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Basenfasten: Wie du eine Übersäuerung deines Körpers loswirst

Eine beliebte Methode, um neue Energie zu gewinnen und den Körper zu entgiften, ist das sogenannte Basenfasten. Keine Sorge, Fasten heißt hier aber nicht Hungern! Mit basischen Lebensmitteln bringst du deinen Organismus wieder auf Vordermann.

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Basenfasten - gesunde Lebensmittel mit Kochbuch
© Elke Mayr


Sodbrennen, Hautunreinheiten, Haarausfall, Müdigkeit – all das können Anzeichen für eine Übersäuerung durch falsche Ernährung, Stress oder Bewegungsmangel sein. Der menschliche Körper besteht zu 80 Prozent aus Basen und zu 20 Prozent aus Säuren. Idealerweise sollte dementsprechend unsere Ernährung zu 80 Prozent aus basischen und nur zu 20 Prozent aus sauren Lebensmitteln bestehen.

Doch in der Realität sieht das meist ganz anders aus: Wir nehmen wesentlich mehr säure- als basenbildende Produkte zu uns. Industriell verarbeitete Produkte, Getreide, Zucker oder tierische Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Milchprodukte sind oftmals Hauptbestandteil unserer Ernährung und sorgen für einen überhöhten Säurehaushalt des Körpers. Basenfasten hilft dabei den Säure-Basenhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und das eigene Wohlbefinden zu steigern.

Was ist Basenfasten?

Überschüssige Säuren im Körper können den Stoffwechsel belasten und Auslöser für diverse Krankheiten sein. Beim Basenfasten wird der Körper von diesen überschüssigen Säuren gereinigt und entschlackt. Ein netter Nebeneffekt: Die Kilos purzeln ohne zu Hungern.

Im Gegensatz zum Vollfasten darf man beim Basenfasten mit Genuss essen, allerdings besteht der Speiseplan hier ausschließlich aus basischen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Sprossen und Kräuter. In der Regel wird ein bis zwei Wochen gefastet, in denen man täglich drei basische Mahlzeiten zu sich nimmt. Laut Expert:innen soll jedenfalls nicht länger als vier Wochen gefastet werden.

➠ Wir haben uns auch das Thema Intervallfasten genauer angeschaut.

Was bedeutet Übersäuerung

Zu viel säurebildende Lebensmittel, Stress, Alkohol und Rauchen bringen den pH-Wert aus dem Gleichgewicht. Eine Übersäuerung des Körpers ist meist die Ursache für moderne Gesundheitsprobleme wie zum Beispiel Gicht oder Rheuma. Oft bleibt dies zu Beginn unerkannt, da der Körper versucht die Übersäuerung eigenständig zu kompensieren. Anfangs führt das zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Unwohlsein. Erst später machen sich andere Symptome bemerkbar.

Die Folge sind weitreichend: von Übergewicht, unreiner Haut, Cellulite, Haarausfall, Zahnproblemen, Sodbrennen, Kopf- und Muskelschmerzen, Schlafstörungen bis hin zu chronischem Schnupfen oder Pilzinfektionen. Mit basischer Ernährung, mehr Bewegung und ausreichend Schlaf kannst du dem auf natürliche Weise entgegenwirken.

Wenn man sich nicht sicher ist, ob der eigene Körper übersäuert ist, kann man das auch ganz einfach selbst überprüfen: Dank Teststreifen mit Farbindikatoren aus der Apotheke lässt sich der pH-Wert im Urin bestimmen. Liegt der Wert unter 6,2 spricht man von einer Übersäuerung. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann auch dein Hausarzt mittels Blutabnahme deinen pH-Wert bestimmen.

Achtung: Übersäuerung ist nicht gleich Übersäuerung. Bei der beschriebenen Übersäuerung handelt es sich um eine überhöhte Säurebelastung des Körpers. Eine echte Übersäuerung, die in der Medizin als "Azidose" bezeichnet wird, ist eine lebensbedrohliche Stoffwechselstörung, die umgehend medizinisch behandelt werden muss.

Was sind basische und saure Lebensmittel?

gesundes Essen - basische Lebensmittel

Basenbildende Lebensmittel enthalten viele Mineralstoffe. Diese Mineralien reagieren basisch im Körper und fördern die Basenproduktion. Im Gegensatz dazu erzeugen säurebildende Lebensmittel bei der Verdauung einen Überschuss an Säure. Man kann nicht schmecken, ob es sich um ein basisches oder saures Produkt handelt. So schmecken Zitronen zwar sauer, dennoch zählen sie, wie fast alle Obstsorten, zu den basischen Nahrungsmitteln. Als Faustregel gilt: Basenbildend sind fast alle frischen, pflanzlichen Lebensmittel.

