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Modegeschichte: So entwickelte sich die Mode über die Jahre

Im Laufe der Zeit haben Trends und Innovationen die Mode immer wieder bewegt und verändert. Hier findest du einen Überblick zur Modegeschichte der letzten Jahrzehnte und den wichtigsten Key-Looks.

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Modegeschichte: So entwickelte sich die Mode über die Jahre
© Elisabeth Körbler

Modegeschichte zu Beginn des 20. Jahrhundert

In der Zeit um die Jahrhundertwende (Belle Epoque) mussten aufgrund des Rohstoffmangels während des 1. Weltkriegs aufwendige Modedesigns weichen und notwendigerweise Platz für praktische Kleidung gemacht werden.

Erst in den 20er Jahren erlebten diese aber wieder einen erneuten Aufschwung. Das beginnende 20. Jahrhundert ist durch Modeinnovationen gezeichnet. Mode wurde immer mehr zu einem neuen Lebensgefühl und einer persönlichen Ausdrucksweise.

Von der Maßanfertigung zur Prêt-à-porter

Die Entstehung der Modeindustrie im 19. Jahrhundert ermöglichte einer breiteren gesellschaftlichen Schicht den Zugang zur Mode. Sie wurde zu einem wichtigen sozialen und kulturellen Faktor und war nun nicht mehr nur den Damen am Hofe vorbehalten.

Die Designermode des 20. Jahrhunderts wird heute in die maßgeschneiderte exklusive Haute Couture und Prêt-à-porter unterteilt. Bei der Letzteren fertigte man die Kleidungsstücke industriell und in Standardgrößen. Konfektionsware gab es zwar eigentlich schon davor, dabei standen Stil und Design jedoch noch nicht so stark im Mittelpunkt.

Die neuen modischen Kollektionen wurden in Warenhäusern oder in eigenen Boutiquen der Designer:innen angeboten und waren dadurch für mehr Menschen zugänglich, aber auch etwas leistbarer.

Emilie Flöge und das Reformkleid: Die Vorreiterin der Mode für die moderne unabhängige Frau

Coco Chanel ist bekannt als die Frau, die den weiblichen Körper vom Korsett befreite und als Erste tragbare, bequeme Mode designte. Sie hatte allerdings eine Vorreiterin aus Wien. Die Modeschöpferin Emilie Flöge kreierte schon 15 Jahre früher ein Kleid, welches zur Befreiung weiblicher Körper aus den Zwängen der damaligen Mode beitrug - das Reformkleid!

Emilie wurde am 30. August 1874 in Wien geboren. In Österreich wurde sie vor allem durch die Bilder von Gustav Klimt berühmt. Als seine Muse inspirierte sie ihn und durch ihre Mode auch die Wiener Gesellschaft. Ihre Kleider waren von weiten Schnitten, fließenden Stoffen und floralen Prints geprägt.

1904 gründete sie einen Modesalon, den sie mit ihren beiden Schwestern Helene und Pauline gemeinsam führte. Zur damaligen Zeit war es eher unüblich, dass drei unverheiratete Ü-30-Ladies sich selbstständig machten. Die andere Revolution war die Art und Weise, wie sie ihre Kleider im Sinne der Reformkleidung konzipierten. Sie ließen das Korsett und die schweren Unterröcke weg - dadurch hielten sie die Bewegungsfreiheit hoch. Die Roben waren meist in A-Linie geschnitten und aus Stoffen gefertigt, die mit von Gustav Klimt entworfenen Mustern versehen waren.

Reformkleidung ist der zusammenfassende Begriff für Kleidung, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der sogenannten Lebensreform aus gesundheitlichen oder emanzipatorischen Gründen beworben wurden. Unterstützt wurde diese Idee durch Mediziner, Frauenrechtler:innen und Künstler:innen.

Die Kreationen aus dem Atelier Flöge waren nicht nur in Österreich bekannt und wurden von den Kundinnen Klimts sowie von der Baronin Clarisse Rothschild getragen. Emilie bezog ihre Materialien aus London und Paris, dort traf sie sich mit berühmten Designern wie Paul Poiret oder Christian Dior. 1938 mussten die Schwestern Flöge ihr Atelier aufgrund des "Anschlusses" Österreichs ans nationalsozialistische Deutsche Reich schließen. Als Wegbereiterinnen und Inspiration für andere Modedesigner bleiben die Schwestern unvergessen!

Modegeschichte der 20er: Flapper, Wasserwelle & Co

Die 20er-Jahre bezeichnen einen modischen Umbruch. Die Gesellschaft versuchte alle Erinnerungen an den Krieg hinter sich zu lassen und der Genuss des Lebens rückte immer mehr in den Mittelpunkt. Frauen erlangten etwas mehr Freiheiten wie das Wahlrecht. Viele arbeiteten tagsüber, um für den Unterhalt zu sorgen, abends wurde dann vor allem in den Städten gerne in Jazzclubs gefeiert.

In der Modegeschichte der 20er steht ein Gefühl von Freiheit im Mittelpunkt, welches sich auch in einer zunehmenden Emanzipierung von Geschlechterklischees zeigt. Männerkleidung wie gestreifte Arbeitershirts und Hosen finden Einzug im Kleiderschrank der Frauen. Das unbequeme Korsett muss der neuen Bewegungsfreiheit weichen und wird durch bequemere Alternativen ersetzt.

Fashion Style & Design

Die Mode der 20er zeichnet sich durch ihre minimalistischen Schnitte aus. Die gerade Linienführung der Schnitte ermöglichte eine neue Freiheit in der Bewegung, weg von beengenden Korsetts. Auffällige extravagante Hüte und Federboas wurden zum schlichten Slipdress kombiniert. Tagsüber wurden Hemdkleider oder auch Hosen getragen. Ein perfektes Abbild dieser Zeit zeigt der Film "The Great Gatsby" mit Carey Mulligan in der Hauptrolle.

Farbpalette der 20er: Schwarz, Beige, Braun und Weiß wurden mit Art-Déco-Farben wie Violett, metallischen Tönen und Jade gemischt.

