso sorgfältig gefertigt und perfekt proportioniert wie die von Dior und bestanden aus denselben exquisiten Stoffen, aber der junge Designer machte sie weicher, leichter und einfacher zu tragen.

Er wurde zuerst groß als Designer gefeiert. Seine Entwürfe gingen immer mehr in eine gewagtere Richtung und gipfelten 1960 im Beatnik-Style. Dieser war inspiriert von den Existenzialisten in den Cafés und Jazzclubs von Saint-Germain des Près.

Sein Bohème-Look von 1960 wurde dann von den Modekritikern zerrissen. Die unternehmerische Leitung (Marcel Boussac) war darüber nicht besonders begeistert. Als Saint Laurent im Frühjahr zur französischen Armee einberufen wurde, kam kein Einspruch aus dem Hause Dior. Er wurde dann durch Marc Bohan ersetzt. Insgesamt lieferte Yves sechs eigenen Dior-Kollektionen.

➠ Erfahre in folgendem Artikel mehr über Yves Saint Laurent!

Marc Bohan

Marc Bohan kreierte den Slim Look, der die zeitgenössischen Vorstellungen von Weiblichkeit widerspiegelte. Fasziniert von der Kunst, beispielsweise dem abstrakten Expressionismus von Jackson Pollock, entwarf Marc Bohan für Dior fast 30 Jahre lang moderne Silhouetten mit eleganter Schlichtheit bis hin zu üppigen Roben. Sein einzigartiger Stil, der Dior immer gerecht wurde, war bei vielen Hollywood-Stars wie Grace Kelly sehr beliebt.

1961 trug Elizabeth Taylor ein grünes Kleid von Dior, um den Oscar für die beste Schauspielerin entgegenzunehmen. In dem selben Jahr wurde außerdem die erste Dior-Boutique in London eröffnet.

Die Marke Dior erweiterte sich 1967 mit der Kreation der Konfektionslinie Miss Dior und der Eröffnung der ersten Baby-Dior-Kindermode-Boutique in Paris.

Mit der Gründung von Dior Cosmetics 1986 führt die Marke ihre erste umfassende Kosmetikserie ein. Später in diesem Jahr wurde Parfums Christian Dior an Moët Hennessy verkauft.

Marc Bohan kreierte außerdem in den 70er Jahren die erste Konfektionskollektion für Herren von Dior. 1978 ging die Marcel Broussac Gruppe, die die Gründung von Dior im Jahr 1946 mitfinanziert hatte, in Konkurs. Das Unternehmen Dior wurde dann an die Willot-Gruppe verkauft.

Dior zeigte sich 1981 verantwortlich für einige Outfits von namhaften Gästen, wie Prinzessin Grace von Monaco, auf der Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana. Zu Ehren von Prinzessin Di wurde 1995 eine Tasche kreiert. Die Lady Dior gehörte damals zu den unverzichtbaren It-Bags von Dior und ist auch heute noch ein Must-Have der Brand.

Es kam Anfang der 80er erneut zu einem Konkurs. 1984 kaufte dann eine Gruppe von Direktoren unter der Leitung von Bernard Arnault das Unternehmen. Arnault wurde im folgenden Jahr zum Präsidenten der Firma.

Er trieb die Expansion von Filialen weltweit voran und sorgte mit der Anstellung von Designern wie Ferré und Galliano für frischen Wind bei Dior. Zusätzlich wurden die Werbeausgaben erhöht, um das Unternehmensimage äußerst erfolgreich zu ändern.

Es folgten dann noch viele weitere namhafte Designer:innen, die den typischen Dior-Look immer wieder neu erfanden und weiter entwickelten. Das Haus Dior gehört seit spätestens Ende der 90er Jahre, zu den obersten internationalen Luxusgüterherstellern.

Designer:innen im Hause Dior: Gianfranco Ferré, John Galliano, Raf Simons und Maria Grazia Chiuri

Christian Dior war ein sehr innovativer und großartiger Designer. Aber auch seine Nachfolger:innen erweisen dem Modehaus große künstlerische Dienste.

Gianfranco Ferré für Dior

Mit ihm platzierte Dior wieder einen Kunstliebhaber als Creative Director - ganz wie einst der große Christian Dior.

Der italienische Designer inszenierte die Dior-Codes neu und gab der Haute Couture eine durch die postmoderne Architektur und Kunst inspirierte Eleganz.

So ließ er sich beispielsweise für seine Haute-Couture-Kollektion vom Herbst-Winter 1995/96, von der Farbpalette Paul Cézannes inspirieren.