Basische Nahrungsmittel

  • Kartoffeln
  • Gemüse (Auberginen, Karfiol, Fenchel, Grünkohl, Kohlsprossen, Radieschen, Sellerie, Karotten, Fenchel, Kürbis etc.)
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Pilze (Champignons, Kräuterseitlinge, Steinpilze etc.)
  • Salat (Vogerlsalat, Rucola etc.)
  • Sojabohnen
  • Kräuter und Gewürze (Petersilie, Kresse, Schnittlauch, Majoran, Thymian etc.)
  • Sprossen und Keimlinge
  • Obst (Bananen, Marillen, Grapefruits, Orangen, Weintrauben, Kirschen, Mangos etc.)
  • Bestimmte Nüsse und Kerne (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Mandeln, Paranüsse)
  • Mandelmilch, Mandeljoghurt etc.
  • Trockenfrüchte (Rosinen, getrocknete Feigen, getrocknete Datteln etc.)
  • Fruchtsäfte ohne Zuckerzusatz, Mineralwasser ohne Kohlensäure
  • Kräutertee (Brennnessel, Melisse, Brombeer- und Himbeerblättertee etc.)

Saure Lebensmittel

  • Fleisch und Fleischprodukte (Wurst, Speck etc.)
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Milchprodukte (Käse, Topfen, Joghurt, Butter etc.)
  • Eier
  • Weißmehlprodukte (Weißbrot, Nudeln und Teigwaren etc.)
  • Getreide und Getreideprodukte (auch Vollkorn) wie Brot, Gebäck, Nudeln, Reis etc.
  • Süßigkeiten
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Kichererbsen, Bohnen)
  • Hirse
  • Nüsse (Walnüsse, Erdnüsse etc.)
  • Limonaden, Energy Drinks, zucker- und kohlensäurehaltige Getränke
  • Alkohol
Lebensmittel
(c) Elke Mayr

Kann man mit Basenfasten abnehmen?

Beim Basenfasten geht es um mehr, als bloß ein paar Kilos abzuspecken. Im Vordergrund steht bei dieser schonenden Fasten-Methode den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Gegensatz zu anderen Fastenkuren darf man sich an gesunden, basischen Nahrungsmitteln satt essen. Nach einer ein- bis zweiwöchigen Basenkur wirst du dich fitter und vitaler fühlen.

In den meisten Fällen spiegelt sich das auch auf der Waage wider: Rund ein bis vier Kilo verliert man während dem Basenfasten durchschnittlich. Das liegt zum einen an der verminderten täglichen Kalorienzufuhr. Gemüse, Obst, Kartoffeln & Pilze & Co. haben deutlich weniger Kalorien und enthalten viel mehr stoffwechselaktivierende Nährstoffe als die üblichen Dickmacher wie Pizza, Pasta oder Limonaden. Zum anderen kommt es auch auf das Bewegungsprogramm in der Fastenzeit an. Je nachdem wie oft und viel man sich bewegt, kann auch die Gewichtsabnahme variieren.

Ohne Umstellung der Ernährungs- und Essgewohnheiten ist allerdings, wie bei den meisten Fasten-Methoden, auch beim Basenfasten der Erfolg nicht von langer Dauer. Um dauerhaft abzunehmen, solltest du deine persönlichen Figur-Killer durch gesündere Lebensmittel ersetzen bzw. generell mehr basische Nahrungsmittel in deinen Speiseplan integrieren. Du kannst auch immer wieder mal einen Basenfasten-Tag zwischendurch einlegen.

Abnehmen mit basischen Lebensmitteln
(c) Elke Mayr

Mit Basenfasten kannst du also an deinem Körpergewicht erste Veränderungen erzielen, du sollst allerdings danach nicht wieder in alte Muster verfallen. Erfahrungsberichte von Menschen, die mit dieser Methode bis zu 30 Kilo abgenommen haben, zeigen, dass ein langfristiger Abnehmerfolg mit dieser Methode durchaus funktionieren kann.

Anleitung: Basenfasten zuhause

Vorbereitung ist alles

Bevor du in deine Basenfasten-Woche/n startest, solltest du idealerweise eine Vorbereitungswoche einlegen, in der du tageweise auf Kaffee, Softdrinks oder Süßigkeiten verzichtest. So kannst du deinen Körper langsam an den bevorstehenden Koffein- und Zuckerentzug gewöhnen und Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme mildern.

Außerdem ist es ratsam den Kühlschrank im Vorfeld zu leeren bzw. aufzuräumen und sämtliche säurehalte Lebensmittel im Vorfeld aufzubrauchen, um gar nicht erst in Versuchung zu kommen von deinem Basenfasten-Plan abzuweichen.

Die Vorbereitungswoche kannst du auch dazu nutzen dir einen Plan für die anstehende Fastenwoche zu machen. Einige der leckeren basischen Rezepte kannst du bereits ausprobieren. Einige nutzen die Vorbereitungswoche für eine Darmreinigung mittels Abführmittel oder Einläufen. Dies ist allerdings nicht unbedingt notwendig, denn mithilfe der basischen Nahrungsmittel wird sich dein Darm ganz von alleine reinigen.