Stoffe: Seide, Jersey, Nerz, Pelz, Federn

Typische Fashion-Looks

  • knielange oder kürzere Etuikleider
  • elegante Stoffe wie Seide und Verzierungen für den Abend
  • Tennis-Chic: Faltenröcke & Pullover mit V-Ausschnitt
  • Lange wallende Mäntel mit Schalkragen, Wickelmäntel, Umhänge
  • Mary-Janes Schuhe, flach oder hoch
  • Seidenstrümpfe, Strumpfbänder und -halter
  • Accessoires: Schals, große Armreifen, lange Halsketten, Chandelier-Ohringe, Glockenhüte

Frisuren und MakeUp der 20er Jahre

Kurzhaarschnitte und intensive Schminke gehörten zum Style der 20er dazu. Besonders beliebt waren der Bubikopf (Pixie-Cut) oder kurze Bob-Schnitte. Chice Wasserwellen und Haarbänder veredelten die schlichten Haarschnitte. Betonte Augen und schmale Augenbrauen waren in den Twenties besonders angesagt. Dunkler, matter Lippenstift mit betontem Amorbogen perfektionierte den Look.

Designer:innen, Fashion Icons & Must Haves der 20ies

Jeanne Lanvin entwarf während des 1. Weltkriegs ein simples, schlichtes Abendkleid, welches die Pariserinnen wegen des hohen Tragekomforts liebten. Statt dem Korsett wurde ein elastisches Unterwäsche-Mieder darunter getragen. Später wurde das Kleid mit Perlen und Co dekoriert - so entstand das Flapper-Dress. Chanel und Patou entwickelten es weiter.

Jean Patou entwarf zudem Sportkollektionen, die den Tennis-Stil dieser Zeit prägten. Viele Frauen kopierten den Style und fingen an, Stirnbänder zu tragen. Molyneux führte bei seinen längeren Abendkleidern tiefe Ausschnitte ein. Die Designs dieser Pariser Modeschöpfer:innen wurden weltweit von Ketten und Warenhäusern kopiert.

Designer:innen

  • Coco Chanel
  • Callot Soeurs
  • Jeanne Lanvin
  • Paul Poiret
  • Jean Patout
  • Edward Molyneux

Die weiblichen Ikonen der 20er Jahre trugen bevorzugt Kurzhaarschnitte und flache oder auch höhere Schuhe. Sie rauchten und tranken Alkohol in aller Öffentlichkeit. Ihr Style war gewagt, widersetzte sich den gängigen Normen und machte sie zu den Fashion-Vorreiterinnen ihrer Zeit.

Dazu zählen großartige Frauen wie die Schauspielerin Gloria Swanson, die Künstlerin Kiki de Montparnasse sowie die Tänzerin Josephine Baker und natürlich Gabrielle "Coco" Chanel. Sie ermutigten Frauen dazu, sich selbst zu verwirklichen und das Leben selbstverständlich zu genießen.

Das kleine Schwarze:
Das ”La Petite Robe Noir” geht auf Coco Chanel zurück und zählt zu den Klassikern der Modegeschichte. Sie bezeichnete es als eine Art von Uniform für alle Frauen mit Geschmack. Es war eigentlich ein Ensemble aus einem Oberteil aus Woll-Jersey mit einem Plisseerock.

Der Flapper-Stil:
Dieser Look gehört zu den meist kopierten Fashion Styles. Populär wurde er durch die Schauspielerin und Tänzerin Louise Brooks. Besonders mutige Ladies trugen den Rock über die Knie und mit hohen Absätzen. Die geraden Kleider waren ärmellos, das galt als besonders sexy und zudem reich verziert mit Perlen, Fransen, Swarovski-Steinen oder Pailletten.

Das Ende der "roaring 20ies" kam mit dem großen Börsenkrach und dem schwarzen Freitag (25.10.1929). Die Emanzipation in der Mode war jedoch erst am Anfang.

Modegeschichte der 30er: Figurbetonte Linien und Hollywood-Glam

Die 30er Jahre waren ein bewegtes Jahrzehnt: Arbeitslosigkeit, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen sowie die Anbahnung des 2. Weltkriegs prägten diese Zeit.

Das wirkte sich auch auf die Mode aus. Sie war zu Beginn recht kreativ und kam in den Kriegsjahren zum Stillstand. Art déco und Kubismus gaben den Stil zu Beginn des Jahrzehnts vor und sorgten für kunstvolle Kreationen. Die Weltwirtschaftskrise zeigte ihren Einfluss vor allem in der Haute Couture. Die maßgeschneiderten Kollektionen wurden reduzierter, weniger glamourös und die Silhouette rückte stattdessen mehr in den Mittelpunkt.

Neben dem Pariser Stil wurde die Modegeschichte auch stark von Hollywood beeinflusst. Das Kino ermöglichte zudem mit seinem Glamour eine Flucht aus dem schweren Alltag.

Fashion Style & Design der 30er

Neu waren Boleros. Die kurzen, vorne rund geschnittenen Jäckchen wurden zur Marlenehose oder einem Rock getragen. Die Dekolletés blieben jedoch weitestgehend verdeckt - am Abend wurden diese etwas offener. Enganliegende Ärmel passten zum Stil der figurbetonten Mode.

Beim modischen Stil lag der Fokus nun besonders auf der Taille. Typisch für die frühen 30er Jahre war außerdem eine langgezogene, schmale Silhouette. Diese wurde bei den langen Abendkleidern aus weichen, fließenden Stoffen mit tiefem Rückenausschnitt durch den typischen Schrägschnitt noch mehr hervorgehoben. Abendkleider wurden außerdem durch Fortschritte in der Textiltechnik (Kunstseide) auch erschwinglicher.

Ausgehend von Paris wurden dann Mitte der 30er die Schultern stärker betont und die Linien mit der Zeit immer strenger.

Farbpalette der 30er: Gedeckte Farben, Schwarz und Weiß, Muster

Stoffe: Die neue Kunstseide (Reyon) machte die Massenproduktion von Abendroben für Kaufhäuser möglich.

Typische Fashion-Looks

  • lange Satinroben im Schrägschnitt
  • Kleider mit schmalen Taillen-Gürteln
  • Capes, Mäntel oder Jacken mit Schalkragen
  • Hemdblusen mit Biesen aus zarten Stoffen
  • kurze Puffärmel
  • niedrige Schuhe und Strümpfe
  • kleine Hüte, Handschuhe

Frisurentrends und MakeUp der 30er Jahre

Die Haare wurden wieder länger und man stylte sie zu aufwendigen Wellenfrisuren. "Blondes have more fun" - diese Haarfarbe war in den 30ern besonders beliebt.

