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Valentino: Mit Haute-Couture-Roben zum Welterfolg

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8 min
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Valentino Shop, Wien

©Elke Mayr
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Nieten, Perlen, aufwendige Stickereien, das ikonische "V" oder die Signature-Farbe "Rosso Valentino" – all das verbinden wir mit dem italienischen Modehaus. Seinen Anfang nahm aber alles 1959 in Rom…

Niemand geringerer als Schauspiel-Ikone Elizabeth Taylor zählte zu seinen ersten Kundinnen: Der Modemacher Valentino Garavani wusste schon als Nachwuchsdesigner mit seinen glamourösen Kreationen zu begeistern. Speziell seine prunkvollen Haute Couture Abendroben verhalfen ihm ab Mitte der 1960er Jahre zu Ruhm und Ehre. Doch selbst heute noch steht die Luxusmarke Valentino mit ihren ausgefallenen und hochwertigen Designs für Eleganz, feminine Leichtigkeit und puren Luxus.

Steckbrief Valentino

  • Firmenname: Valentino S.p.A.

  • Gehört zu: Qatar Mayhoola for Investments

  • Gründungsjahr: 1959

  • Gründer: Valentino Garavani

  • Firmensitz: Mailand, Italien

  • CEO: Stefano Sassi

  • Kreativdirektor: Pierpaolo Piccioli

  • Typische Merkmale: Rockstud (Nieten-Details), V-Logo

Valentino war bereits als Jugendlicher sehr talentiert

Die Geschichte des Modehauses Valentino ist, ebenso wie bei vielen anderen Traditionshäusern ( YSL, Armani oder Dior) auch sehr eng mit jener seines Gründers verbunden: Am 11. Mai 1932 erblickt Valentino Clemente Ludovico Garavani in einer Kleinstadt südlich von Mailand das Licht der Welt. Schon früh interessiert er sich für Mode – und überzeugt auch mit Talent: Mit 17 Jahren erhält er bereits ein Stipendium von der Pariser Haute Couture Gewerkschaft. Noch nicht einmal volljährig, zieht der Italiener in die Modehauptstadt, um eine Ausbildung als Modedesigner zu absolvieren.

Nach seinem Abschluss arbeitet er zunächst für verschiedene Designer (Jean Dessès, Guy Laroche), bevor er sich dazu entschließt sein eigenes Label zu gründen. Dank einer Finanzspritze seines Vaters kann Valentino mitten in Rom, auf der berühmten Via dei Condotti, sein erstes Geschäft eröffnen. Doch der junge Designer gründet das Unternehmen nicht allein: Unterstützung bekommt er von seinem Lebens- und Geschäftspartner Giancarlo Giammetti. Während Valentino sich um die kreative Arbeit kümmert, übernimmt Giancarlo den geschäftlichen Teil.

Durchbruch dank prominenter Kundschaft

Schnell wird Valentino für seine schlichten aber doch sehr eleganten unifarbenen Abendkleider bekannt. Eine seiner ersten Kundinnen ist ausgerechnet die Hollywood-Ikone Elizabeth Taylor. Sie ist für den Dreh ihres Films "Spartacus" nach Rom gekommen und beauftragt Valentino, ein weißes Kleid für die Premiere des Films für sie zu entwerfen.

Eine prominente Käuferin wie sie ist natürlich die beste Werbung für Valentino. So wird auch die Präsentation seiner ersten Kollektion ein voller Erfolg. Die Reichen und Schönen sind begeistert von den märchenhaften Roben des italienischen Designers. Unter anderem sollte er noch weitere Ikonen mit seinen Kreationen ausstatten, wie etwa Audrey Hepburn, Lady Diana oder Jackie Kennedy. Letztere lässt sich 1968 sogar ihr Brautkleid für die Hochzeit mit Aristoteles Onassis von Valentino anfertigen.

In den 1970ern geht es für Valentino weiter bergauf: So werden eine Damen Prêt-à-porter-Linie sowie eine Männerlinie auf den Markt gebracht. Der Launch eines Valentino Parfums lässt ebenfalls nicht lange auf sich warten. Den endgültigen Weltruhm erlangt Valentino aber durch die Präsentation seiner Kollektionen auf den internationalen Modeschauen.

Der unvergleichliche Valentino-Stil

Wohl eines der bekanntesten Markenzeichen von Valentino ist das große "V", als offizielles Valentino-Logo. Es wird in den späten 1960er Jahren eingeführt und steht auch heute noch als Symbol für Luxus.

Doch den Durchbruch verdanken Valentino Garavani und Giancarlo Giametti vor allem dem unverkennbaren Design: Elegante Kleider, pompöse Details, luxuriöse Stoffe und schlichte Farben verhelfen der Marke Valentino zum Aufstieg in den Modeolymp.