John Galliano für Dior

Am 14. Oktober 1996 trat John Galliano die Nachfolge von Gianfranco Ferré an. Der britische Designer ist für seine Extravaganz mit einer Portion Rock 'n' Roll bekannt.

Er erfand die Haute-Couture-Tradition von Dior neu, indem er sie mit seiner fantasievollen Vorstellung verschmolz unter Berücksichtigung der traditionellen Schule des Dior-Ateliers. Alle seine Fashion Shows waren außergewöhnlich und durch spezielle Inszenierungen bereichert und begeisterten das Publikum.

Das Herrenhaus in Granville, das früher der Familie Dior gehörte und während des Börsencrashs von 1929 beschlagnahmt wurde, wird 1997 zu einem Dior-Museum umgewandelt.

Die Boutique in der Avenue Montaigne wurde ebenfalls neu wiedereröffnet. 1998 erweiterte das Unternehmen seine Produktgruppe mit einer Schmuck-Linie unter der künstlerischen Leitung von Victoire de Castellane.

Der Designer brachte das Label in seiner Zeit wieder ins Gespräch der Fashion-Szene. Jedoch kam dann 2011 der Skandal - John Galliano wurde wegen antisemitischer Äußerungen von Dior entlassen.

Galliano zeigte sich danach reumütig und gestand in einem Interview mit der Vanity Fair auch seine Alkohol und Drogenprobleme ein.

Raf Simons

Raf Simons wurde 2012 zum Kreativdirektor der Damenkollektionen von Dior ernannt. Der belgische Designer brachte mit seinem raffinierten Minimalismus eine ganz spezielle Note ein. So interpretierte er in seinen Kollektionen den New Look beispielsweise als Hosenanzug, der den Geist der Zeit widerspiegelte und kreiierte moderne feministische Looks.

Maria Grazia Chiuri - Diors erste weibliche Kreativdirektorin

Maria Grazia Chiuri wurde 2016 Creative Director. Sie setzt Diors weibliche traditionelle Formen gerne über Stereotype hinweg um. Chiuri schafft bis heute zahlreiche kreative und innovative Designs, die auch oft geschichtlich inspiriert sind.

Durch ihre zahlreichen Kooperationen mit Künstler:innen und Kunsthandwerker:innen gelingt es ihr immer wieder eine Verbindungen zwischen Wissen, Kunst und Kulturen herzustellen. Das macht definitiv jede Dior-Show zu einem einzigartigen Kunstwerk.

Für ihre F/S-Kollektion 2023 lies sie sich von der einzigen Frau inspirieren, die als Regentin Frankreichs tätig war - von Caterina de’ Medici.

Die Familie Arnault kaufte 2017 die Minderheitsinvestoren von Dior für 13 Milliarden Dollar auf und integriert das Unternehmen in das Luxusimperium LVMH.

Das angesehene Modehaus ist bis heute eines der erfolgreichsten und berühmtesten Couture-Häuser der Geschichte.

Modecodes und die bekanntesten Produkte von Christian Dior

Ein wichtiges Motiv bei Dior war stets das Hahnentrittmuster. Populär wurde es in den 20er-Jahren durch die britischen Royals. Dior übernahm als Erster das typische Muster der Männergarderobe für die Damenmode.

Das Hahnentrittmuster fand sich außerdem auch auf dem Flakon seines ersten Parfums "Miss Dior" (1947) und später auf dem vom Bestseller "Miss Dior Chérie" (2005). Auch Christian Diors typische A- Linie sowie die Bar Jacket werden immer wieder neu interpretiert von der Brand.

Ein weiteres typisches Detail, das sich auch auf den Parfum-Flakons finden lässt, ist die Schleife. Sie ist Christian Diors Hommage an die Opulenz des 18. Jahrhunderts. Er setzte sie bei vielen seiner Designs ein. Mittlerweile konzentriert sich die Brand aber mehr auf das Logo und den Schriftzug.

Die ebenfalls in dieser Epoche sehr beliebte ovale Form war eine zeitlang im Dior-Universum überall zu finden - ob als Stuhllehne, Medaillon oder Spiegel.

Lady Dior Handtasche

Die Lady Dior ist wahrscheinlich eine der beliebtesten Taschen des Luxuslabels. Sie kam 1995 auf den Markt und verdiente sich ihren Namen durch Prinzessin Diana.

Sie zeichnet sich durch die charakteristischen Details wie die Cannage-Steppnähte, die Dior-Anhänger und die eckige Form aus.

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Der Name von Christian Dior steht noch immer für Geschmack und Luxus. Das Haus Dior ist die perfekte Definition der französischen Haute Couture - zart, raffiniert und immer stillsicher.

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