Beim Make-Up wurden die Augen betont. Intensiv getuschte Wimpern und Lidschatten sorgten für einen verführerischen Blick. Besonders charakteristisch für diese Epoche waren die recht schmalen Augenbrauen. Viele Frauen rasierten ihre natürlichen Brauen dafür vollständig weg, um sie dann wie einen Halbmond aufzuzeichnen.

Designer:innen & Fashion Icons der 30er

Die Designer passten ihre Schnitte der Mode an und experimentierten mit den neuen Kunstfasern. Neben den glamourösen Roben gab es aber auch Active-Wear von Amelia Earheart. Sie überquerte 1932 als erste Frau alleine den Atlantik. Die von ihr designten Kleidungstücke, wie Hosen, Schnürstiefel und ein lederner Trenchcoat, waren bei Macy's in New York erhältlich.

Designer:innen

  • Elsa Schiaparelli
  • Madeleine Vionnet
  • Jean Patout
  • Coco Chanel

Die Marlenehose:
Sie geht auf die Schauspielerin Marlene Dietrich zurück, die den Dandy-Style prägte. Sie stand zudem für das neue Selbstverständnis und Unabhängigkeitsgefühl der Frauen dieser Zeit.

Im "goldenen Zeitalter Hollywoods" galten die glamourösen Stars als die großen Stilikonen: Greta Garbo, Marlene Dietrich und Jean Harlow.

Eine berühmte heutige Vertreterin des 30er Jahre Stils ist die Musikerin Florence Welch. Sie steht oft mit langen Roben und welligem Haar auf der Bühne. Der Dandy-Look von Marlene Dietrich wird immer wieder gerne aufgenommen. Der Style ist beliebt bei Grace Jones, Rihanna und Tilda Swinton.

Modegeschichte der 40er: Enge Röcke, Petticoats und der "New Look" von Dior

Zu Beginn dieses Jahrzehnts änderte sich die Mode kaum im Vergleich zu den 30ern. Breite Schultern lagen noch immer im Trend. Die Röcke wurden aber kürzer und bedeckten nur noch leicht oder kaum die Knie. Insgesamt wurde die Kleidung am Hals dafür hochgeschlossener.

Stoffrationalisierung und andere Sparmaßnahmen während des zweiten Weltkrieges wirkten sich auf die Modeindustrie aus. Der praktische Zweck der Kleidung sowie die Wiederverwendung davon standen im Vordergrund. Stoffreste wurden neu miteinander kombiniert, ganz nach dem Motto aus "alt wird neu".

Fashion Style & Design

Drei Jahre nach dem Kriegsende kamen neue modebewusste Trends auf - von Petticoat-Röcke bis zu schmal sitzenden Pencil-Skirts, die mit eng anliegenden Oberteilen kombiniert wurden. Die breiten Schultern verschwanden bis zum Ende des Jahrzehnts immer mehr und Christian Dior sorgte 1947 in Paris für Furore. Seine "Ligne corolle" bestand aus vielen Lagen Stoff, weichen Schultern, einer engen Wespentaille und schwingenden, wadenlangen Röcken. Der auch als New Look bezeichnete Stil, der sich ganz auf die Silhouette und Taille fokussierte, war natürlich nicht ganz neu. Er zeigte sich aber mutig und besonders verschwenderisch in den sparsamen Zeiten. Dior war außerdem einer der ersten Designer, der den Leo-Print für seine Stoffe verwendete.

Während man sich in Paris mehr auf die Haute Couture konzentrierte, etablierte sich in New York die erste Fashion Week.

Die meisten Kund:innen und Journalist:innen reisten für die neuesten Modetrends nach Paris. Im Jahr 1943 wurden die regelmäßig stattfindenden Modeschauen in den französischen Salons, jedoch aufgrund des zweiten Weltkriegs abgesagt. Eleanor Lambert organisierte daher eine "New York Press Week" und schuf damit die Fashion Week, wie wir sie heute kennen.

Typische Fashion-Looks der 40ies

  • Kostüme, weite Röcke, Godet-Röcke
  • Schluppenblusen
  • Hermès Seidentücher
  • geblümte Kleider
  • gestrickte Pullover (Sloppy Joe)
  • Strümpfe
  • Gepäck von Louis Vuitton

Frisuren und MakeUp der 40er Jahre

Knallroter Lippenstift und dunkelroter Nagellack sowie Hochsteckfrisuren lagen im Trend.

Designer:innen & Fashion Icons der 40er

Schauspielerinnen wie Ilse Werner, Zarah Leander, Rita Haywoth oder Joan Crawford galten als glamouröse Fashion-Vorbilder dieser Zeit.

Den Brit- oder Aristokraten-Chic verkörperten damals die Mitford-Schwestern. Karos, Tweed und Strickjacken prägten diesen Stil, den auch Queen Elizabeth liebte - aber bitte mit Hermès Seidentuch. Heutzutage sieht man den Style modern interpretiert an Celebrities wie Alexa Chung.

Designer:innen

  • Christian Dior
  • Coco Chanel
  • Elsa Schiaparelli
  • Hermès

Modegeschichte der 50er: Rebellisch bis extravagant

Der Wirtschaftsaufschwung in den 50ern sorgte auch für neuen Wind und Kapital in der Modebranche. Luxus und Extravaganz waren wieder angesagt. Der amerikanische Einfluss nach dem Krieg spiegelte sich vor allem in der Mode der Jugendlichen wieder. Als Beispiel voran: Der Rockabilly-Style. Hautenge Jeans, die eng wie Leggins sitzen, Ballerinas, Bleistiftröcke und ausladende Petticoats wurden beim Tanz zur Rock'n'roll Musik getragen.

Fashion Style & Design der 50er

Der Stil von Dior-Kostümen wurde zum extravaganten Evergreen. Hosen für Frauen rückten dann eher in den Hintergrund, getragen wurden sie in Form der Caprihose als lässige Freizeitkleidung. Große Hüte galten als besonders edles Accessoire und durften nicht fehlen. Faltenrock und Twin-Set waren tagsüber angesagt, während abends die Zeit der Cocktailkleider schlug. Dazu wurden Stöckelschuhe mit Pfennigabsätzen und pushende Mieder-Ware getragen.