Valentinos Mission: In seinen Kreationen sollen Frauen besonders elegant und glamourös aussehen. Deshalb sind seine Kleider häufig mit aufwendigen Stickereien, kostbaren Perlen oder edler Spitze versehen. Um einen Kontrast zu schaffen, hält sich Valentino in puncto Farbe aber stets zurück und setzt auf einfarbige Looks. Bei der Farbwahl achtet er darauf, dass die Farben auch einen symbolhaften Charakter haben. Seine Lieblingsfarbe hat ebenfalls bis heute Kultstatus: "Rosso Valentino" ist ein strahlend-kräftiger Rotton, den der Designer zusammen mit einem Stoffexperten entwickelt hat. Inspiriert dazu wurde er angeblich bei einem Besuch der Oper in Barcelona.

Für die Maison Valentino ist Rot nicht nur eine Farbe. Es ist ein unvergängliches Zeichen, ein Logo, ein ikonisches Element der Marke, ein Wert.

Hinsichtlich des Schnitts legt Valentino zudem großen Wert auf körperbetonte Schnitte, die die weibliche Silhouette betonen, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken. Zudem setzt er auf die Verwendung fließender Stoffe, die die Figur sanft umspielen. Und das ist bis heute so geblieben, wie man auch an jüngeren Valentino-Kreationen (hier an Rihanna) gut erkennen kann:

Verkauf des Unternehmens Valentino und Wechsel an der Designspitze

Um die Jahrtausendwende gerät die Marke Valentino ins Wanken und wird gleich zwei Mal innerhalb kurzer Zeit verkauft: Zunächst kauft der italienische Gemischtwaren-Konzern HdP das Unternehmen, 2002 kauft die italienische Marzotto-Gruppe das Modehaus. Beide Investoren halten jedoch an Valentino Garavani als Chefdesigner fest.

Als 2007 ein erneuter Kauf der Firma durch den Konzern Permira vollzogen wird, kündigt auch der Firmengründer selbst seinen Rückzug aus dem Unternehmen an. Seine letzte Modenschau für die Frühjahrs- und Sommerkollektion zeigt ein Feuerwerk aus Drapée-Kleidern, Volants und zarten Farben.

Seine Nachfolge tritt kurze Zeit später das Design-Duo Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli an. Die beiden arbeiten bereits seit 1999 für Valentino und sind unter anderem für die Accessoire-Linie verantwortlich. Sowohl Valentino Garavani als auch Giancarlo Giammetti begrüßen die Ernennung der beiden, denn die Entwürfe des Design-Duos bleiben dem Stil des Firmengründers treu, verleihen der Marke mit kleinen Änderungen aber dennoch einen frischen und modernen Touch.

17 Jahre lang bleiben Chiuri und Piccioli schließlich an der Kreativ-Spitze und schaffen es, das Label von Grund auf zu modernisieren. Schätzungen zufolge hat sich der Umsatz des Modehauses sogar vervierfacht. Grund dafür sind ikonische Designs, die unter ihrer Design-Ära entstanden sind. Man denke nur an das bis heute weltbekannte "Rockstud"-Design mit goldenen Nieten.

Die Marke Valentino heute

Was wohl die wenigsten wissen: Seit einigen Jahren ist die Marke Valentino im Grunde genommen im Besitz der Königsfamilie von Katar. Diese kaufte die Marke nämlich Mitte 2012 von Permira über das Finanzunternehmen Mayhoola (das wiederum zum Staatsfonds Qatar Investment Authority gehört) für geschätzte 700 Millionen Euro.

2016 verlässt außerdem Maria Grazia Chiuri das Unternehmen, um fortan für Dior als Kreativdirektorin zu arbeiten. Seitdem verantwortet Pierpaolo Piccioli alleine die kreative Leitung von Valentino.

Die Produktpalette von Valentino umfasst heute unter anderem Mode für Damen und Herren sowie Schuhe, Taschen und andere Accessoires.

Auch Beauty-Artikel und zahlreiche Düfte bietet Valentino an. 2011 gab es außerdem weltweit etwa 110 Valentino-Boutiquen, wovon 67 selbst betrieben wurden und die übrigen an Franchising-Partner vergeben wurden. Ab November 2022 beginnt jedoch die schrittweise Neugestaltung der weltweiten Standorte, wie das Unternehmen selbst verkündet, um "durch eine moderne Designsprache den Fokus der Marke auf das Kundenerlebnis zu stärken."

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Valentino Shop, Wien

© Elke Mayr

Doch all diese Umbrüche und Neuerungen haben der Beliebtheit von Valentino bis heute keinen Abbruch getan: Stars wie Jennifer Lopez, Meryl Streep, Adele, Paris Hilton oder Zendaya lieben die Mode von Valentino und strahlen regelmäßig in den Kreationen der Maison um die Wette.

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