So gelingt die Basenfasten-Kur

In der Fastenwoche wird Obst- und Gemüse dein Hauptnahrungsmittel sein. Hört sich vielleicht langweilig an – ist es aber nicht. Denn wie so oft, kommt es auf die richtige Zubereitung und Würzung an. Mit unterschiedlichen Gewürzen und frischen Kräutern kannst du jede Mahlzeit aufpeppen. Verschiedene Zubereitungsarten wie Braten in der Pfanne, Backen im Ofen oder schonend Garen bringen noch mehr Abwechslung auf deinen Teller.

Wichtig für eine erfolgreiche Entsäuerung ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Du solltest täglich zwei bis drei Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee trinken. Auf Grün- und Schwarztee sollte ebenfalls verzichtet werden.

Während du schläfst, läuft die Entgiftung auf Hochtouren: mindestens 8 Stunden Schlaf und ausreichend Bewegung schaffen ideale Voraussetzungen für dein Basenfasten.
Basenbäder können ebenfalls für wohltuende Entspannung sorgen: Durch das basische Badesalz wird der pH-Wert im Wasser erhöht und überschüssige Säuren aus deinen Hautporen regelrecht herausgesogen. Basische Badesalze findest du übrigens in den meisten Drogerien. Auch Saunagänge und Massagen können fördernd wirken.

Für diejenigen, die keine Lust auf Kochen oder die Zusammenstellung eines Speiseplans haben, gibt es bereits von mehreren Anbietern sogenannte "Basenboxen". Neben Rezepten und Anleitungen, findet man darin fast alles, was man für eine Woche Basenfasten benötigt. Einige Hotels haben sich sogar auf entsprechende Basenfastenwochen spezialisiert. Wer lieber ein Rundumprogramm möchte, abseits der gewohnten Umgebung, findet hier eine Liste an ausgewählten Bastenfasten-Hostels.

Basenfasten Wochenplan

Frühstück

Trinke jeden Morgen als erstes ein Glas warmes Wasser mit dem frisch gepressten Saft einer halbe Zitrone. Dadurch werden die Verdauung und viele andere Körperfunktionen angekurbelt.

Mit einem Porridge aus Erdmandeln und Buchweizen (z. B. Basen in Balance Porridge von dm), einem Obst- und Gemüse-Smoothie oder einem warmen Früchtekompott startest du gesättigt und abwechslungsreich in den Tag.

Hier findest du leckere Rezepte für dein 5-Tage-Basenfasten:

Tag 1: Basenmüsli

Tag 2: Oranger Früchte-Smoothie

Tag 3: Apfelkompott

Tag 4: Grüner Früchte-Smoothie

Tag 5: Apfel-Birnenmus

Mittagessen

Als Mittagsmahlzeit eignet sich hervorragend ein bunter Salat oder ein Gericht mit Rohkost oder gedünstetem Gemüse. Da rohes Obst und Gemüse schwer verdaulich ist, sollte es nur bis 14 Uhr verzehrt werden.

Tag 1: Spinat-Pilz-Salat mit Salsa

Tag 2: Süßkartoffelsalat

Tag 3: Indisches Gemüsecurry

Tag 4: Apfel-Avocado-Salat

Tag 5: Auberginenröllchen mit Kartoffel-Basilikum-Creme

Abendessen

Abends sollte es leichte Gemüsemahlzeiten wie z. B. Suppen oder Ofengemüse geben. Mit einem Spiralschneider kannst du aus Zucchini, Karotten & Co. leckere Gemüsenudeln zaubern. Deiner Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Tag 1: Geröstete Paprika-Kürbissuppe

Tag 2: Gebackene Kartoffeln

Tag 3: Kurkuma-Karfiol aus dem Rohr

Tag 4: Vegane rote Wurzelsuppe

Tag 5: Ofengemüse

Snacks für Zwischendurch

Für den kleinen Hunger zwischendurch eignen sich Äpfel, Bananen, Mandeln Trockenfrüchte z. B. Datteln, Mandeln oder auch Milchersatzprodukte wie z.B. ein Joghurt aus Soja- oder Mandelmilch.

Fazit: Detox für Körper und Seele

Gerade nach Festtagen, bei denen man viele kalorienreiche Speisen und den einen oder anderen alkoholischen Drink zu sich nimmt, kann eine ein- bis zweiwöchige Basenfasten-Detox-Kur eine echte Wohltat für den Körper sein. Damit bringst du nicht nur deine Verdauung wieder in Schuss, sondern reinigst deinen Körper auch von Stoffwechselablagerungen und stärkst dein Immunsystem. Auch vereinzelte Basenfasten-Tage zwischendurch können den Weg zu einem gesünderen Lebensstil ebnen und dabei helfen dein Wunschgewicht zu halten.


Thema: Ernährung
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