Typische Fashion-Looks

  • taillierte Kostüme
  • elegante Roben
  • Twin-Sets
  • Pullis mit Rollkragen oder Streifen
  • Caprihosen und sportliche Blusen
  • Tücher und Hüte
  • Schwingende Kleider, Mantelkleider
  • Weiße Sonnenbrillen, große eckige Ledertaschen wie die Kelly Bag von Hermès
  • Statement-Schmuck in Gold und Perlen
  • zarte Schuhe mit Riemen

50ies Styling

Die Haare werden wieder etwas kürzer, hochgesteckt und vor allem auch antoupiert oder wellig getragen. Grace Kelly machte den sleeken Long-Bob berühmt. Der Eyeliner ist quasi der Signature-Style dieser Zeit. Der Rest des Looks durfte natürlicher ausfallen, daher war das Tragen von einer gut deckenden Grundierung (Foundation) sehr wichtig. Dazu trug frau gerne rot betonten Lippen wie bei Marilyn Monroe oder zartrosa wie bei Audrey Hepburn.

Designer:innen, Key Looks & Fashion Icons der 50ies

Dior und Balmain setzten auf Weiblichkeit und Eleganz und kreiert den chicen French Style der 1950er Jahre, den man von den französischen Schauspieler:innen kennt.

Balenciaga setzte zwar auf den Glamour der 50ies, er ging dabei aber schon in Richtung des nächsten Jahrzehnts, indem er die Taille nicht mehr stark betonte und auf losere Linien setzte. Die Fashion-Ikone der zeitlosen Eleganz ist die berühmte Audrey Hepburn, die den Stil von Givenchy liebte.

Beatnik:
Die "Beatnik"-Kultur war ein Stil der sich schon in den späten 1940er entwickelte, in de 1950er seinen Höhepunkt hatte und bis Mitte der 60er Jahre populär was. Die antikonformistische Jugend in New York begeisterte sich für Romane, Poesie, Musik und Kunst. Aber auch für Barette, Zigarettenhosen mit geradem Bein aus synthetischen Materialien, schwarze Rollkragenpullover, gestreifte Hemden und T-Shirts sowie Westen. Sie stellte eine Gegenbewegung zu Diors New Look dar und wurden von Yves Saint Laurent als Inspiration für seine Kreationen genutzt.

Pin-Up-Stil:
In den 50ern brachten Stars wie Elizabeth Taylor, Natalie Wood und Marilyn Monroe den modischen Pinup-Look auf die Straße. Die Kombi beruhte auf Burlesque, Rockabilly und altem Hollywood-Glamour. Ausgestellte Röcken, die vom Wind aufgewirbelt werden konnten waren die Basis. Herzförmige Auschnitte, Bustier-Tops, Hotpants und Badeanzüge gehörten ebenso dazu.

Designer:innen

Modegeschichte der 60er: Neuer Wind in der Mode

Die 60er Jahre bringen nicht nur einen Umbruch in der Modegeschichte. Das Jahr 1968 war das Jahr der Revolten. Studentenbewegungen gaben den Ton an und sorgten für ein Umdenken in der Gesellschaft – Stimmen nach Individualität und Freiheit wurden lauter und brachen mit der konservativen Ettikette der 50er. Die Jugend protestierte gegen Rassendiskriminierung und zeigt ein offeneres Selbst- und Sexualbewusstsein.

Flower-Power-Bewegungen prägten ebenfalls das Modedesign. Der Ausbruch aus den starren Konventionen machte die junge Welt schnell zum gesellschaftlichen und modischen Leitbild.

Das Aufkommen vieler gegensätzlicher Stilrichtungen, die leistbarer wurden, schaffte zudem ein Gleichheitsgefühl unter Jugendlichen.

60ies Style

Zu Beginn des Jahrzehnts waren die Modetrends noch etwas gediegener. Karos, Trägerröcke und Kostüme lagen im Trend. Dann wurde es immer wilder, bunter und vielfältiger. Die Hose kam in Form der ausgestellten Schlaghose zurück in die Kleiderschränke. Die Innovation des Minirocks sorgte für mehr Bein und mächtig Furore. Der von Mary Quant erfundene Minirock wurde 1963 zum Sinnbild der sexuellen Revolution, nachdem dieser in der britischen Vogue gezeigt wurde.

Zudem endete in den 60er Jahren die Vorherrschaft der maßgeschneiderten Pariser Haute Couture , die bis dahin vorrangig die Modetrends diktierte. Yves Saint Laurent war in den 60er Jahren einer der erste Couture-Modeschöpfer der seine Kollektionen konfektionierte und somit zur Geschichte der Prêt-à-porter, wie wir sie heute kennen, beitrug. Zu den Vorreitern der nicht maßgeschneiderten und sofort tragbaren Kleidung (Französisch: prêt-à-porter) zählten unter anderem auch Designer wie Cacharel und Pierre Cardin.

Typisch für den Stil der 60er Jahre sind beispielsweise weite Kaftane mit psychedelischen und grafische Muster wie von Pucci. Aber auch Etuikleider breite Gürtel, große Ohrringe, Haarbänder und Ketten gehörten zu den vielen Stilen der Mode dieser Zeit.

Als besonderes Highlight dieser Zeit gilt das "Mondrian Kleid" von Yves Saint Laurent (1965). Mit dem neuen Trend der loseren sackigen Silhouetten gestaltete es ein simples Dress, nach einem Werk ("Komposition II in Rot, Blau und Gelb", 1929) von dem niederländischen Maler Piet Mondrian. Die kubischen Elemente passten perfekt zur geradlinigen Struktur des Minikleides und wurde zu einem der bekanntesten Designs von YSL. Andere Designer des typische Pop-Art-Style waren Pierre Cardin oder der Österreicher Rudi Gernreich. Letzterer arbeitetet vor allem mit Cut-Outs.

Der Trenchcoat wurde in den 60ern zu einem beliebten Klassiker in der Männermode. So konnte das englische Label Burberry sein Ansehen um dessen klassische Mantel mit dem Hollywood-Klassiker der “Der rosarote Panther”(1963) steigern. Der Schauspieler Peter Sellers machte diesen zum Bestseller. Im Film “Frühstück bei Tiffany”(1961) trug Audrey Hepburn zudem mehrfach Accessoires der Marke.

Typische Fashion-Looks

  • gemusterter Kaftan und Turban
  • Empire- und Etui-Kleider mit Gürtel aus dem gleichem Stoff
  • weiße Schuhe, Pillbox-Hüte von Halston
  • figurbetonte Abendkleider
  • Pelerine, Stola, Mäntel mit großen Knöpfen
  • Muster & Kreativität
  • Lose kurze geradlinige Kleider
  • Farbiger Statement-Schmuck aus Plastik mit grafischen Elementen

Fashion Icons der 60er

Junge Frauen orientierten sich an Brigitte Bardot mit ihrer hochgesteckten Mähne oder an den typischen Kostümen von Jackie Kennedy mit den Dreiviertel-Ärmeln und den Pillboxhütchen. Der First-Lady-Style von Jackie O ist auch heute noch beliebt, zum Beispiel bei Carla Bruni oder Michelle Obama. Auch die Rolle der Charlotte (Kristin Davis) aus "Sex in the City" erinnert stark an ihren Stil.

Muster-Liebe : Elizabeth Taylor liebte die üppigen Musterkreationen von Pucci und lies sich damals sogar ein komplettes Strandoutfit, inklusive Turban und Handtücher, entwerfen.

Das androgynen Modell Twiggy galt ebenfalls als Vorbild. Sie stellte mit ihrem Kurzhaarschnitt (Pixie-Cut), und den weiten kurzen Kleidchen ein völlig neues Frauenbild dar. Emma Watson gilt als Vertreterin ihres Stils.

Designer:innen

Mode der Jugendbewegungen in den 60ern: Mods, Hippies & Beatniks

Die Mods waren junge Radikale der unteren Mittelklasse in England. Sie fielen Anfang der 60er besonders durch ihre moderne und dandyhafte Kleidung auf - Jackett oder Parka, sowie enge Hüfthosen und Fred Perry-Poloshirts machten den typischen Look aus.

Mit dem Aufkommen jugendlicher Mode nutze Saint Laurent 1960 die Beatnik-Bewegung als eine der wichtigen Inspirationsquelle für seine Herbst/Winter-Kollektion bei Christian Dior sowie auch auch für sein eigenes gleichnamiges Label. Der trotzige Beatnik-Stil inspirierte ihn zum typischen YSL-Look, der bis heute von Leder, Motorradjacken, oberschenkelhohen Stiefeln und der Farbe Schwarz definiert ist.

Ab Mitte der 60er Jahre prägten die Hippies die Modegeschichte. Ihre naturnahe, pazifistische und antibürgerliche Lebenseinstellung drückten sie durch ihren Modestil Die Kleidung war unkonventionell und vor allem individuell zusammengestellt. Stilbrüche waren da natürlich absolut trendy - bunte, weite Röcke, ausgestellte Jeans, lange Mäntel (auch aus Pelz) und Blumenapplikationen sowie knallbunte und auffällige Muster waren typisch. Eine der großen Ikonen der Hippie-Bewegung war Janis Joplin. Auf der Bühne trug sie gerne Shirts mit Trompeten-Ärmeln und glitzernde Schlaghosen. In den 70ern wurde dieser Style dann besonders populär. Hippies inspirierte Trends sind auch in aktuellen Sommerkollektionen immer wieder zu finden.

Rockigere Styles ergänzten den Hippie-Style Ende der 60er, lösten Vorbilder wie das Model Twiggy ab und leiteten die Trends der 70er Jahre ein. Berühmt dafür war Marianne Faithful. Samt- Gehröcke, Schlapphüte, wallende bodenlange Röcke sowie Rüschen prägten den Style der rockigen Girls. Faithful gilt als Inspiration für Stars wie Kate Moss, den Olsen-Twins oder Sienna Miller.

Auch der French-Style, entwickelte sich weiter und wurde lässiger. Francoise Hardy prägte den Look mit geraden knöchellangen Jeans, enganliegendem T-Shirt, Stiefeln mit Blockabsätzen und Bikerjacke. Lou Doillon, die Tochter von Jane Birkin, repräsentiert den modernen französischen Look.

Modegeschichte der 70er: Piece, Love & Music

Die Siebziger waren die Zeit der Hippiemode - Piece, Love & Music! Der Vietnamkrieg endete und Friedensverträge wurden geschlossen. In der Politik wurde es grüner und Atomausstiege thematisiert. Die Hippie-Bewegung war als Jugendkultur im Aufstieg. Musik und Mode beeinflussten sich gegenseitig. Bühnen-Outfits waren wichtig für den großen Erfolg der Musiker:innen und Inspiration zugleich.

Aufgrund der Ölkrise kam es in dieser Dekade ebenfalls wieder zu Sparmaßnahmen in der Modegeschichte. Ein sorgsamer Umgang mit den Rohstoffen war angesagt und für viele Frauen war es normal zu den Nadeln zu greifen und Modetrends selbst zu schneidern oder zu häkeln. Nähzeitschriften wie die von Aenne Burda boomten und machten Modetrends als DIY für alle verfügbar.

70ies Style: Hippies, Glam, Punk und Disco

Gehäkelte Westen und kurze Strickkleider wurden mit Hüftgürteln kombiniert. Große Sonnenbrillen, weite Schlapphüte und Haarbänder sorgten für den letzten Schliff. Flower-Power in Form von Paisley und psychedelischen Mustern, sowie Karos und Animal Prints wurden kreativ kombiniert. Materialien wie Cord, Denim, Samt, Wildleder und Nappaleder gaben den Ton an. Von weit bis eng, gerüscht oder romantisch, vom Hippie-Style bis hin zu Boho-Kleidern, kurz (Hot-Pants) und lang - es gab eine Menge an vielseitige Looks und Schnitten - erlaubt war einfach alles, was einem gerade so einfiel und gefiel!

Zudem brachten die 70er auch eine Vermischung der Kulturen: Kleider mit ethnischen Mustern, Cowboylooks oder folkloristische Stickereien. Individualität, Diversität und Kreativität regierten den Streetstyle dieser Zeit.

Unisex-Mode:
Die Aufhebung der strikten Geschlechtertrennung und Rollenbilder machte es möglich, dass die gleiche Mode von Männern und Frauen getragen werden konnte. Ein Beispiel ist David Bowie auf dem Cover seines 1970 erschienenen Album "The man who sold the world" oder Bianca Jagger, die gerne zu Teilen aus Kollektionen für Männer griff.

Der Disco Style:
Die 70er-Mode brachte der Modegeschichte aber viel mehr als nur den Boho- und Hippie-Look. In der Mitte des Jahrzehnts entstand als Gegenbewegung zum dazu die Disco-Mode. Es waren nun nicht mehr nur Festivals, sondern auch die Clubs angesagt. Besonders das berühmte "Studio 54" in New York. Auf den wilden Partys waren Kleider, Overalls, Pailetten, Glitzer, hohe Plateau-Schuhe und Schlaghosen in schrillen Farben und Mustern ein Must-Have. Besonders beliebt waren weit schwingende pastellfarbene Kleider von Halston und elegante glamouröse Roben.Besonders beliebt waren zudem asymmetrische Ausschnitte.

Als absolutes It-Piece galt auch der "Jumpsuit" - hauteng und tief ausgeschnitten fiel dieser oft recht sexy aus. Komplett mit schillernden Pailletten versehen wurden Frauen als auch Männer zur wandelnden Diskokugel. Es ging aber auch elegant zu mit weiter geschnittenen Varianten aus Seide.

Kunst und Musik beeinflussten sich extrem in diesem Jahrzehnt. Stars wie David Bowie, Mick Jagger oder Glam-Rock-Bands wie Queen und T-Rex prägten den Stil von jungen Frauen und Männern. Aber auch Punk-Einflüsse (z.B. bei Westwood) zeigen sich in den vielseitigen Stilen der 70er.

Modedesignerinnen wie Vivienne Westwood oder Sonia Rykiel inspirierten Frauen dazu, sich expressiv und feminin zu kleiden und Mode als Mittel zum Selbstausdruck zu verstehen.

Roy Halston versorgte die amerikanischen Stars der Disco-Ära mit eleganten Roben. Dior entwarf in Europa ähnliche Looks. Als Vertreterinnen des Disco Looks gelten Bianca Jagger, Jerry Hall und Donna Summers.

In Europa wurden währenddessen Karl Lagerfelds Art-Déco Kollektionen für Chloé groß gefeiert, der sich seit 1963 bei dem Label als Kreativdirektor einen Namen machte.

Kate Bush galt als Fan des Ethno-Looks. Die Sängerin setzte dabei auf folkloristische Einflüsse und asiatische Kimonos. Designer:innen, die diesen Look in ihren Kollektionen bedienten, waren Laura Ashley, Anna Sui oder YSL. Björk und Stevie Nicks gelten ebenfalls als Vertreterinnen dieses Looks.

Rock-Chic und New Wave Modetrends entwickelten sich Ende der 70er Jahre und enge Hosen lösten die Schlaghosen nun endgültig ab. Den typischen Rock-Chic prägte die Rockgitarristin Joan Jett. Zu ihren Key-Pieces zählten Lederjacken und -westen, Smokingjacken, dunkles MakeUp und superenge Hosen.

Debbie Harry erfand mit dem New Wave-Look dann ein ganz neuen rockigen Stil, der auch kurze chice Kleidchen enthielt oder oversized T-Shirts mit Overknee-Stiefeln kombinierte. Diese Trends wurden dann in den 80er so richtig beliebt.

Designer:innen

Modegeschichte der 80er: Extreme Fashion-Trends, Schulterpolster und Vokuhila

Zunehmender Wohlstand und eine sehnsüchtige Orientierung nach Erlebnissen führten in den 80er Jahren zu verschiedenen Extremen. Das Lebensgefühl war optimistisch, freiheitsliebend und an Spaß orientiert.

Opulente Looks und wilde Frisuren wie der Vokuhila lagen im Trend. Übergroße Schulterpolstern, Pfennigabsätzen, weißen Stiefeln und Neon Farben prägten den Stil dieser Zeit.

Business-Frauen avancierten in Bleistiftröcken und schulterbetonten Blazer sowie mit ausdrucksvollem MakeUp und voluminösen Frisuren zu modischen emanzipierte Persönlichkeiten. Man spricht hier in der Mode oft von der typischen V-Form der 80er, diese ergab sich aus den oben stark betonten Schultern und den schmäleren Hosen oder Röcken.

Jugendliche Subkulturen wie Popper, Punks und Yuppies orientierten sich an Trendsettern wie Schauspielern und Popstars, die noch heute Kult sind. Das Privatfernsehen sorgte für eine Verbreitung des Dallas-Glamour oder den Chic der Rockstarmusiker:innen. Der spätere Sportkult setzte Trends wie enge Leggings, Bodys und Wollstulpen, die sogenannte Aerobic-Fashion begeisterte die Welt der 80ies. Die Medien sorgten zudem zuverlässig für die Verbreitung der Trends.

80ies Style & Fashion

Die typischen 80er Jahre-Outfits kamen nicht ohne folgende Must-haves aus: Stirn- und Schweißband, Streifenhosen in der Punkbewegung, Oversize-Blazer mit Schulterpolstern und schmalen Krawatten sowie Jeans in den verschiedensten Waschungen. Zudem waren übergroßen Logodrucke, Leggings und theatralische Looks extrem angesagt.

Typische Fashion-Looks

  • stark betonte Schultern (V-Linie), Anzüge, Karottenhosen, Nadelstreifen
  • Blousons, Jogginghosen, Tennissocken
  • Popper-Style: Föhnfrisuren, Stehkragen, Karottenhosen und Loafers
  • Punk-Style: Nieten, Reißverschlüsse, karierte Hosen, Schottenröcke, Lederjacke, Schnürboots, Military-Elemente
  • Yuppie-Style: Kostüm, Anzug, Seidentuch, Poloshirts, Chinos und Feinstrickpullover

Fashion Icons & Designer:innen der 80er

Armani kreierte fließende Hosenanzüge und weite Mäntel für die typischen Business-Looks. Für Thierry Mugler waren die 80er und 90er goldene Zeiten. Seine Designs zeichneten sich durch Schulterpolster, schmale Taillen und Nieten-Elemente aus und fanden große Beliebtheit. Er entwarf damals Bühnenkostüme für David Bowie. Seinem oppulenten Stil blieb er bis zu seinem Tod (23.01.2022) treu. Er designte 2009 auch Kostüme für Beyonce.

Die Stil-Ikonen der 80er Jahre provozierten gerne: Kruzifixe als Accessoire, laszives Make-up, enge Corsagen und spitze Bustiers wie bei Madonna. 1978 entwarf Gaultier das berühmte Bustier, welches sie 1990 bei ihrer Tour trug. Auch Dolce & Gabanna kreierten Kostüme für die Sängerin.

Kate Bush gelang in den 80ern mit "Running up the Hill" ein großer Hit. Ihrem Bühnen-Style blieb sie weitest gehend treu. Mit dem Einfügen von Kleidungsstücken aus der Tanzwelt, ergänzte sie diesen mit den typischen Elementen, die man kennt, wie beispielsweise Legwarmers und Leggins. Typische Teile in ihrer Garderobe waren Jump- und Bodysuits, weiße Sneaker, Jeans, knallige Kimono-Tops, Oversize-Blazer und Puffärmel - aber immer ein bisschen Bohemian styled und die Trendfrisur stehts als wallende Mähne mit lockigem oder welligem Haar.

Annie Lennox oder Boy George verwischten zudem gerne die Geschlechteridentitäten. Linda Evans, John Forsythe und Joan Collins aus der Serie "Denver Clan" verbreiteten Glamour mit Glitter und Pailletten.

Designer:innen

Modegeschichte der 90er: Poppige Girl Power und schlichte Eleganz

In den 90er Jahren gab es kaum modische Neuerungen. Unterschiedliche Musikstile wie Pop, Hip-Hop, Grunge oder Rave/ Techno manifestierten bestimmte Looks in der Jugendkultur.

Eine andere Strömung setzte hingegen mehr auf die Haute Couture. Lables wie Max Mara oder Jil Sander setzten auf einen schlichten und eleganten Stil mit hochwertige Materialien. Ihr Look zeigte sich durch mehr Schlichtheit und Zurückhaltung.

Typische 90ies Styles

Techno/ Rave-Style:
Die 90er Jahrzehnt des Feierns. Die Loveparade in Berlin war groß angesagt. Techno- und Ravebewegungen trugen synthetische Stoffe in knalligen Farben. bedruckte T-Shirts sowie schmale Sonnenbrillen und stachelig gestylte Frisuren aus.

Girlie-Style:
Zum neuen Selbstverständnis junger Frauer gehörte eine Portion "Girl Power". Sie trugen bauchfreie Crop Tops, kurzen Röcken und enge kurze Kleider mit Pumps. Dazu waren Tattoo-Ketten und farbige Sonnenbrillen recht beliebt. Andere It-Accessoires waren Gürteltaschen, Oversizepullis, Bandanas, Haarreifen und natürlich ein Walkman. Sportliche Hosen wurden mit Zickzack-Scheitel, Flechtfrisuren, greller Lidschatten und Ketten mit Plastikschnullern zum "Girlie-Style". Der romantische Girl-Look bestand hingegen aus femininen Blümchenkleider und dünnen Spaghettiträger-Tops. Unter letzterem wurden oft Shirts getragen.Gwen Stefani ("I'm just a Girl") oder Lucilectrics ("Mädchen") sorgten neben den Spice Girls für den passenden Sound - "Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse kommen überall hin!"

Die It-Girls der 90er liebten Logos und Marken. Vor allem bei Jeans und Streetstyles mussten diese von bestimmten Marken (Levi's, Diesel, CK) stammen. Die Wolkenplateaus von Buffalo waren ebenfalls ein typisches Kult-Statement dieser Zeit.

Supermodel-Style:
Das MakeUp fiel dezent und markant aus. Dünn gezupfte Augenbrauen und matte nudefärbige Lippenstifte gehörten zum damenhaften Look der 90er sowie sleeke Hairstyles mit glattem Haar. Vor allem Supermodels prägten diesen dann doch eher schlichten Stil. Dezente neutrale Farben, Bodycon-Kleider und zarte Schuhe mit schmalen Absätzen oder gerade Jeans mit abgschnittenem Shirt und einem in der Taille geknotenem Shirt waren Key-Looks. Edle Designertaschen komplettierten die Styles und wurden zum Must-Have.

Denim All over:
Alle in den 90ern liebten Denim. Der Stoff passte zu allen Stilen des Jahrzehnts - egal ob poppig mit hüftig ausgestellten Boot-Cut Hosen oder im Baggy Style, gerade geschnitten mit lässigem Shirt wie bei Kate Moss oder als kurzer bis langer Rock. Jeans & Co durften in keiner Garderobe fehlen.

Typische Fashion-Looks

  • Kleider mit Spaghettiträger über weißem T-Shirt
  • Blumenmuster
  • Denim in allen Varianten: gerade, Baggy-Style, all over, von hoch bis hüftig geschnitten, Jeansjacken
  • Poppige körperbetonte Looks
  • Choker und Tattoo-Bänder
  • schlichte elegante Styles wie bei Jil Sander

Designer:innen & Fashion Icons

Top-Models wie Naomi Campbell, Tyra Banks, Nadia Auermann, Heidi Klum, Christie Turlingten oder Claudia Schiffer wurden berühmten Ikonen, die nicht nur auf den Laufstegen als Musen der Designer:innen galten, sondern auch privat gerne mit diesen feierten. Die Designermode erlebte dadurch einen großen Aufschwung.

Die Trends und Hits der 90er setzten Girlbands wie die Spice Girls, sie waren im Grunde eigentlich gecastete Models. Ihr "Girlie" Look war schrill und körperbetont. Serien wie "Beverly Hills 90210" oder "Friends" verbreiteten hingegen femininen Lagenlooks mit Spaghettiträgerkleidern, Rollkragenpullis und Denim-Styles. Die Schauspielerin Jennifer Aniston gilt als eine absolute Fashion-Ikone dieser Zeit.

Als Gegenbewegung zur knalligen Pop-Mode gilt der lässige Grunge-Look, der durch Nirvana bekannt wurde. Auch Kate Moss trug ihn und er findet heute noch immer Anklang. Zur Nachhaltigkeit trägt der rockige Style auf jeden Fall bei!

Mit hautengen schwarzen Lederkleider sowie einer Menge an Nieten und Schnallen sorgte Versace für einen rockigeren Look in den sonst eher poppigen 90ern.

Viele Stile der Modegeschichte kommen immer wieder und das tun auch die 90ies. In folgendem Artikel liest du mehr die wiederentdeckte Mode dieses Jahrzehnts: Y2K-Style

Designer:innen

Modegeschichte der 00er: Der große Mix der letzten Jahrzehnte

Elegant und kantenlos mit Accessoire "en masse". Dezente Linien dominierten und waghalsige Musterkombis galten zunehmend als Relikt der 80er. In den Streetstyles blieb aber immer eine gewisse Detailverliebtheit. Die 2000er Jahre sind ein buntes Zitat an die Trends der Modegeschichte der vergangenen Dekaden.

Die Mode wurde außerdem schnelllebiger, Trends wechselten sich ab und Stile wurden gemixt. Angesagt waren unter anderem weit geschnittenen Jeanshosen, die tief auf der Hüfte saßen und die Unterwäsche zeigten sowie enge, kurze T-Shirts und trägerlose Tops.

Die Farben Türkis und Pink dominierten zuweilen. Jogginganzüge kamen nun aus Nicki-Stoff daher und wurden von vielen Stars getragen. Der Minirock der 70er bekam als "Micro-Mini" eine noch kürzere Länge. Ende der 2000er lebten die die Röhrenjeans der 80er wieder auf und verdrängten die tiefen Boot-Cut-Jeans. Diese galten davor als absolutes Must-Have und waren eine Zeit lang fast die einzigen Hosen. Dazu trug man große breite Gürtel, die an die 70er angelehnt waren.

Kleine Handtaschen mit kurzen Henkeln gehörten zum alltäglichen Fashion-Style. Super tief sitzende Cargo-Hosen mit Taschen und Baggy-Pants sowie weite Hemden prägten den Skater-Stil.

Für den Hip-Hop-Look war ebenfalls Baggystyle angesagt. Dazu trug man übergroße T-Shirts, Hoodies und Goldketten. Der Grunge-Metal-Look kam in komplett schwarzen Outfits und Bandshirts. Zudem finden sich Military-Elemente in der Modestilen der 2000er-Jahre wie Camouflage-Print und Marine-ähnliche Jacken. Auch die Technologie inspirierte die Modelooks der Designer:innen - futuristisch monochromen Teile und metallisch schimmernden oder glänzenden Stoffen waren des öfteren auf den Laufstegen zu sehen.

Die beliebtesten Styles der 00er Jahre

Absolute Trendteile waren kurze Jeans- und Lederröcke sowie Tubetops und 3/4 oder 7/8 Hosen und später dann auch die Skinny-Jeans. Layering-Outfits waren teilweise techt beliebt, so wurden Kleider und Röcke gerne auch über Jeans oder Leggings getragen.

Die trendy Accessoires waren hohe Overknee-Stiefel, gerne über den Jeans getragen, Plateau-Schuhe sowie Netzstrumpfhose. Nietengürtel und Statement-Gürtel mit großen Schnallen wurden zu Hosen und Kleidern auf der Hüfte getragen.

Mode-Ikonen in der 2000er-Mode

In den 2000er Jahren waren es weiterhin die Superstars der Pop-Music die den modischen Ton anschlugen. Jede/r von ihnen brachte seinen eigenen Stil in die Mode ein. Britney Spears prägte beispielsweise eine ganze Generation mit ihrem poppigen und freizügigen Schulmädchen-Style. Paris Hilton hingegen machte Glitzer und Pink zu Must-Haves. Sie trug dabei die ganze Style-Palette der 90ies, sowie extra hüftige Hosen, Netz-Shirts, kurze Tops und natürlich Tracksuits. Gekonnt setzt sie immer wieder noch auf ihren typischen und einzigartigen Style.

Die Serie "Sex and the City" mit Sarah Jessica Parker in der Hauptrolle der Carrie Bradshaw galt als absoluter Mode-Kompass. Die weiblichen Serienheldinnen sorgten für viele Modetrends und bestärkten Frauen in vielerlei Hinsicht. Die Serie verhalf auch großen Designer-Labels mit It-Pieces wie der Fendi-Baguette zu großem Ruhm.

Designer:innen

Modegeschichte der 2010er Jahre: Der große Mix der letzten Jahrzehnte

Die 2010er-Jahre sind gezeichnet durch schnelle Konsum von Mode (Fast Fashion). Trends verbreiten sich rasend schnell auf den sozialen Medien und sind auch genauso schnell wieder verschwunden, wie sie aufgetaucht sind. Micro-Trends machen kurze Runden und verbleiben kaum in der Erinnerung der Fashionistas zurück.

Modetrends der 10er Jahre: Von Minimalismus über Sweatshirts und Leggings zur neuen Gucci-Ästhetik

Minimalismus:
Phoebe Philo debütierte bei Céline und designte einen selbstbewußten geradlinigen Business-Style, der den minimalistischen Stil dieser Zeit prägte. Das Sweatshirt von Kenzo mit dem den Print eines Tigerkopfes zählte zu den absoluten Must-Haves. Auch die Leggings verschwanden nicht sondern zeigten sich wie immer allseits beliebt, jedoch verschwand die 3/4 Variante. Wieso sollte frau auch auf so eine bequeme Hose verzichten? Der Athleisure Trend war somit geboren!

Sneaker wurden zu Allroundern, die einfach überall dazu passen - egal ob Kleid oder Hose. Nachdem Chanel, Dior, Balenciaga und Louis Vuitton die gemütlichen Turnschuhe in ihre Kollektionen aufgenommen haben, sind diese auch nicht mehr aus den Streetstyle-Looks der Influencer wegzudenken.

2015 wurde zudem Alessandro Michele neuer Kreativdirektor bei Gucci. Der junge unbekannte Designer etablierte innerhalb kürzester Zeit eine neue Ästhetik für das Label. Individualität, fließenden Geschlechtergrenzen, Diversität und kein bisschen Minimalismus gaben der Marke eine neue Richtung und lösten einen richtigen Gucci-Hype aus.

Bei der Frühjahrs-Sommer-Show 2018 stellte Jacquemus eine Designer-Tasche vor, die so klein war, dass weder Geldbörse noch Smartphone Platz darin Platz finden und löste damit einen Micro-Trend aus.

Die Mode in den 2020er: Aktuelle Trends und altbewährte Looks

Im neuen Jahrzehnt stehen wir an einem Wendepunkt in der Modegeschichte. Nachhaltigkeit und der sorgsame Umgang mit Rohstoffen rücken in den Fokus. Designer:innen suchen neue Wege mit dem Recycling von Materialien und versuchen so die Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Kurzlebige Trends und Fast Fashion werden kritisch diskutiert. Wir blicken gespannt auf die Entwicklungen die noch kommen werden!

➠ In folgendem Artikel liest du mehr über nachhaltige Mode!

Zudem mussten die großen bekannten Labels in Zeiten von Corona, neue Wege finden. Mittlerweile ist normal, dass man sich fast jede aktuelle Fashionshow live auf linkedIn ansehen kann.

Aktuelle Trends

Sie orientieren sich an den Fashion-Looks aus den 80ern bis zu den 2000ern - von coolen Baggy-Jeans im Skaterlook über Oversize-Blazer bis hin zum Y2K-Style oder dem Grunge-Look, die gerade das Jahrzehnt der 90er wieder aufleben lässt! Ein weiteres absolutes Highlight, das wahrscheinlich fast jede Fashionista im Schrank hat, sind Plisseeröcke in allen Varianten und Farben.

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Thema: Mode
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